Datum: 16.01.2017 | Autor: Sylvia Sakl-Oberthaler

„Lampen aus Vindobona“ in unserer Rubrik „Funde online“ befasst sich mit römischen Öllampen und Beleuchtungsgerät, gefunden auf dem Stadtgebiet von Wien und somit aus allen Bereichen der römischen Siedlung stammend. Derzeit entsteht hier ein Katalog der Lampenfunde seit Beginn der Vindobona Forschung vor etwa 100 Jahren.

Bereits im Jahr 1935 nahm Dóra Iványi im Rahmen ihrer Dissertation „Die pannonischen Lampen. Eine typologisch-chronologische Übersicht“ neben den Beständen vieler anderer österreichischer Sammlungen auch zahlreiche Stücke aus dem Römischen Museum der Stadt Wien auf. Alfred Neumann legte 1967 erstmals alle damals bekannten Öllampenfunde aus Vindobona, die sich im Besitz des Historischen Museums der Stadt Wien befanden, in monografischer Form als Band 22 der Reihe „Der Römische Limes in Österreich“ vor. Darauf folgte im Jahr 1978 nochmals eine kurze Zusammenfassung von Dénes Gabler im Katalog zur Ausstellung des Historischen Museums „Vindobona – Die Römer im Wiener Raum“. In den folgenden Jahren wurden Lampenfunde mehrmals im Zusammenhang mit einigen neueren Grabungsaufarbeitungen publiziert.

Die hier im Aufbau befindliche Publikation soll die Altfunde auf zeitgemäße Art neu präsentieren, den in den letzten Jahren deutlich angewachsenen aktuellen Lampenbestand illustrieren und durch die online-Präsentation leichter zugänglich machen. Diese Form der Publikation macht es zudem möglich, den Katalogteil laufend zu erweitern, sobald neues Fundmaterial hinzukommt. Als erster großer Abschnitt werden hier zunächst die Öllampen bis zum Jahr 2015 vorgelegt.

Die Anzahl der bisher aufgenommenen Lampen beläuft sich auf etwa 800 Stück. Die geringe Stückzahl lässt sich durch die beinahe komplette Überbauung der römischen Siedlung und die daraus resultierende lückenhafte Freilegung der römischen Siedlung, vor allem der römischen Gräberfelder von Vindobona erklären. Dagegen beeindruckt die Formenvielfalt der Funde. Neben den massenhaft vertetenen Firmalampen und der ebenfalls umfangreichen Gruppe der Bildlampen mit eckiger Volutenschnauze gehören zahlreiche Varianten mehrflammiger Lampen, Tiegellampen, achtförmige Lampen, und nicht wenige Einzelstücke unterschiedlichster Formen zum Repertoire. Aus spätrömischer Zeit kommen noch für diese Zeit typische Formen wie Rundlampen und nordafrikanische Lampentypen hinzu.  Mehrere Bronzelampen sowe einige wenige Beleuchtungsgeräte wie Kerzenleuchter oder Laternen vervollständigen das Spektrum. Durch das Vorhandensein von Lampemodeln aus verschiedenen Fundorten besteht außerdem der Nachweis für lokale Lampenproduktionen in mehreren Bereichen der römischen Siedlung.

Als Ergänzung zum Katalog werden alle Firmenstempel, alle sonstigen Herstellermarken und die bislang bekannten Bildmotive zusammengestellt. Dazu kommt ein Überblick über die Lampenfunde,  nach Fundstellen geordnet.

Ergänzende Artikel zur Auswertung des Bestandes sind geplant.