Aus der Wundertüte: Ein Fragment einer Ofenkachel

Autorin: Christine Ranseder

Es mag sexistisch und politisch nicht korrekt sein: Der erste Blick auf ein Kachelfragment, das am St.-Bartholomäus-Platz (Wien 17) gefunden wurde, wandert auf den Busen der dargestellten Figur. Der – möglicherweise mit seinen Gedanken anderweitig weilende – Töpfer betonte diesen durch eine plastische Verzierung, die an in Rüschen gelegte Bänder erinnert. Oder soll es sich um das durch Einschnitte im Stoff des Oberteils gezogene Hemd handeln? Welches modische Detail dem Handwerker auch vorschwebte, das Bruchstück einer Blattkachel zeigt unzweifelhaft den Oberkörper einer Frau. Diese banale Feststellung ist im Zusammenhang mit der Datierung des Fragments nicht so abwegig. Tiefe rechteckige Ausschnitte und reich gefältelte Hemden waren in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts typisch für die Kleidung beider Geschlechter.

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Hafteln – ein Dauerbrenner

Autorin: Christine Ranseder

Heute sind die unscheinbaren Hafteln vor allem als Verschlüsse von Büstenhaltern unverzichtbar. Die kleinen aus Draht gebogenen Häkchen und Ösen haben jedoch eine viel längere Geschichte als man vermuten würde. Sie unterstützen schon seit einigen Jahrhunderten den guten Sitz der Kleidung. Sein Aussehen hat das Haftel dabei  nicht verändert, nur gleichförmiger ist es durch die Industrieproduktion geworden.

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Was von den Nestelhülsen übrig blieb …

Autorin: Christine Ranseder

Bei der Durchsicht der Beigaben aus den am St.-Bartholomäus-Platz in Hernals freigelegten Gräbern stieß ich auf einige Nestelhülsen. Sie sind die Reste von einfachen Verschlüssen. Mit diesen schmalen zugespitzten Röhrchen aus Blech wurden ab dem 12. Jahrhundert die Enden von textilen Schnüren oder dünnen Lederriemen verstärkt. So konnten diese leichter durch Ösen gefädelt werden. Die metallenen Spitzen der Nesteln waren jedoch nicht nur funktional, sie spielten auch eine Rolle als dezenter Schmuck.

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