Archäologie am Stadtrand

Autorin: Christine Ranseder

Nicht nur im innerstädtischen Bereich werden Spuren der „Proto-Wiener“ angetroffen. Auch am Stadtrand des heutigen Wiens gibt es einige archäologische Hotspots. Einer davon ist Oberlaa, im Südosten des heutigen 10. Wiener Gemeindebezirks.
Lange bevor im Mittelalter das Dorf Oberlaa entstand, ließen sich hier Menschen nieder. In den letzten Jahrzehnten konnten prähistorische Siedlungsreste aus dem Endneolithikum, der Hallstatt- und der Latènezeit archäologisch untersucht werden. Derzeit befindet sich neuerlich eine Ausgrabung im Planungsstadium, die es uns hoffentlich ermöglicht, weitere Belege der ausgedehnten endneolitischen Siedlung zu dokumentieren.
Doch was machte dieses Gebiet für die Menschen in der Urgeschichte so reizvoll?

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Vom „großen Graben“ zur Begegnungszone: die Rotenturmstraße

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nach dem Stephansplatz ist es jetzt für die Rotenturmstraße und ihr allernächstes Umfeld soweit. Die gesamte Oberfläche wird erneuert, eine Begegnungszone eingerichtet und im Vorfeld natürlich einige Arbeiten im Untergrund, Leitungen aller Art betreffend, durchgeführt. Und genauso wie am Stephansplatz wird es auch hier eine archäologische Begleitung der einzelnen Schritte geben. Immerhin ist dieser heutige Straßenzug mit einer fast ebenso abwechslungsreichen Geschichte gesegnet wie der Platz um St. Stephan. Grund genug, sich in dem einen oder anderen Blogbeitrag mit eben dieser Geschichte etwas genauer auseinanderzusetzen und die neuen Ergebnisse vorzustellen.

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Maßwerkfieber

Autorin: Christine Ranseder

Filigrane geometrische Muster in Durchbruchsarbeit, das so genannte Maßwerk, waren in der Gotik des Handwerkers liebste Zier. In der Architektur spielte Maßwerk eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung von Fenstern – nicht nur als Schmuck, sondern auch als konstruktionstechnisches Hilfsmittel, um das Fensterglas zu halten und dem Winddruck zu trotzen. Doch weil es so schön ist und dem damaligen Zeitgeschmack entsprach, kam es auch für Altäre, Möbel, Schmuck und Kachelöfen zum Einsatz. Fall Sie noch immer rätseln: Das eigenartige Ding auf dem Foto ist ein Bruchstück von einer Ofenkachel mit bescheidenem Maßwerk.

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Im Stadtbild: Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen

Autorin: Heike Krause

Die Mölker Bastei verkörpert ein Stück „Alt-Wien“. Nostalgisch charmant wirken die kleinen Häuser am verwinkelten Mölker Steig. Hier – unweit des stark befahrenen Universitätsrings – herrscht eine erstaunliche Stille. Man fühlt sich merkwürdig entschleunigt. Als sei auf engem Raum die Zeit tatsächlich stehen geblieben. Kein Wunder, dass dieser Ort mehrfach als Kulisse diente. Sowohl für den Film „Der dritte Mann“ als auch für „Das Dreimäderlhaus“ nach dem Roman „Schwammerl“ von Rudolf H. Bartsch wurden Szenen dort gedreht. Der Name des Eckhauses Schreyvogelgasse 10 ist darauf zurückzuführen. Dabei ist die Geschichte über eine Romanze Franz Schuberts mit drei hier wohnenden jungen Frauen frei erfunden.
Die Häuser auf der Mölker Bastei blieben von der Demolierungswelle in der Gründerzeit verschont. Die Stützmauer der Rampe, die sich entlang der Schreyvogelgasse zieht, sieht aus wie eine alte Befestigungsmauer. Doch stimmt das auch?

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Aus der Ferne komm ich her

Autorin: Christine Ranseder

Im archäologischen Fundmaterial des Mittelalters und der frühen Neuzeit weist nichts darauf hin, dass sich Wien mit den reichen Hansestädten oder „global playern“, wie London und Amsterdam, messen konnte. Doch selbst das aus der Sicht des Welthandels vergleichsweise unbedeutende Wien bekam seinen Anteil an Importen – auch wenn es sich zumeist um recht bescheidene Waren handelte.

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Graphit – eindeutig zum „guten Ton“ gehörend …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Was können ein Topf und ein Ziegel gemeinsam haben, außer dass es sich bei beiden im weiteren Sinne um Produkte aus gebranntem Ton handelt? Wenig, außer sie wurden mit demselben speziellen Hintergedanken gefertigt: Hitzebeständigkeit!

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Aus der Wundertüte: Wiener Kaffeehauspfeifen

Autorin: Christine Ranseder

Heute polarisiert das Rauchen von Zigaretten die Gesellschaft, früher galt das „Du sollst nicht …!“ den Pfeifenrauchern. Als der Tabakkonsum hierzulande im 17. Jahrhundert begann, durfte noch jeder die Pflanze im eigenen Garten anbauen, um sich ein Pfeiflein zu stopfen. Doch kaum hatte die Bevölkerung Gefallen an dem neuen Genussmittel gefunden, setzen auch schon die Verbote ein. Um die Gesundheit scherte sich dabei allerdings niemand.

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O Engel rein, o Schützer mein….

Autorin: Constance Litschauer

Grabungen im Bereich ehemaliger Friedhöfe bringen nicht nur sterbliche Überreste zu Tage! Diese Tatsache ist den aufmerksamen BlogleserInnen sicherlich nicht entgangen, da ja an gleicher Stelle bereits mehrfach Trachtbestandteile und Schmuckstücke aus Grabkomplexen vorgestellt wurden. Dass diese Ensembles nicht nur Profanes umfassten, sondern auch Religiöses wie Rosenkränze, Kreuze, Medaillen und Breverl, liegt dabei wenig überraschend auf der Hand.

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Im Stadtbild: Stein um Stein

Autorin: Christine Ranseder

Gute Vorsätze für das neue Jahr und Absichtserklärungen sind selten weise. In unserem Fall ist die Gefahr der Nicht-Erfüllung jedoch gering, deshalb sei hier wagemutig eine neue Blogserie angekündigt. 2019 wollen wir Ihnen Geschichten zu den im Stadtbild konservierten, noch sichtbaren Resten längst vergangener Bauwerke servieren und an Altgrabungen auf bedeutenden Wiener Plätzen erinnern. Wie in vielen Großstädten wurde auch in Wien nach Abschluss einer archäologischen Intervention manchmal ein Fenster in die Vergangenheit offen gelassen. Dass dabei der Schein trügen kann, belegt ein Mauerrest am Theodor-Herzl-Platz im 1. Wiener Gemeindebezirk.

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