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Zeig her dein Geld …

Autorin: Constance Litschauer

… und ich sage dir, wer du bist! Das trifft auch auf die im Sommer 2025 in der Seestadt Aspern aufgedeckte Börse zu, in der sich Münzen und Papierreste fanden. Vor dem Hintergrund der Schlacht bei Aspern (1809) gegen die französischen Truppen erzählen sie von ihrem ehemaligen Besitzer, aber auch von der Geld- und Wirtschaftspolitik in den habsburgischen Erblanden.

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We proudly present …

Autorin: Lotte Dollhofer

… Fundort Wien 28 / 2025, den druckfrischen Jahresbericht der Stadtarchäologie Wien!

Der prall gefüllte Band hält wieder viele Neuigkeiten und tiefer gehende Einblicke quer durch die Jahrhunderte bereit. Und er zeigt einmal mehr auf, dass die Archäologie einen wichtigen Beitrag zum Wissen um die kulturhistorische Entwicklung Wiens leistet.

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Geldbörse gefunden!

Autorin: Christine Ranseder

Eines unserer Grabungsteams fand in Aspern-Seestadt zwar nicht den Topf am Ende des Regenbogens, aber immerhin eine prall mit Münzen gefüllte Geldbörse. Sie kam als Streufund unmittelbar bei einem Grab von in der Schlacht von Aspern (1809) gefallenen Soldaten zu Tage. Zugegeben, der nach der Bergung noch feuchte Fund sah recht unansehnlich aus. Spannend − und eine Seltenheit − ist das Lederbörserl trotzdem. Nicht nur, weil alle wissen wollten: Was ist drin?

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Das hohe „C“ der Keramik – Ein Workshop über Graphit-/Grafitkeramik des 9.−11. Jahrhunderts

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nicht nur bei der Aufnahme keramischen Fundmaterials wird Graphit oder auch Grafit – beide Schreibweisen sind möglich – zumeist als „Gr“ abgekürzt angegeben. Auch im mineralogischen Zusammenhang oder zum Beispiel in einer Kartierung der österreichischen GeoSphere.

Das „C“ wiederum, ist das chemische Elementsymbol für Kohlenstoff und um nichts anderes handelt es sich bei Graphit nun einmal. So einfach und klar der chemische Hintergrund in diesem Fall auch sein mag, die archäologischen und historischen Fragestellungen sind komplex und vielfältig. Ein Workshop zu diesem Thema sollte helfen, den Status Quo des Wissensstandes darzustellen und wenn möglich neue Strategien für weitere Forschung zu definieren.

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Ein Pfundskerl von einem „As“

Autorin: Constance Litschauer

Wenn die Bognergasse im 1. Wiener Bezirk archäologisch thematisiert wird, darf man sich nicht wundern, etwas über die Quartiere römischer Centurionen im Legionslager von Vindobona zu erfahren. Dieses Mal aber soll ausnahmsweise eine in diesem Umkreis gefundene Münze im Mittelpunkt stehen.

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Von Herzögen, Kanälen, Parasiten und toten Römern …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Ei von einem Spulwurm des Menschen. (Foto: Herbert Auer/Hubert Aspöck)

Im Tod – wenn auch nicht in der Opulenz der Bestattung – sind sie alle gleich, wie man so schön sagt. Archäolog:innen starren nach der Freilegung immer nur leere Augenhöhlen entgegen – pathetisch, aber wahr: Welch´ Geist auch immer der meist spröde gewordenen Kalotte Scharfsinn, Witz oder einen Mangel an beiden verlieh, hat sich verflüchtigt.

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Von Vorstädten in Frieden und Krieg – Teil 2

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Mit den Vorstädten ist es eine ganz eigene Geschichte: Man weiß, dass sie da waren, aber ihre genaue Ausdehnung, ihre Struktur, die Lage von Handwerksbetrieben, die in schriftlichen Quellen erwähnt werden, die soziale „Durchmischung und Staffelung“ – all das ist immer noch Gegenstand der historischen und archäologischen Forschung.

Aus archäologischer Sicht muss man sich aber vor allem folgende Frage stellen: Was für Funde und Befunde sind auf Grund der sehr speziellen Situation von Lage und wechselhafter Geschichte der Vorstädte überhaupt auf uns gekommen und in welchem Zustand? Wie aussagekräftig sind die archäologischen Quellen, oder – genauer gesagt – über welche Prozesse „vor der Stadtmauer“ des mittelalterlichen Wiens geben sie uns wirklich Aufschluss? Zeit für eine kleine Bestandsaufnahme mit sehr viel weiterführender Literatur für Wissbegierige …

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Kellergeschichten – die neue Kabinettausstellung im Römermuseum

Autorin: Sophie Insulander

In einer Großstadt wie Wien archäologische Forschung zu betreiben, gleicht in mancher Hinsicht dem Zusammensetzen eines riesigen Puzzles. Mit jeder neuen Ausgrabung gewinnt man ein weiteres Puzzlestück, das dann in das große Bild der historischen Stadt eingefügt werden kann. Der Weg dorthin kann jedoch schwierig sein, wie etwa im Fall des spätrömischen Kellers im Legionslager Vindobona.

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Von Vorstädten in Frieden und Krieg – Teil 1

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Detail aus dem Albertinischen Plan, nach einer Vorlage von ca. 1421/22. (Wien Museum)

„Vorstädtisch“ … das ist – höflich ausgedrückt – eine sehr flexible, um nicht zu sagen schwammige Bezeichnung, und wirft eine Menge Fragen auf. Die erste und drängendste davon ist vermutlich, welche Version von Wien zu welcher Zeit überhaupt als historischer Referenzbereich herangezogen wird. Wie muss die Stadt beschaffen, wie weit entwickelt sein, dass man mit Fug und Recht überhaupt einen Bereich „vor der Stadt“ zu differenzieren in der Lage ist? Mit dieser kleinen gebietstechnischen Definition gilt es sich zuerst auseinanderzusetzen, ehe man sich mit der Exponiertheit, dem Mangel an Schutz für eben diese Vorstädte gerade in kriegerischen Zeiten zu beschäftigen vermag.

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„… die Chappellen die da leit in sant Stephans Vreythof…“ oder: die Virgilkapelle ganz persönlich.

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Ob sie es glauben oder nicht, auch Archäolog:innen haben „Lieblinge“, „Favoriten“ und die Motive für diese Vorlieben sind vielfältig und durchaus nicht immer nur streng wissenschaftlich begründet. Nun ist kaum etwas einfacher, als eine Faszination für die Virgilkapelle zu entwickeln, kaum etwas naheliegender, als das Teilen dieser kleinen Obsession in einer Führung anzubieten. Also? Darf ich sie bitten, mir hinunterzufolgen?

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