Von der porta decumana zum Peilertor

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Auf zwei „Spuren“ brachte es die Straße, die durch die porta decumana führte. Das mittelalterliche Peilertor, das an derselben Stelle und vermutlich gestützt auf Reste des römischen Tores gebaut wurde, war hingegen nur einspurig. Auch sonst hat sich in dieser Ecke der Stadt zwischen Ausgang der Tuchlauben auf den Graben, Bognergasse und Naglergasse vom 2. bis ins 21. Jahrhundert sichtlich so einiges verändert …

Es ist ein kurzer Spaziergang von jener Stelle, wo einst das Südtor des Legionslagers in die Lagervorstadt führte, bis zum Platz am Hof, egal ob man durch die Bogner- oder die Naglergasse geht. Historisch betrachtet trennen allerdings Welten und nüchterner besehen etliche Jahrhunderte das Legionslager von der babenbergischen Residenz. Nichtsdestotrotz sind die römischen Überreste im Mittelalter noch deutlich präsent und der im babenbergischen Selbstbild angelegte Rückbezug auf das gewaltige Römische Reich ebenso.

Steinmaterial der porta decumana im Graben des Legionslagers. (Foto: Stadtarchäologie Wien)

In diesem Spannungsfeld wird sich die neue Führung mit der Frage des Peilertors als Nachfolger der porta decumana ebenso auseinandersetzen, wie mit jener nach der Kontinuität oder auch Nicht-Kontinuität in der Nutzung der Legionslager-Befestigung im 12. Jahrhundert. Entlang der Lagermauer in (und unter) der Naglergasse werden die neuen Grabungsergebnisse im Bereich des Haarhofs ebenso diskutiert, wie Hinweise auf Beinschnitzerei in der Bognergasse. Nicht zuletzt möchten wir auch ein höchst repräsentatives Fundstück aus der Naglergasse vorstellen, das seinen Weg aus den „dunklen Jahrhunderten“ zwischen diesen beiden historischen Bezugssystemen zu uns gefunden hat.

Worum es sich dabei handelt? Dieses Geheimnis wird nur im Rahmen der Führung gelüftet!

Schichtbildung im römischen/mittelalterlichen Graben. (Foto: Stadtarchäologie Wien)