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Spuren der jüngsten Vergangenheit im Anton-Baumann-Park

Autorin: Christine Ranseder

Er war ein guter Hund bis zuletzt. Seine Stunde schlug im Zweiten Weltkrieg, als Bomben auf Häuser in der Nähe des Anton-Baumann-Parks fielen.
In dem kleinen Park steht noch heute ein Wasserturm der ehemaligen Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung. Im Oktober 2019 begab sich die Stadtarchäologie Wien auf die Suche nach dem zugehörigen Wasserbehälter, der 1839 kaum errichtet auch schon den Blicken durch eine Erdaufschüttung entzogen worden war. Der Nachweis gelang und als Zugabe wurde ein mit dem Schutt während des Krieges zerstörter Häuser verfüllter Luftschutzdeckungsgraben angeschnitten. Archäologie macht auch Zeitgeschichte greifbar.

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Von römischen Säulenhallen und mittelalterlichen Lauben

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Tuchlauben ist – ohne Zweifel – ein alter Straßenzug, zwar nicht römisch, wie es etwas betagte Theorien zur Geschichte Wiens gerne behaupten, aber immerhin mittelalterlich – und als Verbindung zwischen dem Hohen Markt und dem Graben höchst prominent gelegen. In den nächsten Wochen bieten sich der Stadtarchäologie Einblicke in diesen geschichtsträchtigen Boden, und aus gegebenem Anlass bringen wir, zur Einstimmung sozusagen, einen kleinen Überblick über die Entstehung der Tuchlauben.

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Des einen Freud, des andern Leid – mittelalterliche Keramik vom Frankhplatz

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nach Unmengen barocker Schönheiten darf ich mich jetzt doch endlich durchs Spätmittelalter wühlen: Was gibt es Schöneres für eine gelernte Mittelalterarchäologin als zylindrische Töpfe, elegant graue Oberflächen, etwas Graphitmagerung und ab und an ein wenig Glasur?

Aber persönliche Präferenzen einmal beiseite, es stand zu hoffen, dass sich am Frankhplatz das Spätmittelalter zeigen würde, immerhin wurden im Vorfeld schon Gruben mit Material aus dem 15. Jahrhundert angeschnitten, die mehr oder weniger der mittelalterlichen Vorstadt, ihrem Umfeld und ihrer Abfallentsorgung zuzurechnen waren.

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Textilerzeugung in einer endneolithischen Siedlung

Autorin: Christine Ranseder

Selbstversorger zu sein, bedeutete in der Urgeschichte weit mehr als Nahrungsmittelproduktion und -lagerung. In den Siedlungen wurden auch viele Dinge lokal hergestellt. Dazu zählten Gegenstände aus Ton oder Holz und natürlich Textilien. Da sich organisches Material im Boden jedoch nicht gut erhält, kann auf so manche Erzeugnisse fleißiger Hände nur noch indirekt geschlossen werden. Im archäologischen Fundgut finden sich Hinweise auf die Herstellung von Geweben recht häufig in Form von tönernen Spinnwirteln und Webgewichten. 2019 kamen im Zuge der Ausgrabung einer Siedlung des Endneolithikums am Fuß des Laaer Berges im unteren Liesingbachtal in einer Grube gleich neun Webgewichten zu Tage. Grund genug, einen Blick auf das Textilhandwerk in der Zeit um 2400 v. Chr. zu werfen.

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Es steht in den Sternen …

Autorinnen: Christine Ranseder, Ingeborg Gaisbauer

Was wäre Weihnachten ohne einen Stern! Archäologische Funde sind ja nur selten mit Sternchen verziert. Aber mit ein bisschen Fantasie und unter Aufbietung aller Kräfte im Homeoffice wurden wir unter den Fotos von Dingen, die in den letzten Jahren so über unsere Schreibtische wanderten, fündig.

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Sprechen wir über Schönheit!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Dass Selbige ganz im Auge des Betrachters liegt, ist eine alte, aber nach wie vor gültige Wahrheit. Wir erlauben uns also wieder einmal, einen Blick auf unseren „ungeschminkten“ Arbeitstisch zu werfen und die innere Schönheit, die sich dort findet, ins Rampenlicht zu rücken.

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Von Hirsch und Mensch

Autorin: Christine Ranseder

… und ein Blümlein gibt es als Draufgabe. Erfreulicherweise vergrößert sich die Zahl der Wiener Nachweise von Keramik mit Malhorndekor dank der jüngsten Ausgrabungen. Darstellungen von Mensch und Tier bleiben dennoch eine Seltenheit. Daher sind Bruchstücke von Tellern mit figurativem Dekor aus dem Fundmaterial der – im Zuge des Ausbaus der Fernkälte stattfindenden – Künettengrabung Dominikanerbastei besondere Gustostückerl. Nicht zuletzt erzählen sie eine Geschichte von Sein und Schein.

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Fernöstliche Idylle auf einer Untertasse

Autorin: Christine Ranseder

Die Sehnsucht nach ein bisschen Exotik im tristen Alltag ist kein modernes Phänomen. Neue Entdeckungen zogen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert immer wieder begeistert angenommene Moden – von der Turkomanie bis zur Ägyptomanie – nach sich, die ihren Niederschlag auch im Geschirr fanden. Ein Beispiel für Chinoiserie kam unlängst im Keller des Hauses Friedrich-Schmidt-Platz 4 zu Tage. Doch was verrät uns der Fund noch?

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Die Farben der Saison!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Wir kennen es alle: Nicht mehr ganz Sommer aber auch noch nicht Herbst, warme sonnige Tage und kühle Nächte, bringen uns unaufhaltsam eine Wandlung im Spiel der Farben. Spiegelt sich so viel poetischer Jahreszeitenwechsel auch im Fundmaterial wieder? Lassen Sie sich überraschen!

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