Repräsentativer Freiraum!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Salomon Kleiner, Stephanskirche, 1721. [Nach M. Eisler (Hg.), Das barocke Wien. Historischer Atlas der Wiener Ansichten (Wien/Leipzig 1925) Taf. 23]
In den letzten Monaten erschien der Stephansplatz zugegebenermaßen etwas „uneben“ – eine sich ständig verschiebende Landschaft von Künetten. Diesen Montag wurde am Stephansplatz der Auftakt zur Neugestaltung des Platzes und vor allem seiner Oberfläche begangen. Tatsächlich „begehbar“ wird die neue Oberfläche dann voraussichtlich im November sein. Fußangelfrei soll das neue Pflaster sein und mit in die Pflasterung eingearbeiteten kreuzförmigen Mustern. Ein  „memento mori“  um der vielen Toten zu gedenken? Vor allem jener, deren prominente Grabsteine nicht an der Fassade des Domes angebracht wurden? Ein „memento cemeterii“, eine Erinnerung an Jahrhunderte von Friedhofskultur und Bestattungsvorgeschichte des heutigen Platzes? Zumindest einem Archäologen drängt sich eine solche Überlegung durchaus auf.

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Hin, weg und wieder da – Künetten am Stephansplatz

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nach zwei Führungsmontagen erst einmal so viel:
Man ist im verbauten Umfeld einer Großstadt gewohnt, Führungen mit Sätzen wie: „Hier befand sich einmal …“, „In römischer Zeit stand hier …“ usw. zu beginnen. Die Künettengrabungen am Stephansplatz stellen da allerdings eine ganz neue Herausforderung dar.  Hier weiß ich von einer Woche zur nächsten nicht, ob etwas zu sehen sein wird, welche Künette Einblicke bietet. Das macht es abwechslungsreich, aber nicht einfacher. Immerhin soll nicht nur die ohnehin schon bekannte Geschichte des Platzes angesprochen werden, sondern auch Neuigkeiten – so es sie gibt – vermittelt werden. Und damit wären wir auch schon „in medias res“ wie der Lateiner so schön sagt, also „mitten drin“ bei der Frage: Was gibt es Neues?

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Der Stephansplatz – zentraler geht es fast nicht mehr

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Kann man aus Wiener Sicht an einer zentraleren Stelle Archäologie betreiben als  am Stephansplatz? Wird der Dom nicht oft genug als –  auch touristisch wirksames  – Herzstück dieser Stadt gepriesen?

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