Autorin: Christine Ranseder

Neben der Gefäßkeramik für Küche und Tisch wurden in der Hernalser Hauptstraße 59–63 auch Bruchstücke von Ofenkacheln gefunden. Es handelt sich Großteils um die Reste von Blattkacheln.

Die aus der obersten Schicht (Bef.-Nr. 72) der Verfüllung einer Kalkgrube geborgenen Kachelfragmente sind noch groß genug, um ihre Motive mühelos zu erkennen. Etwas schwieriger gestaltet sich dies bei den Funden aus dem Schutt (Bef.-Nr. 76), mit dem Keller 2 verfüllt worden war. Diese zeigen das typische Bild verlagerter Keramik: Die Scherben sind klein und zum Teil stark bestoßen. An einigen Kachelbruchstücken ist anhand der blasigen, rötlich verfärbten Glasur die Einwirkung eines Schadbrandes festzustellen.

Von wie vielen Öfen die Kacheln stammen, lässt sich nicht mehr feststellen. Die geringe Anzahl an Bruchstücken legt nahe, dass es sich nicht um die Reste von mehreren vollständig abgetragenen und entsorgten Kachelöfen handelt, sondern eher um die Bruchstücke von bei Reparaturen entfernten einzelnen Kacheln. Auch über das ursprüngliche Aussehen der vollständigen Kachelöfen, einst Wärmespender in der guten Stube, kann keine Aussage getroffen werden. Wichtige Bestandteile wie Gesimskacheln (die oberen und unteren Abschlüsse der einzelnen Ofenteile) sind mit drei Bruchstücken unterrepräsentiert, Bekrönungskacheln (die Zier am oberen Abschluss des Kachelofens) fehlen gänzlich.

Ton, Glasur und herstellungstechnologische Merkmale

Bei den ausgewählten Kacheln handelt es sich durchwegs um oxidierend gebrannte Irdenware. Der Scherben ist stark gemagert, die Magerungsanteile fein bis mittelfein, die Farbe im Bruch hellbeige. Die Glasur auf den Schauseiten beschränkt sich auf verschiedene Grüntöne im Spektrum von „grünoliv“ bis „dunkelgraugrün“.
Nur wenige Bruchstücke zeigen auf der Rückseite des Blattes einen Gewebeabdruck des Tuches, mit dem das Masseblatt in das Model gepresst worden war.
Dass die Kacheln benutzt, also tatsächlich in Öfen verbaut waren, belegen die sekundären Kohlenstoffanreicherungen an ihren Rückseiten.

Die Zargenformen

Um die Kacheln in einen Ofen einzubauen, wurde dem Tonblatt der Schauseite an der Rückseite ein Rahmen (= Zarge) angesetzt. Bei den vorliegenden Blattkacheln sind die kurzen Zargen durchweg randständig angarniert und der Ansatz gut, teilweise mit zusätzlichem Ton, verstrichen. Alle Zargen ziehen mehr oder weniger stark ein, die Ränder sind nach außen verdickt und unterschiedlich gut abgerundet. Mit diesen typischen Merkmalen entsprechen die Zargen der Ausführung an Kacheln des 16. und 17. Jahrhunderts im österreichisch-süddeutschen Raum.1

Zargen. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Zeichnungen: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Der Dekor

Kachelöfen wärmten nicht nur die Räume eines Hauses, sie boten ab der Frühen Neuzeit auch die Möglichkeit, Bildungsstand, Religionsbekenntnis oder Kaisertreue zur Schau zu stellen. Bildprogramme, als deren Vorlagen zum Teil in ganz Europa zirkulierende Kupferstiche dienten, umfassten neben Serien wie „Die Planeten“, „Die Tugenden“, „Die Jahreszeiten“, „Die Monate“ etc. auch biblische und mythologische Szenenfolgen sowie Porträtgalerien bekannter Persönlichkeiten. Darüber hinaus gab es reichen Blumenschmuck, geometrische Ornamente und natürlich den beliebten Doppeladler.

Obwohl Kachelöfen langlebiger als Gefäßkeramik waren, spiegelt auch ihr Design zeittypische Trends und modische Entwicklungen. Daher kann anhand der auf den Kacheln dargestellten Motive ihre zeitliche Einordnung erfolgen. Diese ist allerdings nicht zwingend mit der Dauer der Nutzung des Kachelofens gleichzusetzen, da diese mitunter beträchtlich länger sein kann.

Bis zu einem gewissen Grad spiegelten Kachelöfen sicher auch lokale Vorlieben und Kaufkraft. So sind z. B. aus Wien bisher überwiegend grün glasierte Kacheln bekannt geworden. Bunt bemalte Kachelfragmente von prächtigen Fayenceöfen2 kamen hingegen bei Ausgrabungen kaum zu Tage.
Die einfachsten Kacheln blieben glatt und gänzlich ohne Verzierung. Sie wurden nur glasiert, im Fall der Belege aus der Hernalser Hauptstraße 59−63 (MV 105249/7, MV 105249/8, MV 105249/9, MV 105249/10) ebenfalls grün.

Kacheln mit Personendarstellungen
Kachelfragment mit Darstellung des hl Georg (links), Bruchstück mit Teil einer Figur (rechts). Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Eine der schönsten Kacheln aus der Hernalser Hauptstraße 59−63 ist das Bruchstück mit der Darstellung des hl. Georg als Drachentöter (MV 105249/3). Georg, Symbolfigur des christlichen Rittertums, gepriesen für Mut und Tapferkeit, sitzt hoch zu Ross. Über seiner partiellen Rüstung trägt er ein antikisierendes Gewand mit in tiefe Falten gelegtem Röckchen und Armlöchern, die mit herabhängenden Lamellen verziert sind. Sein Mantel und die Federn der Helmzier flattern im Wind. Auf seiner Brust prangt ein Kreuz. Die an antike Vorbilder angelehnte Ausstaffierung steht im Gegensatz zu der strengen Darstellung in vollständig sichtbarem Harnisch, wie sie z. B. auf einer Prägemedaille aus dem Jahr 16183 zu sehen ist.
Im 16. und 17. Jahrhundert war Kleidung, die Elemente der Montur römischer Soldaten aufgriff, nicht allein den Göttern, wie z. B. Mars und Merkur4, vorbehalten − auch vermeintliche Helden und Herrscher wurden in ihr abgebildet. Darüber hinaus spielte die Antike eine bedeutende Rolle als Inspirationsquelle der für Theateraufführungen und Reiterspektakel benötigten Kostüme.5
An Letztere erinnert unser hl. Georg, dem die leichtere Montur einen Hauch von Eleganz und Dynamik verleiht, ein wenig. Das gezaddelte Vorder- und Hinterzeug mit Quasten sowie die mit Voluten bestickte Satteldecke seines edlen Rosses verstärken den Eindruck theatralischer Opulenz. Selbst die S-förmig geschwungene Kandare ist verziert. Das Spiel mit der geschwungenen Linie wird auch von der Haltung des steigenden Pferdes aufgenommen und durch wallende Mähne und Schweif akzentuiert.6 Alle Indizien weisen auf eine zeitliche Einordnung des Kachelfragments in das späte 16./17. Jahrhundert. Eine exakte Parallele zu dem Fund stammt aus Budapest.7

Das Kachelbruchstück (MV 105249/4) mit der linken Körperhälfte einer stehenden Figur weist noch die Endbuchstaben [— — —]NES eines Wortes, wahrscheinlich des Namens Johannes, auf. Da die Wiedergabe der Bekleidung auf ein Fellgewand hindeutet, dürfte es sich bei der dargestellten Person um Johannes den Täufer handeln.

Kachel mit architektonischer Umrahmung
Kachelfragmente mit architektonischer Umrahmung. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Ein von zwei Säulen gestützter Rundbogen, der ein Mittelfeld mit der Darstellung einer Einzelfigur oder einer Szene als Zentralmotiv umschließt, ist typisch für Kacheln der Renaissance. Die Zwickel zwischen architektonischer Umrahmung und Kachelrahmen sind mit weiteren Motiven – von Ganzfiguren im Liegesitz über geflügelte Puttenköpfe bis zu elegant geschwungenen Ranken – gefüllt.

Auf den beiden Bruchstücken vermutlich derselben Kachel (MV 105251/8, 39, 40) aus der Hernalser Hauptstraße 59−63 sind nur noch die beiden mit einer stilisierten Blüte verzierten Sockel und die Säulenbasen der architektonischen Umrahmung zu sehen. Dazwischen ruht ein geflügeltes Tier, wahrscheinlich ein Löwe. Er könnte als Hinweis auf die Darstellung des hl. Markus, dessen Attribut er ist, gesehen werden. Damit ließe sich die Kachel einer Evangelisten-Serie zuweisen. Das Mittelfeld wird bereits von einer Schuppenleiste, ein für das 17. Jahrhundert typischer Dekor8, umrahmt, eine Datierung um 1600 liegt also nahe.

Kacheln mit Doppeladler
Kachelfragmente mit Doppeladler. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)
Rekonstruktion der Kachel mit Doppeladler auf Basis der Funde aus Haus Judenplatz 8, Wien 1. (Foto/Zeichnung: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Der Doppeladler ist ein Motiv mit einer langen Tradition. Kaiser Sigmund (1368−1437) erkor den Doppeladler mit Nimbus 1433 zum offiziellen kaiserlichen Wappen. Unter Kaiser Maximilian I. (1459−1519) kamen der österreichisch-burgundische Herzschild und die Krone hinzu. Als Wappen des Kaisers und des Reiches diente der Doppeladler seit der von Kaiser Ferdinand I. (1503−1564) im Jahr 1559 erlassenen Reichsmünzordnung. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde er schließlich auch zum offiziellen Reichswappen.9 Im Lauf der Zeit zeigten die Attribute und Darstellungsweisen des Doppeladlers ein breites Spektrum.

Im Fundmaterial aus der Hernalser Hauptstraße 59−63 liegen Kachelfragmente mit der Darstellung des Doppeladlers nur in der Ausprägung mit seitlichem Rollwerk vor (MV 105251/34, MV 105251/17). Die beiden mit Nimbus versehenen Köpfe sind nach außen gewandt. Auf einem Bruchstück ist die mittig über den Hälsen schwebende Krone10, eine Mitrenkrone, erhalten. Der Kronreif mit den Lilienaufsätzen, für sich genommen eine Königskrone, ist deutlich erkennbar. Über ihm erhebt sich in der Mitte der für Kaiserkronen typische Bügel, flankiert von der Mitra, die für die geistliche Sonderstellung und das Gottesgnadentum des Kaisers steht.11 Die beiden Funde entsprechen den Kacheln der Variante 1 aus Mautern an der Donau, Niederösterreich12, sowie zahlreichen Exemplaren im unpublizierten Fundmaterial aus Haus 8 am Judenplatz, Wien 1, die stilistisch in die Mitte des 17. Jahrhunderts gestellt werden können.13

Kacheln mit Blumen
Kachelfragmente mit floralen Motiven. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Auf der zur Hälfte erhaltenen Kachel (MV 105249/1) wächst aus zwei einander herzförmig zugewandten Wülsten, die Blüten umschließen, ein Stamm. Dieser verzweigt sich symmetrisch zu Ästen, auf denen zwischen gefiederten Blättern unterschiedliche Blumen sitzen. Der Hintergrund ist senkrecht geriffelt. Stilistisch lässt sich die Kachel in das 17. Jahrhundert stellen. Diesem Kachelfragment entspricht ein zweites, wesentlich kleineres Bruchstück (MV 105249/2), das auf ihm verbliebene florale Motiv lässt jedoch eine eindeutige Rekonstruktion der Blütenform nicht mehr zu.

Die florale Verzierung auf dem Fragment MV 105249/1 wirkt auf den ersten Blick rein dekorativ, sie bietet jedoch eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten. Eine weltliche Lesart ist ebenso möglich wie eine christliche Interpretation. Es stellt sich allerdings die Frage, ob die religiösen Konnotationen der Blumen zur Errichtungs-/Nutzungszeit des Kachelofens noch verstanden wurden. Gänzlich unmöglich erscheint dies angesichts der gerade in Hernals mit Nachdruck vorangetriebenen Rekatholisierung im Zuge der Gegenreformation nicht.
Das Motiv gleicht einem Bouquet in einer Vase. Aufgrund des Verlaufs des Bruchs bleibt ungewiss, ob es sich bei der Herzform in der Mitte der Komposition tatsächlich um ein Herz handelt oder ob die beiden verzierten Wülste als Henkel zu einem nicht mehr erhaltenen Vasenkörper gehören. Beide Deutungen sind möglich, Vergleichsbeispiele finden sich einerseits in volkskundlichen Gegenständen andererseits in der Buchkunst. Die Blattstabrahmung des Herzens und die eingeschriebenen kleinen Blüten sowie der aus ihm sprießende Blumenstrauß könnten ein Blühendes Herz/Verlobungsherz darstellen, wie sie von Modeln für Lebkuchen aus dem 17./18. Jahrhundert bekannt sind.14 Die Wiedergabe der beiden ein Herz formenden Wülste ähnelt jedoch auch den Blumen im Maul haltenden Schlangenhenkeln zweier Vasen, die ein Buchcover aus den 1520er Jahren im Bestand des Metropolitan Museums, New York, schmücken.15 Wie dieses Beispiel zeigt, zählten Blumenvasen bereits in der Renaissance zum Repertoire der Ornamentik. Ranken, die unterschiedlich geformte Blüten trugen, waren ebenfalls beliebt. Dementsprechende Ornamentstiche, wie z. B. jener von Bernhard Zan aus dem Jahr 158116, dürften längere Zeit im Umlauf gewesen sein und waren unter Umständen nicht nur eine Inspirationsquelle für Metallarbeiten und Stickereien, sondern auch für Ofenkacheln. Eine Hochblüte als Dekorationselement − sei es auf Tapisserien, Möbeln, Trinkgeschirr aus Edelmetall, Ofenkacheln etc. − erlebten in Vasen stehende Blumensträuße im 17. Jahrhundert. Bei den Blüten handelte es sich zumeist nicht mehr um Fantasiegebilde, sondern um naturalistisch wiedergegebene, botanisch bestimmbare Flora.17 Als Vorlagen dienten Florilegien sowie Kupferstichfolgen mit üppigen Bouquets bestückter Blumenvasen, die in Europa zirkulierten.18 In Vordergrund standen zumeist die Freude am Ornament und – im Einklang mit dem wachsenden Interesse an der Gartenkultur − der Schönheit der Blumen, weniger ein etwaiger Sinngehalt. Auch die Blumen auf dem Hernalser Fund lassen sich zum Teil bestimmen, trotz der − dem Arbeiten mit Ton geschuldeten − Vereinfachung ihrer Gestalt. Eindeutig anhand der gezackten Blütenblätter zu identifizieren sind zwei Nelken. Die Form der herabhängenden Blüte deutet auf eine Tulpe hin. Größeren Interpretationsspielraum bieten die gefüllten Blumen mit gerundeten Blütenblättern. Bei der kleineren der beiden könnte es sich um eine Rose handeln. Die große Pflanze in der Mitte der Komposition ist hingegen von zwei unterschiedlichen Blattformen umgeben, die an eine unbeholfen wiedergegebene Kaiserkrone denken lassen.

Aber welche Inhalte könnten mit diesen Blumen transportiert worden sein? Die Rose spielte in der christlichen Ikonographie eine wichtige Rolle, sie steht nicht zuletzt für die Jungfrau Maria. Im weltlichen Kontext gilt sie als die Blume der Liebe. Eine auf Porträts in der Hand gehaltene Nelke gilt hingegen als ein Symbol für die Ehe bzw. Eheschließung. Im religiösen Kontext steht die Nelke („negelblum“) für die Nägel, mit denen Christus ans Kreuz genagelt wurde.19 Die Blüten beider Pflanzen duften betörend, können also auch auf den Geruchssinn hinweisen. Besonders deutlich wird dies in einer der sechs Tapisserien der Serie „Die Dame und das Einhorn“ (um 1500). Die Dame flicht aus Nelkenblüten, die ihr von einer Dienerin auf einem Teller gereicht werden, einen Kranz, während im Hintergrund ein Affe an einer Rose schnüffelt.20 Aus dem Bildrepertoire von Kachelöfen sei eine Eckkachel aus Sinsheim erwähnt, die nicht nur die Darstellung der Allegorie des Geruchs, sondern auch Blumen in einer Vase zeigt.21 Im Gegensatz dazu mangelt es den Tulpen, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts in Europa begehrt und geschätzt, an einer symbolischen Bedeutung. Auch die Kaiserkrone war in den Gärten des 16. und 17. Jahrhunderts ein Neuzugang. Im Zusammenhang mit der auf dem Hernalser Kachelfragment abgebildeten, den Strauß krönenden Blume ist eine kleine Geschichte interessant. Sie besagt, dass die Kaiserkrone im Paradies einst ihre Blüten aufrecht trug. Doch die Bewunderung ihrer Schönheit machte sie hochmütig und stolz. Dafür wurde die Kaiserkrone von Gott bestraft. Seitdem hängen ihre Blüten herab und sondern dicke Saft-Tränen ab.22 Handelt es sich also bei der Darstellung auf dem Fund gar tatsächlich um eine Kaiserkrone vor ihrem Fall?

Verfolgt man den Vergleich mit den Blühenden Herzen auf Modeln für Lebkuchen weiter, so ließe sich der mit Blüten besetzte Dreisproß auch als Lebensbaum interpretieren. Im volkskundlichen Kontext steht er für die sich fortpflanzende, vom Herzen ausgehende Lebenskraft.23 Auch der ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auf Kacheln auftretende, symmetrisch aufgebaute Blumenstrauß in einer Vase wird in der Literatur gerne als Lebensbaummotiv angesprochen.24 Mit den charakteristischen − östliche und westliche Motive verbindenden − Lebensbäumen, die im 17. und 18. Jahrhundert vor allem auf Bettdecken und -vorhängen zu finden sind, haben die auf Kacheln wiedergegebenen Vasen mit ihren strengen Blumenarrangements jedoch wenig gemeinsam.25 Am nächsten kommt dem Bouquet auf unserer Kachel ein verkleinerter Lebensbaum auf einem Sesselbezug im Bestand des Metropolitan Museums, New York, jedoch fehlt bei diesem eine Vase.26

Archäologische Funde von Kacheln mit einem vergleichbaren, aber nicht identen Motiv stammen aus Mautern an der Donau27 und Passau28. Ähnlich geformte Blüten zieren eine Tapetenkachel aus dem 17. Jahrhundert im Bestand des Museums in Breisach.29 Blumenvasen, die als Lebensbaummotiv angesprochen werden, sind auch aus dem Bestand der Strobl-Werkstatt in Salzburg belegt. Auf einer dieser in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts datierten Kacheln wird das zentrale Motiv von Nelken, die aus Herzen wachsen, flankiert.30

Kacheln mit Mittelraute und pflanzlichem Dekor
Fragmente von sog. Astwerkkacheln. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)
Rekonstruktion einer Astwerkkachel mit den eingesetzten Funden aus der Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos/Zeichnung: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Aus der Schuttschicht Bef.-Nr. 76 liegen drei Bruchstücke von sog. Astwerkkacheln vor (MV 105251/5, MV 105251/22, MV 105251/26). Es handelt sich dabei um Blattkacheln mit Mittelraute, aus deren Rahmen in der Diagonalen gerade Äste mit großen Blättern sprießen. Der Hintergrund des Astwerks ist meist gekörnt, während als Blickfang ein Akanthusmotiv im Zentrum der Raute dient. Die Verbreitung derartiger Ofenkacheln reicht von Bayern entlang der Donau bis nach Ostösterreich. Sie waren vor allem in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, aber auch noch im 17. Jahrhundert beliebt. 31 Die Ausführung der Blätter kann herzförmig mit glattem Rand, wie an den Funden aus der Hernalser Hauptstraße 59–63 zu beobachten, oder gefiedert sein. 32
Aneinandergereiht ergeben Astwerkkacheln dank ihrer profilierten Randleisten ein flächiges Muster mit ausgeprägtem Raster. Im Gegensatz zu den randlosen Tapetenkacheln, deren Rapport aneinandergereiht erst das vollständige, endlose Muster ergibt, 33 wurde die Oberfläche des Ofens also nach geometrischen Prinzipien strukturiert.

Von Kacheln mit zentraler Raute oder Medaillon (Spiegelkachel) dürften auch die beiden kleinen profilierten Randleistenfragmente mit gefiederten Blättern (MV 105251/7, MV 105251/10) stammen. Floraler Dekor dieser Art ist typisch für Kacheln des 16./17. Jahrhunderts und war weit verbreitet. Vergleichbare florale Zwickelornamente stammen z. B. aus Mautern an der Donau34, Wiener Neustadt35 und Salzburg36.

Kacheln mit sog. Waffelmuster
Kachelfragmente mit sog. Waffelmuster. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Ein von Stegen (Bändern) durchzogenes Gitternetz − sog. Waffelmuster bzw. Diamantdekor − zeigen zwei Kachelbruchstücke (MV 105251/4, MV 105251/18). Sie sind ohne Rahmen als Tapetenkacheln ausgeführt. Der Vergleich mit einer in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts datierten Kachel aus Alt-Scharnstein37, Oberösterreich, legt nahe, dass der Dekor ursprünglich aus Rosetten in quadratischen Feldern, die von sechseckigen Feldern mit Waffelmuster umgeben sind, bestand. Vergleichbare, jedoch kleinere Exemplare derartiger Kacheln stammen aus Straubing. 38 In ihrer Arbeit über die Strobl-Werkstatt in Salzburg bezeichnet Christa Svoboda diesen Dekor als Kasettendeckenmuster. 39 Auf eine Datierung in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts weist auch das Bandornament. 40 Das weit verbreitete Waffelmuster selbst ist vereinzelt in Medaillons41 bzw. in Kombination mit Rankenwerk42 jedoch noch bis weit in das 17. Jahrhundert nachgewiesen.

Puttenkopf
Kachelfragmente mit Puttenkopf. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Foto: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Die Ausführung des Puttenkopfes (MV 105251/35) mit breiter Nase und strenger Frisur sowie das über dem Kopf schwebende fächerförmige Ornament entsprechen einem Fund von der Ruine Alt-Scharnstein, Oberösterreich, der in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts datiert wird. 43 In diesem Zusammenhang scheint interessant, dass sich sowohl zwei der einst auf der Hernalser Grabungsfläche stehenden Häuser als auch die Ruine Alt-Scharnstein eine Zeit lang im Besitz der Jörger befanden. Die Kachelfragmente von letzterem Fundort erlaubten die Rekonstruktion einer hochrechteckigen Kachel mit fruchtgekrönter Frauenmaske in einem zentralen Rahmen, darüber schwebendem geflügeltem Puttenkopf und die verbleibende Fläche füllendem Blattwerk. Vergleichbare Blattkacheln fanden sich auch im Hafnerabfall aus Eferding, Ledererstraße 1644 und als Model im Repertoire der Strobl-Werkstatt, Salzburg 45.

Gesimskacheln
Drei Fragmente von Gesimskacheln. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Gesimskacheln dienten der horizontalen Gliederung des Kachelofens und schlossen die einzelnen Teile des Ofenkörpers oben und unten ab. Als Dekor waren im späten 16. und im 17. Jahrhundert variantenreich ausgeführte Friese aus Akanthusblättern beliebt. 46 Das Bruchstück MV 105251/33 zeigt die Spitzen von Akanthusblättern, MV 105251/27 nur noch ein Kreisauge im Zwickel zweier Akanthusblätter. Ein drittes Fragment von einer Gesimskachel, MV 105251/32, weist ebenfalls floralen Dekor auf, in diesen Fall handelt es sich aber um Ranken mit gefiederten Blättern.

Ofeneinschubrahmen
Bruchstück eines Ofeneinschubrahmens. Hernalser Hauptstraße 59−63, Wien 17. (Fotos: Stadtarchäologie Wien/Christine Ranseder)

Durch den Einbau eines Backrohrs konnten Kachelöfen auch zum Warmhalten von Speisen und Wasser verwendet werden. Um eine Backröhre zu erhalten, wurde zunächst ein Topf gedreht, dieser danach vierseitig verformt und zu guter Letzt ein Viertel des Randes entfernt.47 Ein vollständig erhaltener Fund aus Straubing (Bayern)48 zeigt, dass derartige − horizontal in den Ofen eingesetzte − Backröhren sehr hohen Schüsselkacheln ähnelten. Der charakteristische Randfalz diente als Führungsnut für einen eingeschobenen Verschlussdeckel.

Fallweise wurde das eigentliche Backrohr auf andere Art gebildet und nur ein Ofeneinschubrahmen eingesetzt, um es mit einem Deckel verschließen zu können. Beispiele für Ofeneinschubrahmen wie MV 105251/43, erkennbar an der zu einem gerade abgestrichenen Rand geformten unteren Kante, stammen vor allem aus dem süddeutschen und österreichischen Raum, z. B. Eferding49 und Wien50.

Fazit

Die Kachelfragmente mit Dekor aus der Verfüllung einer Kalkgrube (Bef.-Nr. 72) stammen aus dem 17. Jahrhundert, jene aus der Schuttschicht in Keller 2 datieren zweite Hälfte 16./17. Jahrhundert. Beide Befunde befanden sich auf der ehemaligen Bauparzelle 29, auf der später das Haus Hernalser Hauptstraße 63 errichtet wurde.
Der häufige Wechsel der Besitzer dieser Immobilie sowie des benachbarten Hauses Nr. 61 (alte Bauparzelle 28) zog vermutlich auch Umgestaltungen und Sanierungen nach sich. Während dieser könnten auch Kachelöfen ausgebessert und ehemalige Keller zugeschüttet worden sein. Aus den Schriftquellen ist darüber hinaus bekannt, dass die Häuser Nr. 61 und 63 während der Zweiten Türkenbelagerung 1683 verwüstet wurden. Der Zustand des Hauses Nr. 61 wurde bereits 1647 als „abgeödet“ beschrieben. 51 Das zum Zuschütten des Kellers 2 verwendete Material könnte also durchaus zum Teil auch von der Nachbarparzelle stammen. Die Datierungen der in Kalkgrube und Keller 2 angetroffenen jüngsten Gefäßfragmente legen eine Verfüllung dieser baulichen Strukturen im 18. Jahrhundert nahe.

  1. Karl Hohensinner/Alice Kaltenberger, Ein Kachelfund aus Grein. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 156, 2011, S. 129−165, bes. S. 136.
  2. Cäcilia Barani, Stück für Stück – Die Restaurierung eines Kachelofens von Hans Kraut. MAK Blog, 17.08. 2018 (abgerufen am 17.12. 2020).
  3. Hl. Georg, Prägemedaille auf Vincenz Muschinger, Daniel Hailer, 1618, KHM Inv.-Nr. 14.327 bß. In: Adel im Wandel. Politik, Kultur, Konfession 1500−1700, Niederösterreichische Landesausstellung Rosenburg 12. Mai – 28. Oktober 1990. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums, Neue Folge Nr. 251, Wien 1990, S. 522, S. 526 f., Kat.-Nr. 23.22 (Rs).
  4. Siehe z. B. Merkur, Mars und Jupiter aus der Serie der Sieben Planeten von Hans Sebald Beham, Nürnberg 1539 (alle abgerufen am 17.12. 2020).
  5. Vergleiche z. B. einen Kostümentwurf für einen Laute spielenden Soldaten von Daniel Rabel (1578−1637), ca. 1617, V&A Theater and Performance Collection, Museum Number S. 1138−1986 (abgerufen am 17.12. 2020); zur Entwicklung dieser Bekleidungsform siehe Toni Bate, From Morality Play to Court Masque: A Study of Allegorical Performance Costume from Medieval Religious Dramas to Secular Theatre of the Seventeenth Century. In: Journal of Dress History Vol. 1, Issue 1, Spring 2017, S. 18–30, bes. S. 26 (abgerufen am 17.12. 2020).
  6. Ähnlich der Pferdeskulptur aus der Grabung Alte Universität: Thomas Kühtreiber, Ein keramisches bozetto aus der Wiener Alten Universität. Anmerkungen zur Herstellungstechnik sowie zum Einsatz von Ton und Keramik in Kunstwerkstätten der Frühen Neuzeit. In: Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 27/2011, S. 225−231, Abb. 1 und 2, Datierung um 1600.
  7. Juhász Etelka, Cseréplovas töredéke Obudáról (Keramikhusar). In: Budapest Régiségei 32, 1998, S. 353−359, Abb. 10; Sándor Garády, Budapest területén végzett középkori ásatások összefoglaló ismertetései 1939−1941 (Bericht über die mittelalterlichen Ausgrabungen auf dem Gebiet der Hauptstadt Budapest 1939−1941), II. rész. In: Budapest Régiségei 14, 1945, S. 395−441 (S. 445−448), bes. S. 439 (S. 447), Abb. 43.
  8. Alice Kaltenberger, Frühneuzeitlicher Werkstattabfall aus der ehemaligen Hafnerei Melker Straße 5 in Mautern an der Donau. Ergänzungshefte zu den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Institutes Heft 4, Wien 2003, S. 223–302, bes. S. 250, Taf. 24/75, 74a.
  9. Zur Geschichte des Doppeladlers siehe: Karl Hohensinner/Alice Kaltenberger, Ein Kachelfund aus Grein. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 156, 2011, S. 129−165, bes. S. 143 f.
  10. Vergleiche: Die Krone Kaiser Rudolfs II., später Krone des Kaisertums Österreichs (datiert 1602), Sammlung online des Kunsthistorischen Museums Wien, Inv.-Nr. Schatzkammer, WS XIa 1 (abgerufen am 16.12. 2020).
  11. Ronald Salzer, Des Kaisers süße Propaganda. Ein Habsburgerwappenmodel für Festbäckerei aus der Burg Grafendorf in Stockerau, Niederösterreich. In: Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 27/2011, S. 135−144, bes. S. 136, Anm. 12.
  12. Alice Kaltenberger, Frühneuzeitlicher Werkstattabfall aus der ehemaligen Hafnerei Melker Straße 5 in Mautern an der Donau. Ergänzungshefte zu den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Institutes Heft 4, Wien 2003, S. 223–302, bes. S. 248, 288, Taf. 16/56a.
  13. Judenplatz 8, unpubliziert. Zur Datierung siehe die idente Kachel von der Burg Sümeg, Ungarn: Károly Kozák, Kétfejű sasos kályhacsempék Magyarországon. In: Budapest Régiségei 20, 1963, S. 165−197, Abb. 88.
  14. Ernestine Hutter, Alles gemodelt. Holzmodel für Lebkuchen, Marzipan und Tragant aus der Volkskundlichen Sammlung des SMCA. Schriftenreihe zu Kunstgewerbe und Volkskunde Band 10, Salzburg 2002, bes. S. 13, Kat.-Nr. 145, 154, 244, 260, 267, 270.
  15. Janet S. Byrne, Renaissance Ornament Prints and Drawings, New York 1981, S. 29, Kat.-Nr. 9 (The Metropolitan Museum, New York, Rogers Fund, 1922, 22.73.2) (abgerufen am 05.03. 2021).
  16. Janet S. Byrne, Renaissance Ornament Prints and Drawings, New York 1981, S. 52, Kat.-Nr. 48 (The Metropolitan Museum, New York, Rogers Fund, 1921, 20.8.1) (abgerufen am 05.03. 2021).
  17. Christine Ranseder, Ein Blumenstrauß zur Aufmunterung. Freigelegt. Der Blog der Stadtarchäologie Wien, 29.04. 2020.
  18. Claudia Horbas, Barocke Blumenlust. Die Gartenpflanze als dekoratives Motiv im Kunsthandwerk und seine Vorlagen, gedruckte Florilegien. In: Claudia Horbas (Hg.), Gartenlust und Blumenliebe. Hamburgs Gartenkultur vom Barock bis ins 20. Jahrhundert, Ostfildern-Ruit 2006, S. 142−167.
  19. Celia Fisher, Flowers of the Renaissance, Los Angeles 2011, bes. S. 21−33 (Rose), 64−75 (Nelke), 79−87 (Tulpe); Nelken als Symbol der Eheschließung detaillierter in: Margaret B. Freeman, The Unicorn Tapestries, New York 19832, S. 145−148.
  20. Saalführer „The Lady and the Unicorn“, Musée National du Moyen Âge, Paris, Abb. C (abgerufen am 16.12. 2020).
  21. Harald Rosmanitz, Die Kacheln aus dem Heimatmuseum Sinsheim. Überlegungen zur Bildsprache und Formenvielfalt reliefierter Ofenkeramik im Kraichgau. In: Kraichgau. Beiträge zur Landschafts- und Heimatforschung 1993, S. 223−240, bes. S. 227−229, Abb. 5 und 6.
  22. Marina Heilmeyer, Die Sprache der Blumen. Von Akelei bis Zitrus, München 2000, S. 40 f.
  23. Ernestine Hutter, Alles gemodelt. Holzmodel für Lebkuchen, Marzipan und Tragant aus der Volkskundlichen Sammlung des SMCA. Schriftenreihe zu Kunstgewerbe und Volkskunde Band 10, Salzburg 2002, bes. S. 13 und 108, Kat.-Nr. 154.
  24. Alice Kaltenberger, Frühneuzeitlicher Werkstattabfall aus der ehemaligen Hafnerei Melker Straße 5 in Mautern an der Donau. Ergänzungshefte zu den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Institutes Heft 4, Wien 2003, S. 223–302, bes. S. 250, Taf. 24/75, 74a.
  25. Für zahlreiche Beispiele, stets aus Felsen anstatt Vasen wachsend, siehe Amelia Peck (Hg.), Interwoven Globe. The Worldwide Textile Trade 1500−1800, London 2013, S. 86, 97, 187, Kat.-Nr. 37, S. 204 f. Kat.-Nr. 52, S. 209 f. Kat.-Nr. 55, S. 232 f. Kat.-Nr. 75, S. 298 Kat.-Nr. 118. Zur Genese des „flowering tree“ siehe auch Victoria and Albert Museum, Introduction to Indian textiles (abgerufen am 09.01. 2021). In der Bibel trägt der Lebensbaum hingegen Früchte, so zeigt ihn auch eine bestickte Textilie aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Bestand des Metropolitan Museums, Gift of Irwin Untermyer, 1964, 64.101.1305 (abgerufen am 11.01. 2021).
  26. Er datiert bereits ins 18. Jahrhundert. Chair Seat Cover, The Metropolitan Museum, New York, Rogers Fund, 1927, 27.195.1 (abgerufen am 09.01. 2021).
  27. Ohne geriffelten Hintergrund: Alice Kaltenberger, Frühneuzeitlicher Werkstattabfall aus der ehemaligen Hafnerei Melker Straße 5 in Mautern an der Donau. Ergänzungshefte zu den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Institutes Heft 4, Wien 2003, S. 223–302, bes. S. 295, Taf. 23/69a, 69b, 69c.
  28. Ohne Vase und geriffelten Hintergrund: Herbert Böhmer, Keramikfunde aus dem Bürger- und Krämerhaus Residenzplatz 11 in Passau. In: Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 27/2011, S. 165−172, bes. S. 170, Abb. 20, 21.
  29. Furnologia.de. Das Online-Magazin zur historischen Ofenkeramik, Galerie: Motive massenhaft − ab 1600, Tapetenkachel im Bestand des Museums in Breisach (abgerufen am 17.12. 2020).
  30. Christa Svoboda, Alt-Salzburger Hafnerkunst. Model und Kacheln des 16. bis 18. Jahrhunderts aus der Strobl-Werkstatt. Ausstellungskatalog Salzburger Museum im Bürgerspital, Salzburg 1981, S. 86, Taf. 7 oben/Kat.-Nr. 186, dasselbe Motiv auch auf Abb. 137/Kat.-Nr. 185, nur Blumenvasen Abb. 136/Kat.-Nr. 184, Abb. 138/Kat.-Nr. 186.
  31. Alice Kaltenberger, Frühneuzeitlicher Werkstattabfall aus der ehemaligen Hafnerei Melker Straße 5 in Mautern an der Donau. Ergänzungshefte zu den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Institutes Heft 4, Wien 2003, S. 223–302, bes. S. 249, 266, 292, Taf. 20/59.
  32. Glatte Blätter: Alice Kaltenberger, Frühneuzeitlicher Werkstattabfall aus der ehemaligen Hafnerei Melker Straße 5 in Mautern an der Donau. Ergänzungshefte zu den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Institutes Heft 4, Wien 2003, bes. S. 249, 266, 292, Taf. 20/59 − zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts mit Ausläufern in das (frühe) 17. Jahrhundert; Karin Kühtreiber, Die Funde der Ausgrabungen am Neunkirchner Tor in Wiener Neustadt. In: Carnuntum Jahrbuch 1999, S. 77−181, Taf. 48, A226 – zweite Hälfte 16. bis erste Hälfte 17. Jahrhundert; Johannes-Wolfgang Neugebauer in: Johannes-Wolfgang Neugebauer et al., „von den herren hof in Passau“. Vom römischen Lagerdorf zum mittelalterlichen Lesehof, Katalog des Stadtmuseums Klosterneuburg, Klosterneuburg 1998, S. 133 ff., 140, Abb. 63c – zweite Hälfte 16. Jahrhundert. Glatte und gefiederte Blätter: Werner Endres, Straubinger Keramik um 1600. Der Fundkomplex „vorm obern tor“, Vorbericht 6 (= Alburger Weg = „Arco-Komplex“, Objekt 33). In: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung 92, 1990, S. 35–81, Taf. 15/599 (glatte Blätter), Taf. 19/690 (gefiederte Blätter) – erstes Drittel 17. Jahrhundert; Werner Endres, Straubinger Keramik um 1600. Der Fundkomplex „vorm obern tor“, Vorbericht 7 (Kacheln des sog. Neumayer-Komplexes, Regensburger Straße). In: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung 93, 1991, S. 59–96, bes. S. 60, 73, 76, Taf. 4/708, 709F − Mitte 16. Jahrhundert bis 1633/34; Thomas Kühtreiber, Die Ausgrabungen in der Alten Universität in Wien (1997−2002), unpubl. Dissertation Universität Wien, Wien 2006, Bd. 1 S. 266 f., Bd. 2 Taf. 86/B15 (gefiederte Blätter), Taf. 87/B20, Taf. 94/B57 (glatte Blätter).
  33. Z. B. Harald Rosmanitz, Motive: Tapete mit Akanthusrosette aus Durlach. Furnologia.de. Das Online-Magazin zur historischen Ofenkeramik (abgerufen am 17.12. 2020).
  34. Alice Kaltenberger, Frühneuzeitlicher Werkstattabfall aus der ehemaligen Hafnerei Melker Straße 5 in Mautern an der Donau. Ergänzungshefte zu den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Institutes Heft 4, Wien 2003, S. 223–302, bes. S. 249, 267, Taf. 21/63.
  35. Karin Kühtreiber, Die Funde der Ausgrabungen am Neunkirchner Tor in Wiener Neustadt. In: Carnuntum Jahrbuch 1999, S. 77−181, bes. S. 96, Taf. 48, A225.
  36. Christa Svoboda, Alt-Salzburger Hafnerkunst. Model und Kacheln des 16. bis 18. Jahrhunderts aus der Strobl-Werkstatt. Ausstellungskatalog Salzburger Museum im Bürgerspital, Salzburg 1981, S. 46, Abb. 16/Kat.-Nr. 17.
  37. Brigitte Fettinger, Ofenkacheln von der Ruine Alt-Scharnstein, Oberösterreich. In: Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 28/2012, S. 81−194, bes. S. 108 f., 144, Kat.-Nr. 12, Taf. 7.
  38. Werner Endres, Kacheln und Geschirre der Bogener Hafnermeister Georg Pösinger und Hans Gabriel um 1700. In: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung 91, 1989, S. 205−253, bes. S. 218−220, 251, Taf. 8, Kat.-Nr. 15, 16. Die Werkstatt datiert um 1700, das Waffelmuster wird als stilistisch älter (16. Jh.) angesehen.
  39. Christa Svoboda, Alt-Salzburger Hafnerkunst. Model und Kacheln des 16. bis 18. Jahrhunderts aus der Strobl-Werkstatt. Ausstellungskatalog Salzburger Museum im Bürgerspital, Salzburg 1981, Model: S. 45, Abb. 11/Kat.-Nr. 11, Kachel: S. 47, Abb. 18/Kat.-Nr. 22.
  40. Zu Genese und Unterscheidung vom jüngeren Laub- und Bandlwerk siehe Günter Irmscher, Das Laub und Bandlwerk. Zur Geschichte eines vergessenen Ornaments. In: Barockberichte 3, 1991, S. 73−116, bes. S. 75−82 (abgerufen am 17.12. 2020).
  41. Alice Kaltenberger, Keramik des Mittelalters und der Neuzeit in Oberösterreich. Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich Folge 24 = NEARCHOS Band 18, Linz 2009, Band 2 S. 500 f., Taf. 203, EF-L 247 (Eferding, Ledererstraße 16, Datierung: 1610/20 bis um 1650).
  42. Harald Stadler/Walter Waldmann, Die Hafnerei Zimmermann-Troger-Ganzer in Lienz, Osttirol. In: Das alte Hafnerhandwerk im Lande Tirol, Innsbruck 1990, S. 43−47, Kat.-Nr. 6 (Model mit eingeritzter Jahreszahl „1676“, Gittermuster in Kombination mit Rankenwerk), S. 95, Kat.-Nr. 6a, S. 96, beide Abb. 6, 132.
  43. Brigitte Fettinger, Ofenkacheln von der Ruine Alt-Scharnstein, Oberösterreich. In: Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 28/2012, S. 81−194, bes. S. 118 f., 147, 174, Taf. 21, Kat.-Nr. 50, Abb. 36.
  44. Alice Kaltenberger, Keramik des Mittelalters und der Neuzeit in Oberösterreich. Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich Folge 24 = NEARCHOS Band 18, Linz 2009, Band 1 S. 678, Band 2 S. 508 f., EF-L 265, EF-L 269 (Eferding, Ledererstraße 16, Datierung: 1610/20–um 1650).
  45. Christa Svoboda, Alt-Salzburger Hafnerkunst. Model und Kacheln des 16. bis 18. Jahrhunderts aus der Strobl-Werkstatt. Ausstellungskatalog Salzburger Museum im Bürgerspital, Salzburg 1981, S. 63, Abb. 65a/Kat.-Nr. 85.
  46. Alice Kaltenberger, Frühneuzeitlicher Werkstattabfall aus der ehemaligen Hafnerei Melker Straße 5 in Mautern an der Donau. Ergänzungshefte zu den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Institutes Heft 4, Wien 2003, S. 223–302, bes. S. 250, Taf. 26/89−91, 27/92−94, 28/95.
  47. Eva Roth Heege, Ofenkeramik und Kachelofen. Typologie, Terminologie und Rekonstruktion. Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters Band 39, Basel 2012, S. 314, Kat.-Nr. 538−540.
  48. Werner Endres, Straubinger Renaissancekeramik, Katalog des Gäubodenmuseum Straubing Nr. 30, Straubing 2005, S. 93, Abb. 64, 65, 94; Werner Endres, Straubinger Keramik um 1600. Der Fundkomplex „vorm obern tor“, Vorbericht 4 (Reduzierend gebrannte Schwarzware aus Objekt 1). In: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung 87, 1985 (1986), S. 45−67, Taf. 1−8, bes. S. 48, 57, Taf. 7/406 und 407, um 1600.
  49. Alice Kaltenberger, Keramik des Mittelalters und der Neuzeit in Oberösterreich. Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich Folge 24 = NEARCHOS Band 18, Linz 2009, Band 2 S. 398 f., Taf. 153, EF-L 26, Ofeneinschubrahmen und 154, EF-L 27, „Einschubdeckel“ (Eferding, Ledererstraße 16, Datierung: 1610/20–um 1650).
  50. Alice Kaltenberger, Keramik. In: Sylvia Sakl-Oberthaler et al., Von der mittelalterlichen Stadtmauer zur neuzeitlichen Festung Wiens. Historisch-archäologische Auswertung der Grabungen in Wien 1, Wipplingerstraße 33–35. Monografien der Stadtarchäologie Wien 9, Wien 2016, S. 443, Taf. 11/93, S. 450, Taf. 14/137 – 15.–16. Jh./„vor 1560“.
  51. Siehe dazu Heike Krause, Die Geschichte der Häuser Hernalser Hauptstraße 50−62.