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Nachts am Spitzgraben – ein neuer Abschnitt der römischen Stadtbefestigung

Autor: Joachim Thaler

Manche archäologischen Entdeckungen entstehen bei strahlendem Sonnenschein. Andere gelingen mitten in der Nacht – mit ausreichend Kaffee und einem kurzen Abstecher zum Würstelstand „Zum kleinen Sacher“.

So war es auch im vergangenen Jahr bei der archäologischen Begleitung der Bauarbeiten zur Generalsanierung der ÖBB-Stammstrecke zwischen Wien Mitte und Rennweg im 3. Wiener Gemeindebezirk. Im Zuge der vorbereitenden Leitungsumlegungen entlang der Bahngasse begleitete das Grabungsteam der Stadtarchäologie Wien sämtliche Bodeneingriffe – teilweise auch während Nacht- und Sonntagsschichten. Gerade diese Einsätze sollten sich als besonders lohnend erweisen.

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Gute Mine zum bösen Spiel − Teil 1

Autor:innen: Valerie Strunz, Roman Skomorowski

Zu den prägendsten Ereignissen in der Geschichte Wiens zählen die beiden Belagerungen der Stadt durch osmanische Truppen in den Jahren 1529 und 1683. Wenn Sie heute durch die Wiener Straßen schlendern, werden Sie immer wieder an diese Ereignisse erinnert. Viele Zeugnisse der Belagerungen sind aber mittlerweile verschwunden. Manche noch existierende Zeugnisse schlummern jedoch auch ohne unser Wissen im Boden und warten auf ihre Entdeckung.

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Der Graben unter dem Graben. Eine kleine Tiefengeschichte von Kohlmarkt, Tuchlauben und Graben

Autorin: Barbara Wieser

Es gibt Orte in Wien, deren Gegenwart so stark ist, dass man ihre Vergangenheit beinahe übersieht. Der Graben sowie der Kohlmarkt gehören dazu. Man sieht Fassaden, Geschäfte, Schaufenster, Passanten, einen der teuersten und repräsentativsten Stadträume des Landes. Alles wirkt vollendet, gestaltet, urban gezähmt. Und doch ist gerade dieser Raum kein abgeschlossener Ort, sondern eine der dichtesten historischen Schnittflächen der Inneren Stadt.

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Die Würfel(stäbe) sind gefallen!

Autorin: Anna-Maria Buttinger

Alea iacta est – alle kennen den Ausspruch Caesars, als er den Rubikon überquerte. Weitaus wörtlicher ist in diesem Zusammenhang allerdings ein überraschender Befund in der Bognergasse zu nehmen, der erstmals eine in Wien ansässige mittelalterliche Würfelproduktion archäologisch belegt. Aber der Reihe nach …

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Hernalser Friedhofsweisheiten

Autorin: Constance Litschauer

Wer am St.-Bartholomäus-Platz ein Loch gräbt, muss mit archäologischen Funden rechnen! Dieses Wissen hat sich auch im Spätsommer 2025 bestätigt. Im Zuge einer Einbautenumlegung wurden im Vorfeld des geplanten U5-Ausbaus für die Station Elterleinplatz neuerlich Überreste des unter Joseph II. (1765–1790) im Jahr 1786 säkularisierten Hernalser Pfarrfriedhofs aufgedeckt.

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Vom Hohen Markt bis zum Bauernmarkt – epochales Ende trifft auf hoffnungsvollen Neuanfang

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Idee vom Berghof als erste Keimzelle der mittelalterlichen Siedlung wurde in den letzten Jahren dank intensiver archäologischer und historischer Arbeit wieder zu dem, was sie ursprünglich war: eine urbane Legende. Nichtsdestotrotz wird die Nordost-Ecke bzw. die Nordseite des ehemaligen römischen Legionslagers immer noch gerne als Bereich des vorbabenbergischen mittelalterlichen Neubeginns gesehen. Immerhin stammt vom Ruprechtsplatz eine gewisse Menge frühhochmittelalterlicher Keramik.

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„Hinterhöfe, Gruben und Latrinen“: Neue Einblicke in die römische Lagervorstadt am Minoritenplatz.

Autor:innen: Kristina Adler-Wölfl, Martin Mosser, Sabine Jäger-Wersonig, Barbara Wieser

Der Minoritenplatz im Vogelschauplan von Joseph Daniel von Huber, 1769–1774. (© Wien Museum)

Zwischen Januar und Februar 2023 wurde der Wiener Minoritenplatz erneut zum Schauplatz archäologischer Forschung. Anlass war der Bau einer Fernkälteleitung. Erstmals seit der Errichtung der U-Bahnlinie U3 in den Jahren 1984 bis 1986 konnte dieser zentrale Bereich der Inneren Stadt wieder systematisch archäologisch begleitet werden.

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„Verkauft’s mei G’wand, i bin im Himmel“

Autorin: Constance Litschauer

Der in Hernals lebende Salzburger Dichter Ferdinand Sauter (1804–1854) mag beim Schreiben dieser Zeilen das 1786 aufgelassene Bestattungsareal am St.-Bartholomäus-Platz vielleicht noch erahnt haben, ehe er an Cholera erkrankte und am neuen Hernalser Friedhof (1784–1872) bestattet wurde. Heute erinnern oberirdisch nur noch der Kalvarienberg und die Kalvarienbergkirche an die einst den Platz prägende sakrale Landschaft. Unterirdisch sieht das anders aus, wie archäologische Untersuchungen bestätigen.

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Von der porta decumana zum Peilertor

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Auf zwei „Spuren“ brachte es die Straße, die durch die porta decumana führte. Das mittelalterliche Peilertor, das an derselben Stelle und vermutlich gestützt auf Reste des römischen Tores gebaut wurde, war hingegen nur einspurig. Auch sonst hat sich in dieser Ecke der Stadt zwischen Ausgang der Tuchlauben auf den Graben, Bognergasse und Naglergasse vom 2. bis ins 21. Jahrhundert sichtlich so einiges verändert …

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