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Gewickelt, nicht gegossen

Autorin: Christine Ranseder

Wer bei Stecknadeln als erstes an fleißige Schneider denkt, irrt. Gewiss, für diese Berufsgruppe waren neben den Nähnadeln auch Stecknadeln unentbehrlich. In Summe stellten jedoch Frauen aller Gesellschaftsschichten den größeren Kundenkreis – und nicht weil sie so gerne handarbeiteten.

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Noch mehr der Toten? Nur her damit!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Wien soll ja angeblich für seine morbide Seite bekannt sein – so will es jedenfalls der düsterere Teil der Stadtvermarktung wissen. Schon möglich, dass da sogar etwas Wahres dran ist. Zumindest aus Sicht des Archäologen ist diese Überlegung nicht so einfach vom Tisch zu wischen. Jedes Mal, wenn das Baugeschehen in Wien knöcherne menschliche Überreste an die Oberfläche treibt, ist das Interesse groß, manchmal sogar etwas übersteigert. Es gibt allerdings durchaus das eine oder andere Skelett, dass selbst nüchternen Archäologen berauschte Reaktionen entlockt. Diese Raritäten fallen nicht unbedingt durch Unversehrtheit, knöcherne Schönheit oder exquisite Beifunde auf. Was macht also den besonderen wissenschaftlichen Reiz dieser seltenen Toten aus?

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Das römische Legionslager – Teil 4: Quid sit futurum cras, fuge quaerere – Was morgen sein wird, meide zu fragen: auch die römische Herrschaft endete einmal in Vindobona

Autorin: Constance Litschauer

Der Showdown beginnt und es bleibt spannend! Die auf das Auslaufen der römischen Expansionspolitik und die Reformen des Septimius Severus folgende Epoche der Soldatenkaiser entspricht in unseren Breiten nicht nur politischen Entwicklungen, die in die Spätantike führten, sondern ebenfalls Veränderungen durch Naturkatastrophen. Aber auch das ab dem 4. Jh. n. Chr. nahende Ende der römischen Okkupation hat bis zuletzt Spuren am Wiener Legionslager hinterlassen.

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Verloren und Wiedergefunden

Autorin: Christine Ranseder

Vor einigen Wochen ging es hier um zwei Randbruchstücke von Töpfen des späten 8./frühen 9. Jahrhunderts, die in Hernals zu Tage kamen. Seitdem liegen wir auf der Lauer und ich wurde fündig. Ein kleines Fragment eines Ohrrings aus dieser Zeit versteckte sich in der Verfüllung eines gestörten Grabes des Friedhofs am St.-Bartholomäus-Platz in Hernals (Wien 17).

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Das römische Legionslager – Teil 3: Militem aut monachum facit desperatio – Mönch oder Soldat wird man aus Verzweiflung: Infrastruktur und Leben im Lager

Autorin: Constance Litschauer

Dieses Mal soll der Lageraufbau im Fokus stehen, der am Ende des 1. nachchristlichen Jahrhunderts von der 13. und 14. Legion begonnen wurde. Wer stellte den Standort fertig? Wurde er überhaupt jemals wirklich vollendet, oder gab es Veränderungen? Und schließlich fehlt noch die Identifizierung und Lokalisierung der meist durch Straßen oder Wege voneinander getrennten Gebäude.

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Flaschen mit reaktionsschnellem Inhalt

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Manch eine unschuldigst getroffene Interpretation hat eine selbstmörderische Konnotation: Als vor einigen Jahren bei einer Ausgrabung im Einzugsbereich des Wiener Neustädter Kanals Fragmente von zwei großen Flaschen gefunden wurden, waren die Assoziationen auf meiner Seite unschuldig genug: Vorratsbehälter für Essig, Öl oder ähnliches – so dachte ich damals. Körperverletzend-ätzend weit gefehlt!

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Das römische Legionslager – Teil 2: Abducet praedam, qui occurit prior – Die Beute wird derjenige nehmen, der als erster kommt: das Legionslager wird errichtet

Autorin: Constance Litschauer

Keine Sorge, die römischen Legionssoldaten haben uns mehr von ihrem Lager hinterlassen, als diese Fußabdrücke! Sie stammen übrigens von den Grabungen „Am Hof“, wo sie an der Sohle eines Kanals aus der Frühzeit des Legionslagers – also ab dem ausgehenden 1. Jh. n. Chr. – zum Vorschein kamen.

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Neues Buch: Ein Grabbezirk im östlichen Randbereich der Zivilsiedlung von Vindobona

Autorin: Ursula Eisenmenger-Klug

Wollen Sie Neuigkeiten über einen römischen Grabbezirk im heutigen 3. Wiener Gemeindebezirk erfahren? Dann ist der soeben erschienene 10. Band der Monografien der Stadtarchäologie Wien zu empfehlen.

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Bein statt Plastik

Autorin: Christine Ranseder

Liebhaber von Kunststoff können sich glücklich preisen. Die Industrie des 21. Jahrhunderts ist dem Plastik verfallen. Vorbei sind die Zeiten als kleine Süßigkeiten in hübsches Papier gewickelt waren. Noch bedauerlicher ist die Verarmung der Materialvielfalt bei den Knöpfen. Werfen Sie einmal einen Blick auf die Verschlüsse an textiler Massenware. Da macht das Wühlen in der Knopfkiste nur noch Spaß, wenn sich Erbstücke von der Großmutter unter das Plastik-Einerlei mischen.
Dabei ergibt schon kurzes Nachdenken eine stattliche Liste an Materialien, die sich zur Knopfherstellung eignen und zum Teil auch heute noch für besondere Exemplare verwendet werden: Glas, Metall, Horn und Geweih, Holz – ohne und mit textiler Veredelung (Posamentenknöpfe), Porzellan, Leder, Steinnuss, Perlmutter, Kokosnussschalen … Doch wären Ihnen Knochen eingefallen?

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Wo war Wulzendorf?

Autorinnen: Heike Krause und Ingeborg Gaisbauer

Der Standort des einstigen Dorfes Wulzendorf. (Foto: Stadtarchäologie Wien/Heike Krause)

Auf dem Wiener Stadtgebiet gab es im Mittelalter Dörfer, die heute nicht mehr existieren. Wulzendorf ist eines davon. Wir kennen den Namen aus Schriftquellen des 13. Jahrhunderts. Aus einem Verzeichnis aus der Zeit Ottokars von Böhmen (1251–1276) ergibt sich, dass das Dorf in der Nähe von Breitenlee und Aspern im 22. Wiener Gemeindebezirk gelegen sein dürfte. Was ist mit dem Ort geschehen, und wo lag er wirklich?

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