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Alte Bekannte und Neue Freunde

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Offenbar liebt es die Wiener Medienlandschaft persönlich. Sie schätzt den direkten Kontakt, die unmittelbare Ansprache, denn wie sollte es sich sonst wohl zutragen, dass ein Skelett nur wenige Tage nach seiner Entdeckung bereits einen (wenig geistreichen) Spitznahmen hat? Also gut, es soll uns keiner nachsagen, dass wir unseren Funden nicht innig verbunden sind, nur keine falsche Distanziertheit und schön der Reihe nach.

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Versteckte Information im Liniengewirr

Autorin: Susanne Uhlirz

Wie an dieser Stelle schon des Öfteren erwähnt: Nach der Grabung geht es erst richtig los – das betrifft nicht nur die Aufarbeitung der Funde, sondern auch die der Messdaten. Also die Pläne, die während der Grabung mit Hilfe des Reflektors und des schnellen Tachymeters (=Schnellmesser) direkt auf dem Laptop entstehen. Diese Rohdaten sind bestenfalls für die beteiligten Archäologen lesbar. Würden die Daten in diesem Rohzustand belassen – die nachfolgenden Wissenschaftsgenerationen hätten wenig Freude damit und auch keinen Informationsgewinn.

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Vergleiche, wer sich ewig bindet

Autorin: Christine Ranseder

Parallel zum emsigen Zeichnen und Beschreiben der Funde findet die Interpretation der auf der Ausgrabung dokumentierten Befunde statt. Dies kann durch FundbearbeiterInnen selbst erfolgen, wird in der Praxis jedoch oft von ArchäologInnen übernommen, die sich mehr zu Mauern und Bodenverfärbungen hingezogen fühlen oder schlichtweg GrabungsleiterInnen waren. Archäologie ist eben Teamarbeit.

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150 Brauntöne und ein Profilkamm

Autorin: Christine Ranseder

Aussagekräftige Funde werden in Bild und Wort dokumentiert, um möglichst viele Informationen für die Auswertung zur Verfügung zu haben. Dabei ergänzen sich Zeichnung, Foto und Beschreibung. Sie sind die Basisdaten für die Erforschung der materiellen Kultur der Vergangenheit.

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Neues aus der Archäologie-Werkstatt: Eine römische Flasche

Wie das Vorbild aus Glas ausgesehen hat, zeigt eine 1978/79 bei Ausgrabungen im Botanischen Garten geborgene Flasche.

Die zylindrische Flasche aus Ton, deren Henkel abgebrochen ist, wurde am Rennweg 52 gefunden. Sie ahmt in ihrer Form Glasgefäße nach, die vom Ende des 2./Anfang des 3. Jahrhunderts bis ins frühe 5. Jahrhundert n. Chr. verwendet wurden. Waagrechte Rillen imitieren die Schliffbänder der Vorbilder aus Glas. Zuvor wurde der Gefäßkörper flächig mit sog. Ratterdekor versehen. Dieser entsteht, indem der Töpfer mit einem federnden Metallplättchen kleine Kerben an dem auf der Töpferscheibe stehenden Gefäß anbringt. Das Ergebnis ist ein leicht irisierender Oberflächeneffekt. Der nach innen hochgewölbte Boden ist für römische Keramik untypisch und wurde ebenfalls von dem Glasvorbild übernommen.

Dürfen es vielleicht ein paar Tonnen Keramik sein?

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Wenn Sie ein aufmerksamer Leser unseres Blogs sind, dann wissen Sie ES bereits. Sollten Sie neu sein, dann weihe ich Sie jetzt in ein großes archäologisches Geheimnis ein: Die Arbeit eines Archäologen endet nicht mit dem Abschluss einer Ausgrabung. So grundlegend diese im wahrsten Sinn des Wortes ist, könnte man etwas überspitzt sogar sagen, dass es nachher erst richtig losgeht. Waschen, beschriften, sortieren und vorbereiten für die weitere Bearbeitung sind Schritte, bei denen wir schon seit Jahren auf die Hilfe freiwilliger Mitarbeiter bauen können. Ohne diese Unterstützung wären viele Projekte nur quälend langsam oder einfach gar nicht zustande gekommen. Jetzt, zu Beginn der warmen Jahreszeit, steigt das Arbeitsaufkommen gewaltig an (und ein paar „Altlasten“ aus dem letzten Herbst stapeln sich auch noch). Ohne um das ungewaschene Artefakt herumzureden: wir würden Hilfe brauchen! Vor allem im Frühling und Sommer wären weitere Hände beim Waschen und Beschriften der „bodenfrischen“ Fundstücke eine große Unterstützung! Können wir Sie also vielleicht für Wiens „schmutzige“ Vergangenheit interessieren? Macht es Ihnen vielleicht Spaß der erste (nun, um ganz ehrlich zu sein: der zweite nach dem Ausgräber) zu sein, der ein archäologisches Fundstück in Händen hält? Wir planen einige Einschulungstermine – kommen Sie doch einfach vorbei und schnuppern Sie in die ehrenamtliche Mitarbeit bei der Initiative Seniorarchäologie hinein!