Blumen gegen den Winterblues im Frühling?

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Blumentöpfe gehören nicht gerade zu den auffälligsten und aufsehenerregendsten Funden, die man sich vorstellen kann. Zumindest auf den ersten Blick will bei den meisten Betrachtern kein Funke überspringen. Man muss sich schon auf die Details einlassen. Welche Details ich meine?

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Das Geheimnis der Töpfe

Autorin: Christine Ranseder

Der Grabung im Bereich der Hernalser Hauptstraße 59–63 (Wien 17) sind nicht nur interessante Funde sondern auch überraschende Befunde zu verdanken. Bei der Sichtung der Grabungsdokumentation – darunter hunderte Fotos – fielen mir vier Gefäße auf, die aufrecht stehend sorgfältig in das Erdreich eingegraben waren. Zwei von ihnen befanden sich in Begleitung eines Deckels, die anderen beiden standen einsam umher. Mit Abfall wird normalerweise sorgloser umgegangen, es fand also eine wohlüberlegte Deponierung statt. So weit so gut, doch warum waren die Gefäße – abgesehen von dem im Lauf der Zeit hineingerieselten Erdreich – leer?

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Durch diese hohle Römerstraße muss er kommen …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Zwei Randfragmente des späten 8./frühen 9. Jahrhundert aus der Hernalser Hauptstraße 59–63 (Wien 17).

Der Teufel lauert bekanntlich immer im Dickicht – pardon: Detail. So auch hier. Hier? Das heißt in diesem Fall: das keramische Fundmaterial der Ausgrabung Hernalser Hauptstraße 59–63. Der Teufel? Zwei unscheinbare kleine Randfragmente – unter uns gesagt: etwas unattraktiv – jedenfalls verglichen mit anderen Objekten aus dieser Grabung, die wir Ihnen auf Grund ihrer relativen Schönheit in Folge noch präsentieren werden. Aufgrund der Größe und des Einzelgängerstatus jedenfalls waren die beiden kleinen Kerlchen zwischen römischen Altstücken und spätmittelalterlicher Keramik gut versteckt und leicht zu übersehen. Es bedurfte schon altmodischer, mittlerweile etwas unpopulär gewordener Grundlagenarbeit (stures und penibles Sichten aller Stücke), um sie zu enttarnen. Keine Sorge, das wird nicht (nur) ein Plädoyer für den Einzelscherben, das Ernstnehmen von (auch kleinen) Funden. Ich habe tatsächlich auch eine Geschichte zu erzählen.

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Aus der Wundertüte: Ein Fragment einer Ofenkachel

Autorin: Christine Ranseder

Es mag sexistisch und politisch nicht korrekt sein: Der erste Blick auf ein Kachelfragment, das am St.-Bartholomäus-Platz (Wien 17) gefunden wurde, wandert auf den Busen der dargestellten Figur. Der – möglicherweise mit seinen Gedanken anderweitig weilende – Töpfer betonte diesen durch eine plastische Verzierung, die an in Rüschen gelegte Bänder erinnert. Oder soll es sich um das durch Einschnitte im Stoff des Oberteils gezogene Hemd handeln? Welches modische Detail dem Handwerker auch vorschwebte, das Bruchstück einer Blattkachel zeigt unzweifelhaft den Oberkörper einer Frau. Diese banale Feststellung ist im Zusammenhang mit der Datierung des Fragments nicht so abwegig. Tiefe rechteckige Ausschnitte und reich gefältelte Hemden waren in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts typisch für die Kleidung beider Geschlechter.

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Ein Topferl fürs Gackerl?

Autorin: Christine Ranseder

Für alle, die des Wienerischen nicht mächtig sind: ein Nachttopf. Denn um die Bruchstücke eines solchen handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit. Für diese Funktionszuweisung sprechen der elegant nach außen gebogene Rand und dessen Verzierung an der Innenseite. Gefunden wurden die Bruchstücke des an das Ende des 19. Jahrhunderts datierenden, unentbehrlichen Gefäßes am Pius-Parsch-Platz (Wien 21).

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Fliesen bringen Farbe ins Leben

Autorin: Christine Ranseder

Gemusterte Fliesen aus der Zeit von ca. 1860 bis 1920 sind in Wien ein schwindendes Kulturgut. Den Abriss von Häusern überleben sie nur selten, da historische Baustoffe kaum wiederverwendet werden. Auch im Zuge der Sanierung von alten Gebäuden werden die vorhandenen originalen Fliesen oft durch moderne Produkte in eintönigem Weiß oder Beige ersetzt. Fast unbemerkt geht diese Erosion des Bestandes, der kaum erforscht ist, vonstatten. Fehlendes Bewusstsein für den Wert der materiellen Kultur einer Vergangenheit, die nicht allzu weit zurück liegt, ist jedoch nichts Neues. Massive Verluste an historischer Bausubstanz waren europaweit bereits im 20. Jahrhundert zu beklagen – nicht nur durch die von zwei Weltkriegen verursachten Schäden, sondern auch durch rücksichtslose Modernisierungen aller Art. Es verwundert daher kaum, dass im städtischen Umfeld bei Ausgrabungen gelegentlich auch sehr junge Objekte, wie die erwähnten Fliesen, geborgen werden. Einige attraktive Exemplare, die von verschiedenen Fliesenböden stammen, befanden sich im Fundmaterial vom Pius-Parsch-Platz.

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Spargelglocken: Die Kunst Gemüse zu quälen

Autorin: Christine Ranseder

Spargel: Bleich soll er sein, zart im Biss und mild im Geschmack. Hohe Anforderungen an ein in seinem Aussehen wenig ansprechendes Gemüse. Sich selbst überlassen, reckt sich der Spargel gerne grün und ein bisschen wild im Wuchs der Sonne entgegen. Erst der Mensch diszipliniert ihn zur farblosen strammen Stange. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man bedeckt die Pflanzen mit Dämmen aus Erde oder man setzt über die Triebe, kaum lugen sie aus der Erde hervor, tönerne Glocken. Die Oberteile zweier solcher Spargelglocken kamen bei der Ausgrabung am Pius-Parsch-Platz zutage.

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Aus der Wundertüte: Ein Löffel

Autorin: Christine Ranseder

Manchmal finden BearbeiterInnen in Fundsackerln Dinge, die sie nicht erwarten würden – oder die sie besonders erfreuen. Ihnen ist die neue Rubrik Aus der Wundertüte gewidmet. Den Anfang macht ein Löffel, der mir beim Katalogisieren und Fotografieren der Funde vom St.-Bartholomäus-Platz in Hernals (Wien 17) in die Hände fiel.

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