Der Nachttopf: Eine kleine Lösung für ein großes Problem

Autorin: Christine Ranseder

Luxuriöse Annehmlichkeiten auf der Toilette sind ein relativ junges Phänomen. Die Erfindung des Wasserklosetts ist den Engländern zu verdanken, doch konnte dieses hierzulande erst im 19. Jahrhundert langsam Fuß fassen. Bis dahin folgte das stille Örtchen – sowohl in Gaststätten als auch in Privathaushalten – dem Prinzip des Plumpsklos. Egal, ob es sich um Aborterker, Häuschen im Hinterhof oder Gangklo handelte.
Der Weg zum gemeinschaftlich genutzten Donnerbalken war oft weit und kalt. Was also tat der findige Mensch? Richtig, auf der Suche nach ein wenig Komfort und Privatsphäre griff man zum Gefäß. Da das Töpfchen aber regelmäßig auch wieder entleert werden musste, landete es gelegentlich mitsamt Inhalt in der unter dem Plumpsklo liegenden Latrinengrube – aus der es ArchäologInnen wieder ans Tageslicht befördern.
Außergewöhnlich viele Nachttöpfe konnten aus einem Latrinenschacht in der Kundmanngasse 21–27 geborgen werden. Sie sind recht vollständig erhalten. Das ist spannend, weil sich dadurch unterschiedliche Gefäßformen belegen lassen. Damit bereichern diese Funde unser Wissen über das Aussehen dieses nützlichen Gefäßtyps, dem wir in Wien bisher vor allem als kleines Bruchstück begegneten.

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Im Stadtbild: Archäologisches am Michaelerplatz. Teil 2

Autorin: Christine Ranseder

Von den spätmittelalterlichen Anfängen der Paradeisgartelmauer war bereits im letzten Blog zu lesen. Aus heutiger Sicht betrachtet, lag dem Kaiser weder das Wohl des Klimas noch des Volkes am Herzen, als er sich zum Ausbau seines Lustgartens entschloss. Ein ansehnlicher Garten, der nicht zur Produktion von Nahrungsmitteln diente, war schlichtweg ein Statussymbol. Doch die Idylle mit Obstbäumen, Rosen, Teich und Vogelhaus währte nicht lange. Durch einen Brand im Jahr 1525 und die Erste Türkenbelagerung 1529 wurde die Gartenanlage stark beschädigt. Ein guter Zeitpunkt für grundlegende Veränderungen? Keineswegs.

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Die Grabung in der Werdertorgasse 6 ist abgeschlossen!

Autorin: Ingrid Mader

Jetzt kann es ans Auswerten der Befunde und Funde gehen.
Aufmerksame LeserInnen konnten sich bereits erste Einblicke in die spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Befunde in der Werdertorgasse 6 verschaffen.  Zusammenfassend sei es gestattet, das eine oder andere noch zu ergänzen.

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Die „Schöne Wienerin“?

Autorin: Christine Ranseder

So ließe sich die Scherbe mit dem Gesicht einer Frau, geborgen in der Rasumofskygasse 29–31, scherzhaft benennen. Schließlich gleicht die Dame dem in der Literatur liebevoll als „Schöne Münchnerin“ angesprochenen Fund, der bei einer Grabung im Neuen Rathaus von München zu Tage kam, wie eine Schwester. Dem Wiener Fund ist es jedoch nicht gut ergangen. Er wurde in einer Planierschicht gefunden und das Gesicht sieht ein wenig mitgenommen aus. Doch zu welchem Gefäßtyp gehören die tönernen Schönen?

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Das Pasqualatihaus. Vom Festungswall zum Wohngebäude

Autorin: Heike Krause

Das stattliche Zinshaus Mölker Bastei 8 ist als Pasqualatihaus weithin bekannt. Der Komponist Ludwig van Beethoven (1770–1827) fand hier mehrmals zwischen 1804 und 1814 Quartier mit Fernsicht auf die Umgebung Wiens. Die Ringstraße und die sie begleitenden Bauten existierten seinerzeit freilich noch nicht. So bot sich ein weiter Blick über das Glacis bis zum nördlichen Wienerwald. Welches Panorama sich einem heute bietet, kann man selbst prüfen, denn die Beethoven-Wohnung kann besichtigt werden!

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Von allwissenden Abfallhalden in der Werdertorgasse

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Üppige Pressemeldungen überall! Da lacht das Herz des Archäologen und der geschichtsbegeisterte Bürger nickt wohlwollend ob der Aufmerksamkeit, die man der Vergangenheit dieser schönen Stadt so liebevoll angedeihen lässt.
Sollten Sie durch die Berichterstattung in den Medien auf den Geschmack gekommen sein: Es gibt reichlich Funde aus dieser Grabung, und wir freuen uns darauf, Ihnen das eine oder andere Objekt in den kommenden Wochen auf diesem Blog etwas näher zu bringen.

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Eine Dosis Stadtbefestigung und mehr

Autorin: Constance Litschauer

Man mag ja zu Befestigungsmauern aus den verschiedensten Gründen stehen wie man will – sieht man einmal davon ab, dass noch keine dauerhaft gehalten hätte, was sie versprochen hat!  Aus archäologischer Sicht ist es aber doch jedes Mal wieder aufsehenerregend, ein solches Relikt in seiner ganzen Mächtigkeit vor sich zu haben. Eine Baustelle in der Werdertorgasse bietet uns aktuell die Möglichkeit wieder einmal einen Blick auf einen Abschnitt der frühneuzeitlichen Festungsmauer Wiens zu werfen – und auch auf einige andere Überraschungen!

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Der schöne Schein …

Autorin: Christine Ranseder

Ich weiß, fingernagelgroße Scherben sind kein Publikumsrenner. Ich möchte Ihnen dieses Exemplar dennoch nicht vorenthalten, reiht es sich doch nahtlos in den Reigen der Keramikfunde, die vorgeben etwas Besseres zu sein, als sie tatsächlich sind. Die anderen Kandidaten blieben allerdings ob ihrer Unscheinbarkeit ohne Foto.

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Im Stadtbild: Hereinspaziert! Die Reste des ehemaligen Stubentors

Autorin: Christine Ranseder

Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Stadtmauer Wiens durch eine mächtige Befestigungsanlage ersetzt. Bis zu  ihrem Abriss ab 1858 umschloss diese ungefähr das Gebiet des heutigen ersten Wiener Gemeindebezirkes wie eine Membran, die nur an einigen Stellen Durchlass gewährte. Wer durch die Stadttore ging und kam, welche Güter ein- und ausgeführt wurden sowie die Bezahlung einer etwaigen Maut, ließ sich leicht überwachen. Nachts waren die Tore geschlossen. Nachtschwärmer, die nach der Sperrstunde passieren wollten, mussten ab 1626 eine Gebühr entrichten. Tourismusexperten, Marketingstrategen und Immobilienspekulanten kämen vermutlich die Tränen, wenn sie sich die Möglichkeiten ausmalten, wie heute mit der alten Stadtbefestigung leichtes Geld zu verdienen wäre. Stellen Sie sich vor: Der erste Bezirk ein Erlebnispark für Touristen, natürlich nur gegen ein geschmalzenes Eintrittsgeld zu betreten! Oder wie wäre es mit einer „gated community“ für Superreiche und  sogenannte Investoren? Tja, Pech gehabt! Die mächtigen Mauern sind längst Geschichte, freier Zugang für alle ist die Devise und wo früher Stadttore standen sind heute bestenfalls Überwachungskameras zu finden. Nirgends ist dies offensichtlicher als beim ehemaligen Stubentor, dessen spärliche Reste in eine U-Bahn Station integriert wurden.

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Abwarten und Tee trinken!

Autorin: Christine Ranseder

Oder doch lieber einen Kaffee schlürfen? Die Wiener waren ja nie große Teetrinker. Egal, im archäologischen Fundmaterial aus Wien fällt eine Zuweisung von Tassen zu dem einen oder dem anderen Heißgetränk ohnedies schwer. Nicht zuletzt weil uns eine breite Datenbasis für eine Typologie fehlt, denn bei Ausgrabungen kommt diese Gefäßform recht selten zutage. Eigentlich erstaunlich, Wien gilt ja als Hochburg des Kaffeehauses – zumindest in der Tourismuswerbung – und irgendwann wird doch auch in den Lokalen längst vergangener Zeiten etwas zu Bruch gegangen sein. Nun ja, wie so oft kann die Realität offensichtlich nicht mit der Fiktion mithalten.

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