U-Bahn-Archäologie Linienkreuz U2/U5

Die Stadtarchäologie Wien hat langjährige Erfahrung und Expertise in der archäologischen Dokumentation und der historischen Erforschung der Stadt von den Siedlungsanfängen bis in die jüngste Vergangenheit. Sie führt Ausgrabungen im gesamten Stadtgebiet durch. Besondere Gelegenheiten dazu bieten sich im Zuge von infrastrukturellen Großprojekten, wie gerade jetzt bei der Erweiterung des U-Bahn-Netzes. Die Stadtarchäologie Wien, seit 2008 Teil des Wien Museums, ist als Generalunternehmerin der Wiener Linien für die archäologische Betreuung des Projektes Linienkreuz U2/U5 verantwortlich.

Wie bei jeder Grabung und jedem neuen Bauvorhaben in der Stadt wächst auch hier wieder die Spannung. Welche neuen Puzzlesteine aus der Vergangenheit werden bei der U-Bahn-Erweiterung wohl zutage treten?

Wie arbeiten die ArchäologInnen?

Die Vorarbeiten beginnen frühzeitig, schon vor dem Baubeginn. Umfangreiche Recherchen zur Funderwartung dienen dazu, den Zeitaufwand für die archäologische Untersuchung besser einschätzen zu können. Dafür werden Schriftquellen, Publikationen, historische Pläne und Ansichten sowie geologische Bohrprofile ausgewertet. Trotz guter Vorauserhebung kann es immer Überraschungen geben!

Den Erfolg der Grabungen stellt ein multidisziplinäres Team an WissenschaftlerInnen sicher. Erfahrene ArchäologInnen und HistorikerInnen führen die Dokumentation und Auswertung der entdeckten Überreste durch und stellen die dadurch gewonnenen Erkenntnisse in einen größeren stadtgeschichtlichen Zusammenhang. Die geborgenen Funde werden gereinigt und restauriert und gelangen schließlich in die Sammlung des Wien Museum und werden somit der Forschung dauerhaft zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit werden der Öffentlichkeit nicht nur über die Presse oder über unsere Website, sondern vor allem auch in unseren wissenschaftlichen Publikationen präsentiert.

Archäologische Maßnahmen

Überall dort, wo Schächte für Stationszugänge und Notausstiege angelegt werden, sind flächige Ausgrabungen geplant. Außerdem finden im gesamten Baustellenverlauf Hausertüchtigungen statt. In Kellern von denkmalgeschützten und anderen stadtgeschichtlich relevanten Häusern werden die statischen Sicherungsmaßnahmen archäologisch begleitet. Die jeweils aktuellen Informationen finden Sie hier.

Trasse

Das Projekt Linienkreuz U2/U5 umfasst in der 1. Baustufe die Verlängerung der Linie U2 (Wien 1, Schottentor bis Wien 10, Matzleinsdorfer Platz) sowie den Neubau der Linie U5 (Wien 8, Rathaus bis Wien 9, Frankhplatz). Es sind rund 25 Grabungsflächen im Bereich der geplanten Stationen und Notausstiege vorgesehen. Entlang der Strecke vom Frankhplatz bis zum Matzleinsdorfer Platz werden zusätzlich an die 100 Haussicherungsmaßnahmen archäologisch betreut.
Archäologische Prognosen und historische Recherchen zu den relevanten Flächen im Umfeld der Trasse sind über einen interaktiven Stadtplan abrufbar. Bei den einzelnen Stationen erfahren Sie mehr über Geschichte und Archäologie der Grabungen im Bereich der U-Bahn-Baustellen.

Partner

Die archäologischen Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den Wiener Linien, den ausführenden Baufirmen und dem Bundesdenkmalamt.

Vor Ort sind drei archäologische Grabungsfirmen im Einsatz:
archnet Bau- und Bodendenkmalpflege GmbH
Ardig Archäologischer Dienst GesmbH
Novetus GmbH

3D-Visualisierung:
Crazy Eye

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