Im Stadtbild: Reste vergangener Wehrhaftigkeit

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Mauer des römischen Legionslagers zu betrachten, ist uns in Wien leider nicht vergönnt. Selbstverständlich weiß jeder Römer-faszinierte Wiener, dass sich die Umrisse des ehemaligen Lagers ganz einfach bei einem netten kleinen Frühlingsspaziergang abgehen lassen, aber es bleibt ein klares „hier war es einmal“-Spiel. Selbst dort, wo die Tuchlauben auf den Graben trifft, lassen sich die Ausmaße der porta decumana nur noch erahnen, wenn man weiß, wie man sich das ganze vorzustellen hat. Mittelschlechte Karten also, für die Sichtbarkeit der Befestigung im Stadtbild?

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Die römische Befestigung lässt grüßen

Autorin: Constance Litschauer

© Stadtarchäologie Wien - Constance Litschauer

Des Einen Leid ist zumindest manchmal des Archäologen Glück! Ganz aktuell bot ein Gasgebrechen an der Ecke Naglergasse/Tuchlauben im 1. Bezirk eine der seltenen Möglichkeiten einen Blick auf die Reste der porta decumana des rund 1900 Jahre alten Legionslagers von Vindobona zu werfen.

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auro loquente omnis oratio inanis est – wenn Gold redet, dann schweigt die Welt

Autorin: Constance Litschauer

Mit den römerzeitlichen Fundmünzen geht es in diesem Beitrag um eine im Verhältnis zur Keramik oder zu den Tierknochen weniger häufig anzutreffende, dafür aber mitunter sehr aussagekräftige Fundgattung. Besonders, da sich ArchäologInnen dank des in Form von kaiserlichen Titeln und Ämtern in der Münzlegende oft angegebenen Prägedatums eine Hilfe bei der Datierung der aufgedeckten Einbauten erwarten! Wie also sah das typisch wienerische Münzspektrum in römischer Zeit aus?

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Vom „großen Graben“ zur Begegnungszone: die Rotenturmstraße

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nach dem Stephansplatz ist es jetzt für die Rotenturmstraße und ihr allernächstes Umfeld soweit. Die gesamte Oberfläche wird erneuert, eine Begegnungszone eingerichtet und im Vorfeld natürlich einige Arbeiten im Untergrund, Leitungen aller Art betreffend, durchgeführt. Und genauso wie am Stephansplatz wird es auch hier eine archäologische Begleitung der einzelnen Schritte geben. Immerhin ist dieser heutige Straßenzug mit einer fast ebenso abwechslungsreichen Geschichte gesegnet wie der Platz um St. Stephan. Grund genug, sich in dem einen oder anderen Blogbeitrag mit eben dieser Geschichte etwas genauer auseinanderzusetzen und die neuen Ergebnisse vorzustellen.

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Des einen Wohlgeruch …

Autorin: Christine Ranseder

… ist des anderen Kopfweh. In der Vorweihnachtszeit können das vermutlich Leidgeprüfte bestätigen, die allergisch auf Duftlampen reagieren. Mir genügen fünf Minuten in der Nähe eines solchen Dinges und ich habe einen Brummschädel. An Weihrauchschwaden, die durch Kirchen wabern, möchte ich gar nicht denken. Im Kult spielte das Räuchern natürlich schon immer eine wichtige Rolle. Im Wiener Raum stammen die ersten Belege für das Verbrennen wohlriechender Substanzen aus der Römerzeit.

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Eine zivile Siedlung namens VINDOBONA – Folge 3

Autorinnen: Ingrid Mader und Michaela Müller

Dem Rennweg im 3. Bezirk entsprach – wie in vorhergehenden Blogbeiträgen ausgeführt – schon in der Römerzeit eine wichtige Ost-West führende Straße. Sie fungierte auch als Umfahrungsstraße, die südlich des Legionslagers (z. B. am Michaelerplatz) vorbeilief und weiter nach Osten in Richtung Provinzhauptstadt Carnuntum führte. Entlang dieser Straße wurden sicherlich zahlreiche Geschäfte getätigt!

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Eine zivile Siedlung namens VINDOBONA – Folge 2

Autorinnen: Ingrid Mader und Michaela Müller

Siedlungsreste aus der Spätlaténezeit sind also relativ zahlreich im nördlichen, Donau nahen Gebiet, gut belegt. Eindeutige archäologische Quellen zur römischen Besiedlung im 1. Jahrhundert nach Chr. sind hingegen eher selten.
Unter dem Rennweg (z. B. an der Adresse Rennweg 31–33) entdeckte man schon Ende des 19. Jahrhunderts massive und bis zu 100 m lange Schotterungen (mit Steinen, Ziegelstücken und Mörtel). Dem heutigen Rennweg entspricht daher ein Straßenverlauf, der in der Römerzeit wohl von Anfang an vorhanden war und als Limesstraße anzusehen ist. Als Limesstraße bezeichnen wir eine Hauptverkehrsachse, welche die Kastelle entlang der Grenze des römischen Wirtschaftsraumes verband. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts werden entlang dieser Straßenachse die römischen Funde zahlreicher, sodass man von einer räumlich noch kleinen Ansiedlung ab dem späten 1. Jahrhundert nach Chr. ausgehen kann.

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Eine zivile Siedlung namens VINDOBONA – Folge 1

Autorinnen: Ingrid Mader und Michaela Müller

Das Wiener Stadtgebiet ist durch eine mehrstufige Terrassenlandschaft gegliedert, die in der Eiszeit entstanden ist. Von der plateauartigen Erhebung im 1. Bezirk war schon in einem früheren Beitrag im Zusammenhang mit der Entstehung des Legionslagers zu lesen. Die naturräumlichen Gegebenheiten hatten selbstverständlich für die Entwicklung der Siedlungen unterschiedlicher Zeitstufen von der Jungsteinzeit über die Bronzezeit bis in die Eisenzeit (letztere beginnt etwa 800 v. Chr., Hallstattkultur, La Tène-Kultur) und Römerzeit Wichtigkeit. Die Stadtterrasse setzt sich östlich des Wienflusses fort und dort (heute: 3. Bezirk) entstand nördlich und südlich entlang des Rennweges eine zivile römische Siedlung.

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Das römische Legionslager – Teil 4: Quid sit futurum cras, fuge quaerere – Was morgen sein wird, meide zu fragen: auch die römische Herrschaft endete einmal in Vindobona

Autorin: Constance Litschauer

Der Showdown beginnt und es bleibt spannend! Die auf das Auslaufen der römischen Expansionspolitik und die Reformen des Septimius Severus folgende Epoche der Soldatenkaiser entspricht in unseren Breiten nicht nur politischen Entwicklungen, die in die Spätantike führten, sondern ebenfalls Veränderungen durch Naturkatastrophen. Aber auch das ab dem 4. Jh. n. Chr. nahende Ende der römischen Okkupation hat bis zuletzt Spuren am Wiener Legionslager hinterlassen.

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