Statussehnsucht?

Autorin: Christine Ranseder

Das kleine Fundmaterial aus der Währinger Straße 25A verleitet mich zwar nicht zum begeisterten Gluckern, es ist aber eine nette Abwechslung und willkommenes Augenfutter. Die Keramikbruchstücke zeigen ein erfreulich vielfältiges Spektrum, das über die zumeist dominierende Kategorie „Topf“ hinausgeht. Offensichtlich wurde hier auch zu Bruch gegangenes Tischgeschirr entsorgt, von dem sich die einstigen Benutzer unter anderem visuelle Stimuli erwartet hatten. Neben Malhornware und Fragmenten mit Träufeldekor fand sich sogar eine Scherbe von Steinzeug nach „Westerwälder Art“, das in Fundmaterial aus Wien relativ selten aufscheint. Aber wie bereits von meiner Kollegin Ingeborg Gaisbauer angekündigt, soll es zunächst um die Keramik mit blauer Bemalung gehen.

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Von Schönheiten und Kochtöpfen

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Schönheit soll ja generell im Auge des Betrachters liegen. Ganz deutlich wird das auch dann, wenn man sich mit Archäologen unterhält, die auf die Bearbeitung von keramischem Fundmaterial spezialisiert sind. Da kann es schon vorkommen, dass auf den ersten Blick Unattraktives aus gebranntem Ton in den höchsten Tönen gepriesen und mit überschwänglicher Zuwendung bedacht wird. Oft genug ist dieses Übermaß an Interesse leicht kommunizierbar, vor allem dann, wenn das betreffende Stück etwas besser erhalten ist als üblicherweise. Die Begeisterung über Daumennagel große Scherben hält sich auch bei Archäologen gelegentlich in Grenzen. Dass „etwas mehr“ an Scherben durchaus erfreulich sein kann, zeigte sich sehr schön, bei einigen kleinen aber feinen Fundposten aus der Währingerstraße 25a, die bei einer kleinen Ausgrabung  gefunden wurden.

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Neues aus der Archäologie-Werkstatt: Eine Godenschale

Eine „Godenschale“ aus dem 18. Jahrhundert, gefunden in der Rasumofskygasse 3.  Der Name hat damit zu tun, dass der Gode (Taufpate) die Schale seinem Patenkind oder der Mutter schenkte. Typisch sind die kleinen Griffe, die oft floral oder in Gestalt kleiner Putten geformt sind. Hier hat man sich für eine dezente Masche entschieden.