Autorin: Christine Ranseder

Der letzte Teil der Serie zur Urgeschichte in Wien ist der Latènezeit (Jüngere Eisenzeit, 500/400 bis 15 v. Chr.) gewidmet. In der der Zeit der Kelten, kam es – ausgehend vom Rheinland (Gebiet von Hunsrück und Eifel) – zu Neuerungen. Die kleine, elitäre Herrscherschicht der älteren Eisenzeit wurde von der breiteren Schicht eines Kriegeradels abgelöst. Die neuen Herren vertieften ihrerseits die Kontakte mit den mediterranen Kulturen. Wanderungen der Kelten in die Mittelmeergebiete brachten neues Gedankengut, Handelsgüter und neue Technologien in den mitteleuropäischen Raum. Dazu gehörten die schnelldrehende Töpferscheibe, die Münzprägung und die Verwendung des Eisens für landwirtschaftliche Geräte. Keltische Handwerker, unter denen vor allem Feinschmiede sehr geschätzt wurden, schufen einen neuen Kunststil, der sich durch stark abstrahierte Menschen- und Tierdarstellungen sowie durch Zirkelornamentik auszeichnet.



Wie die Zeit vergeht! Neben der inzwischen doch recht herbstlich gewordenen Witterung lässt sich diese Tatsache auch gut an unserer Ausgrabungsfläche in der Kundmanngasse 21 im 3. Bezirk ablesen. Die letzte Ecke der archäologischen Verdachtsfläche ist gerade freigelegt worden und wies – wie es auch schon aus den bekannten Plänen überliefert ist – Störungen durch Kellereinbauten aus der Gründerzeit auf.