Das Ende ist nah …

Autorin: Christine Ranseder

Der letzte Teil der Serie zur Urgeschichte in Wien ist der Latènezeit (Jüngere Eisenzeit, 500/400 bis 15 v. Chr.) gewidmet. In der der Zeit der Kelten, kam es – ausgehend vom Rheinland (Gebiet von Hunsrück und Eifel) – zu Neuerungen. Die kleine, elitäre Herrscherschicht der älteren Eisenzeit wurde von der breiteren Schicht eines Kriegeradels abgelöst. Die neuen Herren vertieften ihrerseits die Kontakte mit den mediterranen Kulturen. Wanderungen der Kelten in die Mittelmeergebiete brachten neues Gedankengut, Handelsgüter und neue Technologien in den mitteleuropäischen Raum. Dazu gehörten die schnelldrehende Töpferscheibe, die Münzprägung und die Verwendung des Eisens für landwirtschaftliche Geräte. Keltische Handwerker, unter denen vor allem Feinschmiede sehr geschätzt wurden, schufen einen neuen Kunststil, der sich durch stark abstrahierte Menschen- und Tierdarstellungen sowie durch Zirkelornamentik auszeichnet.

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Die neue Üppigkeit

Autorin: Christine Ranseder

Im 8. Jahrhundert v. Chr.  entstand – basierend auf urnenfelderzeitlichen Grundlagen – die Hallstattkultur (Ältere Eisenzeit, 800/750 bis 500/400 v. Chr.). Sie erstreckte sich fast über das gesamte Mitteleuropa und wurde durch die Kontakte mit der griechischen und der etruskischen Kultur sowie zu den östlichen Steppenkulturen geprägt. Aus archäologischer Sicht lassen sich mehrere Kulturkreise und -gruppen unterscheiden, in denen die Anregungen aus dem Mittelmeerraum in unterschiedlicher Intensität aufgegriffen wurden. Archäologisch sind diese Beziehungen am besten an den Hinterlassenschaften der gesellschaftlichen Elite zu fassen, zu deren Statussymbolen – neben Importen – aufwendig verziertes Trinkgeschirr, Schutzwaffen, vierrädrige Wagen und Pferde als Reittiere zählten.

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Zuzug in der Spätbronzezeit?

Autorin: Christine Ranseder

Diese Woche pausiert die Berichterstattung zur aktuellen Ausgrabung. Stattdessen geht es mit der Serie zur Urgeschichte auf Wiener Boden weiter, die mittlerweile in der Spätbronzezeit (um 1300 bis 800/750 v. Chr.) angekommen ist. Sie wird wegen der Sitte, die Toten zu verbrennen und in Urnen zu bestatten, auch Urnenfelderzeit genannt. Basierend auf einem dichten Netz aus Kontakten, einem wirtschaftlichen Austausch und gegenseitigen Einflüssen entstand ein Kulturkomplex, der sich über weite Teile Europas erstreckte. Niederösterreich, das Burgenland, Teile der Steiermark, Südmähren, die Südwest-Slowakei und Westungarn bildeten eine weitgehend geschlossene kulturelle Einheit. Im Wiener Raum lässt die größere Anzahl archäologischer Fundstellen einen Bevölkerungsanstieg vermuten.

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Mittendrin und doch an der Peripherie

Autorin: Christine Ranseder

In der Früh- und Mittelbronzezeit (um 2200 bis um 1300 v. Chr.) scheint das Interesse, sich im Wiener Raum niederzulassen, nicht besonders groß gewesen zu sein. Die archäologischen Belege für die Anwesenheit von Menschen sind spärlich, das Spektrum ist jedoch groß. Es gibt von allem etwas: Einzelfunde, einige Gräber und auch Gruben, die auf Siedlungsstellen hinweisen. Das mag am Forschungsstand liegen. Es kann aber auch damit zu tun haben, dass das Gebiet im Schnittpunkt mehrerer Kulturgruppen lag.

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Kupfer belebt den Handel

Autorin: Christine Ranseder

Der dritte Blog in der Serie zur Urgeschichte auf Wiener Boden ist dem Spätneolithikum (Kupferzeit, um 4000 bis um 2200 v. Chr.) gewidmet. In dieser doch recht langen Zeitspanne begann der zivilisatorische Entwicklungsstand auseinanderzudriften. Man könnte fast von einem Europa der zwei Geschwindigkeiten sprechen. Der Wiener Raum lag eher im Abseits, das bedeutete aber keinesfalls dass hier gar nichts los war.

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Der Wiener Raum wird erkundet …

Autorin: Christine Ranseder

Die Besiedlungsgeschichte des heutigen Wiener Stadtgebiets beginnt in der Jungsteinzeit (Neolithikum,  5600/5500 bis um 4000 v. Chr.). Verloren gegangene Steinbeile und andere Funde belegen, dass Menschen damals auch diesen Abschnitt der abwechslungsreichen Landschaft an der Donau durchstreiften. Zumindest einigen von ihnen scheint es hier gefallen zu haben, denn sie blieben.
Wie lebten die Menschen in unseren Breiten damals? Was kennzeichnet diesen von ArchäologInnen als Neolithikum bezeichneten Zeitabschnitt? In jedem Blog dieser Serie soll ein kurzer Überblick über die jeweilige Zeitstufe als Orientierungshilfe dienen. Dabei wird Ihnen sicher auffallen: ArchäologInnen benennen von ihnen definierte „Kulturen“/Gruppen gerne nach Besonderheiten der Keramik oder Fundorten. Im Anschluss an die kurze Einführung werden einige wichtige Wiener Fundorte herausgegriffen und vorgestellt.

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Als Wien noch nicht Wien war

Autorin: Christine Ranseder

Dass die Römer im Wiener Raum eine prominente Rolle spielten, ist bekannt. Doch wer durchzog vor ihnen die abwechslungsreiche Landschaft an der Donau? Wo ließen sich in prähistorischer Zeit  Menschen nieder und wo begruben sie ihre Toten? Welche Gegenstände ihres harten Alltags haben sich im Boden erhalten?
Begleiten Sie mich in einer neuen Blogserie durch die Urgeschichte Wiens – von der ersten Besiedlung in der Jungsteinzeit bis zu der Begegnung der Kelten mit den Römern in der Jüngeren Eisenzeit. Bevor es jedoch zu den wichtigsten Fundstellen geht, lassen Sie mich im ersten Blog hinterfragen, was wir über diesen langen Zeitraum von ca. 5600/5500 bis 15 v. Chr. überhaupt in Erfahrung bringen können.

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