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Gottes Auge sieht alles, wir aber nicht

Autorin: Heike Krause

Mauern können leider nicht sprechen. Sie geben uns Rätsel auf, die nicht immer einfach zu lösen sind. Die Mauer unter dem Matzleinsdorfer Platz hat sich als ein derartiger Fall entpuppt. Von den Ermittlungen zur Klärung ihrer Funktion und ihres Alters soll hier die Rede sein. Gottes Auge sieht alles, wir aber nicht weiterlesen

Aus der Wundertüte: Greif oder Löwe?

Autorin: Christine Ranseder

Figurale Darstellungen auf Funden aus Wien sind oft kopflos. Das trifft auch auf ein leicht übergewichtiges Wesen auf einem Blattkachelfragment aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu. Immerhin kann sich das Fabeltierchen an schmucken Flügeln erfreuen. Ist es ein mutierter Löwe oder gar ein Greif?

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Archäologische Verhörtechniken die „Erste“, oder: Wenn Mauern nicht sprechen wollen …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Wie bringt man eine Mauer zum Sprechen? Steine sind zwar recht persistent, aber zumindest in einer direkten Konfrontation (stellen Sie sich das bitte nicht zu gewalttätig vor!) nicht besonders eloquent. Besser ist es da schon, wenn man Mauersteine im Zusammenhang betrachtet, sie sozusagen als Kollektiv, mehr oder weniger durch Lehm oder Mörtel gebunden, sieht.

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Gaben an die Wöchnerin

Autorin: Christine Ranseder

Manchmal kommen bei Ausgrabungen auch Funde ans Licht, die unmittelbar an wichtige Ereignisse im Lebenszyklus des Menschen erinnern. Bruchstücke einer Wöchnerinnenschüssel, die in der Kundmanngasse 21 (Wien 3) zu Tage kamen, zählen zu diesen Gegenständen mit besonderer Bedeutung.

Ein Kind zur Welt zu bringen ist eine risikoreiche Höchstleistung, die in der Vergangenheit oft tödlich endete. Für die Mutter galt es, nach der Geburt auch das Wochenbett zu überleben und wieder zu Kräften zu kommen. Während dieser Schonfrist sollte sie das Bett hüten und erhielt zur Stärkung nahrhafte Suppen. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Mahlzeiten gerne in einer Henkelschüssel, deren Deckel als Teller verwendet werden konnte, gereicht. Diese praktischen Gefäße waren meist ein Geschenk der künftigen Taufpaten des Neugeborenen.

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„In mörderischem Kampfe gefallen …“ – der Tod am Schlachtfeld.

Autorin: Sigrid Czeika

Nein, es geht hier nicht um Soldaten, die für Ehre, Ruhm und Vaterland ihr Leben auf dem Schlachtfeld ließen. Es handelt sich um Kreaturen, für die jene Begriffe keine Bedeutung haben. Pferde leisteten Kriegsdienst als 1809 die Heere von Frankreich und Österreich bei den heute zu Wien gehörenden Orten Aspern und Essling zum Kampf aufmarschierten.

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Eine zivile Siedlung namens VINDOBONA – Folge 3

Autorinnen: Ingrid Mader und Michaela Müller

Dem Rennweg im 3. Bezirk entsprach – wie in vorhergehenden Blogbeiträgen ausgeführt – schon in der Römerzeit eine wichtige Ost-West führende Straße. Sie fungierte auch als Umfahrungsstraße, die südlich des Legionslagers (z. B. am Michaelerplatz) vorbeilief und weiter nach Osten in Richtung Provinzhauptstadt Carnuntum führte. Entlang dieser Straße wurden sicherlich zahlreiche Geschäfte getätigt!

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Funde aus dem Gusshaus

Autorin: Ingrid Mader

Vor einigen Wochen wurde hier ein kleines, aber feines Büchlein zum Thema „Das Gusshaus auf der Wieden“ vorgestellt. Wie der geneigte Leser erfahren konnte, behauste das Grundstück (heute: 4, Gusshausstraße 25) über die Jahrhunderte ein Gusshaus (Grundsteinlegung 1763), die k. k. Kunsterzgießerei (eingerichtet 1861), das Atelier und Wohnhaus von Hans Makart (nach Wien berufen 1869), einen Teil des Elektrotechnischen Instituts (ab 1900 und 1929) und den Bauhof der Technischen Universität. Die verbliebene Bausubstanz wird gegenwärtig in einen Neubau für Mikro- und Nanostrukturen integriert. Nachdem die unterschiedlichen Nutzungen auch unterschiedliche Räumlichkeiten benötigten, wurde immer wieder umgebaut und adaptiert. Das hat sich natürlich nicht nur in den Befunden niedergeschlagen sondern auch in den Funden.
Also, sei an dieser Stelle ein kurzer Überblick über einige Fundgattungen gegeben.

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