In Freundschaft und Liebe

Autorin: Christine Ranseder

E3? Der Konsument von heute denkt dabei vermutlich an einen Lebensmittelzusatz. Doch weit gefehlt! Die 3 ist der deutsche Beitrag zur Sprache der Liebe, wie man sie im 18. Jahrhundert pflegte. Laut gelesen wurde die Zahl ähnlich wie das Wort treu ausgesprochen. Auf einem Ring galt die Kombination aus Initiale und 3 also als Treueschwur. Wer sich hinter dem Buchstaben E auf unserem Ring verbirgt, wird für alle Ewigkeit im Dunkeln bleiben. Auch über den emotionalen Zustand und das Schicksal dieses Namenlosen lässt sich nur mutmaßen. ArchäologInnen müssen sich bekanntlich mit den materiellen Beweisen einstiger Zuneigung begnügen. So mancher Fingerring belegt zumindest den Weg in den Hafen der Ehe und den dortigen Verbleib.

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Ein Ringlein kommt selten allein

Autorin: Christine Ranseder

Erinnern Sie sich noch an die alten Zwirnknöpfe, mit denen Bettzeug verschlossen wurde? In ihrem Inneren befinden sich Ringlein aus Metall, die ArchäologInnen bereits aus der frühen Neuzeit kennen – allerdings nicht aus Schlafzimmern, sondern aus Gräbern.

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Durchgebrannt. Was Gebrauchsspuren an Keramik verraten

Autorin: Christine Ranseder

Der Einsatz von Keramik im Haushalt war früher vielfältiger als heute. Gefäße aus Ton dienten zum Kochen, zum Aufbewahren von Vorräten, zum Holen und Wärmen von Wasser und als Tischgeschirr. Die Verwendung hinterließ Spuren, vor allem am Kochgeschirr.
Wir sind es gewohnt, bereits leicht beschädigte Dinge zu entsorgen und durch neue zu ersetzen. Diesen Luxus konnten sich in der Vergangenheit viele Haushalte nicht leisten. Töpfe und Pfannen, Schüsseln und Teller wurden verwendet bis sie buchstäblich den Geist aufgaben. „Schöne“ Beispiele dafür stammen aus zwei Grabungen im 3. Wiener Gemeindebezirk.

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Aus der Wundertüte: Greif oder Löwe?

Autorin: Christine Ranseder

Figurale Darstellungen auf Funden aus Wien sind oft kopflos. Das trifft auch auf ein leicht übergewichtiges Wesen auf einem Blattkachelfragment aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu. Immerhin kann sich das Fabeltierchen an schmucken Flügeln erfreuen. Ist es ein mutierter Löwe oder gar ein Greif?

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Gaben an die Wöchnerin

Autorin: Christine Ranseder

Manchmal kommen bei Ausgrabungen auch Funde ans Licht, die unmittelbar an wichtige Ereignisse im Lebenszyklus des Menschen erinnern. Bruchstücke einer Wöchnerinnenschüssel, die in der Kundmanngasse 21 (Wien 3) zu Tage kamen, zählen zu diesen Gegenständen mit besonderer Bedeutung.

Ein Kind zur Welt zu bringen ist eine risikoreiche Höchstleistung, die in der Vergangenheit oft tödlich endete. Für die Mutter galt es, nach der Geburt auch das Wochenbett zu überleben und wieder zu Kräften zu kommen. Während dieser Schonfrist sollte sie das Bett hüten und erhielt zur Stärkung nahrhafte Suppen. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Mahlzeiten gerne in einer Henkelschüssel, deren Deckel als Teller verwendet werden konnte, gereicht. Diese praktischen Gefäße waren meist ein Geschenk der künftigen Taufpaten des Neugeborenen.

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„In mörderischem Kampfe gefallen …“ – der Tod am Schlachtfeld.

Autorin: Sigrid Czeika

Nein, es geht hier nicht um Soldaten, die für Ehre, Ruhm und Vaterland ihr Leben auf dem Schlachtfeld ließen. Es handelt sich um Kreaturen, für die jene Begriffe keine Bedeutung haben. Pferde leisteten Kriegsdienst als 1809 die Heere von Frankreich und Österreich bei den heute zu Wien gehörenden Orten Aspern und Essling zum Kampf aufmarschierten.

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Funde aus dem Gusshaus

Autorin: Ingrid Mader

Vor einigen Wochen wurde hier ein kleines, aber feines Büchlein zum Thema „Das Gusshaus auf der Wieden“ vorgestellt. Wie der geneigte Leser erfahren konnte, behauste das Grundstück (heute: 4, Gusshausstraße 25) über die Jahrhunderte ein Gusshaus (Grundsteinlegung 1763), die k. k. Kunsterzgießerei (eingerichtet 1861), das Atelier und Wohnhaus von Hans Makart (nach Wien berufen 1869), einen Teil des Elektrotechnischen Instituts (ab 1900 und 1929) und den Bauhof der Technischen Universität. Die verbliebene Bausubstanz wird gegenwärtig in einen Neubau für Mikro- und Nanostrukturen integriert. Nachdem die unterschiedlichen Nutzungen auch unterschiedliche Räumlichkeiten benötigten, wurde immer wieder umgebaut und adaptiert. Das hat sich natürlich nicht nur in den Befunden niedergeschlagen sondern auch in den Funden.
Also, sei an dieser Stelle ein kurzer Überblick über einige Fundgattungen gegeben.

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Versuch und Irrtum

Autorin: Christine Ranseder

Wenn ArchäologInnen sich der Spekulation hingeben, schaut dabei nie Geld heraus. Aha-Erlebnisse sind jedoch nicht ausgeschlossen. Manchmal lässt das Spiel mit Ideen allerdings Ratlosigkeit zurück. Grund dafür ist, dass bei der Aufarbeitung von Funden meist Bruchstücken Informationen zur einstigen Gestalt, Beschaffenheit und Verwendung eines Objektes abgerungen werden müssen. Dabei kann es sich um Routinearbeit handeln, weil ähnliche Gegenstände in besserem Erhaltungszustand bereits ausreichend bekannt sind. Bei kniffeligeren oder seltenen Fragmenten wird die Aufgabenstellung jedoch oft durch einen Mangel an – publizierten – Vergleichsbeispielen erschwert. Leidet die Bearbeiterin an unstillbarer Neugier oder soll der datierte Fund auch mit kulturellen, wirtschaftlichen oder sozialen Entwicklungen seiner Zeit in Beziehung gesetzt werden, wird die wissenschaftliche Komfortzone schnell verlassen. Ein Beispiel gefällig?

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Gewickelt, nicht gegossen

Autorin: Christine Ranseder

Wer bei Stecknadeln als erstes an fleißige Schneider denkt, irrt. Gewiss, für diese Berufsgruppe waren neben den Nähnadeln auch Stecknadeln unentbehrlich. In Summe stellten jedoch Frauen aller Gesellschaftsschichten den größeren Kundenkreis – und nicht weil sie so gerne handarbeiteten.

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Flaschen mit reaktionsschnellem Inhalt

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Manch eine unschuldigst getroffene Interpretation hat eine selbstmörderische Konnotation: Als vor einigen Jahren bei einer Ausgrabung im Einzugsbereich des Wiener Neustädter Kanals Fragmente von zwei großen Flaschen gefunden wurden, waren die Assoziationen auf meiner Seite unschuldig genug: Vorratsbehälter für Essig, Öl oder ähnliches – so dachte ich damals. Körperverletzend-ätzend weit gefehlt!

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