Wenn Knöpfe sprechen könnten … Neue Funde aus Soldatengräbern der Schlacht von Aspern

Autorin: Christine Ranseder

ArchäologInnen beim Freilegen eines Massengrabes aus dem Jahr 1809. (Foto: Stadtarchäologie Wien/Martin Penz)

Im Herbst 2020 wurden bei Grabungen im Vorfeld von Bauarbeiten in der Seestadt Aspern erneut zwei Massengräber aufgedeckt. In ihnen waren Soldaten bestattet worden, die im Jahr 1809 in der Schlacht von Aspern fielen.

Obwohl Schlachtfelder in der Regel abgeräumt, das heißt alles Brauchbare eingesammelt wurde, verblieben bei den vor Ort begrabenen Toten trotzdem immer wieder einzelne Uniformbestandteile sowie privater Besitz. Stoff und Leder zersetzten sich im Boden schnell, diverse Gewandverschlüsse und andere Objekte aus Metall sind jedoch erhalten geblieben. Auch aus den beiden im Vorjahr von der Stadtarchäologie Wien in Kooperation mit der Grabungsfirma Novetus GmbH untersuchten Gräbern konnten Knöpfe, Hafteln, Münzen, ein Fingerring und zahlreiche Musketenkugeln geborgen werden. Auffallend ist, dass es sich bei den Knöpfen um ein Sammelsurium handelt, das es bei einem ordnungsgemäßen Zustand der Uniformen eigentlich nicht geben sollte.

Wenn Knöpfe sprechen könnten … Neue Funde aus Soldatengräbern der Schlacht von Aspern weiterlesen

Neue Gräber der Schlacht von Aspern 1809

Autor: Franz Eschner

Spätherbst 2020: Wenn bei Martin Penz, Stadtarchäologie Wien, das Handy läutet und sich „Wien 3420 Aspern Development AG“ meldet, ist schnelles Handeln gefragt. Ein aufmerksamer Baggerfahrer hat bei Grabungsarbeiten für die Seestadt Aspern eine Beobachtung gemacht. Im Erdreich vor dem Schaufellader sind Knochen aufgetaucht. Bei Minusgraden und kaltem Westwind begutachten Martin Penz und ich die Fundstelle und erkennen rasch, worum es sich in der Grube handelt.

Neue Gräber der Schlacht von Aspern 1809 weiterlesen

Poldi, bist du es?

Autorin: Christine Ranseder

Ja, er ist es! Sie ahnen es sicher schon, in diesem Blogbeitrag geht es wieder einmal um Kacheln. Das Fundmaterial ist nicht mehr ganz frisch, doch leider sind die Möglichkeiten im Homeoffice eingeschränkt, sprich: Ich muss tief in das Schatzkästchen bereits digitalisierter Objekte greifen. Unter diesen erweisen sich die Kachelfunde aus dem Haus Judenplatz 8 immer wieder als ergiebiger Augenschmaus.

Poldi, bist du es? weiterlesen

Trügerische Idylle am Revers

Autorin: Christine Ranseder

Man findet sie auf Flohmärkten oder in Altwarenläden und auch so manche Ausgrabung bringt sie wieder ans Tageslicht: Winterhilfswerk-Abzeichen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die hier gezeigten Exemplare stammen aus einem mit dem Schutt zerstörter Häuser verfüllten Luftschutzdeckungsgraben. Er wurde während einer archäologischen Untersuchung im Anton-Baumann-Park angeschnitten.
So niedlich diese kleinen Funde auch sein mögen, sie haben eine belastete politische Bedeutung.

Trügerische Idylle am Revers weiterlesen

Spuren der jüngsten Vergangenheit im Anton-Baumann-Park

Autorin: Christine Ranseder

Er war ein guter Hund bis zuletzt. Seine Stunde schlug im Zweiten Weltkrieg, als Bomben auf Häuser in der Nähe des Anton-Baumann-Parks fielen.
In dem kleinen Park steht noch heute ein Wasserturm der ehemaligen Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung. Im Oktober 2019 begab sich die Stadtarchäologie Wien auf die Suche nach dem zugehörigen Wasserbehälter, der 1839 kaum errichtet auch schon den Blicken durch eine Erdaufschüttung entzogen worden war. Der Nachweis gelang und als Zugabe wurde ein mit dem Schutt während des Krieges zerstörter Häuser verfüllter Luftschutzdeckungsgraben angeschnitten. Archäologie macht auch Zeitgeschichte greifbar.

Spuren der jüngsten Vergangenheit im Anton-Baumann-Park weiterlesen

Sprechen wir über Schönheit!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Dass Selbige ganz im Auge des Betrachters liegt, ist eine alte, aber nach wie vor gültige Wahrheit. Wir erlauben uns also wieder einmal, einen Blick auf unseren „ungeschminkten“ Arbeitstisch zu werfen und die innere Schönheit, die sich dort findet, ins Rampenlicht zu rücken.

Sprechen wir über Schönheit! weiterlesen

Von Hirsch und Mensch

Autorin: Christine Ranseder

… und ein Blümlein gibt es als Draufgabe. Erfreulicherweise vergrößert sich die Zahl der Wiener Nachweise von Keramik mit Malhorndekor dank der jüngsten Ausgrabungen. Darstellungen von Mensch und Tier bleiben dennoch eine Seltenheit. Daher sind Bruchstücke von Tellern mit figurativem Dekor aus dem Fundmaterial der – im Zuge des Ausbaus der Fernkälte stattfindenden – Künettengrabung Dominikanerbastei besondere Gustostückerl. Nicht zuletzt erzählen sie eine Geschichte von Sein und Schein.

Von Hirsch und Mensch weiterlesen

Fernöstliche Idylle auf einer Untertasse

Autorin: Christine Ranseder

Die Sehnsucht nach ein bisschen Exotik im tristen Alltag ist kein modernes Phänomen. Neue Entdeckungen zogen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert immer wieder begeistert angenommene Moden – von der Turkomanie bis zur Ägyptomanie – nach sich, die ihren Niederschlag auch im Geschirr fanden. Ein Beispiel für Chinoiserie kam unlängst im Keller des Hauses Friedrich-Schmidt-Platz 4 zu Tage. Doch was verrät uns der Fund noch?

Fernöstliche Idylle auf einer Untertasse weiterlesen

Verspielte Delphine auf Bekrönungskacheln

Autorin: Christine Ranseder

Träumen Sie auch vom Meer? Das kühle Nass können wir natürlich nicht bieten, doch Delphine sind im Fundrepertoire vorhanden. Als dekorative Pärchen tummeln sie sich auf Bekrönungskacheln, die im Haus Judenplatz 8 zu Tage kamen.

Verspielte Delphine auf Bekrönungskacheln weiterlesen

Noch einmal Scherben aus der Werdertorgasse

Autorin: Christine Ranseder

Die Funde aus der Werdertorgasse beschäftigen uns noch immer und werden uns auch weiter auf Trab halten. Beim sortieren und bearbeiten von Fotos der Malhornware im Homeoffice – wie die meisten von uns, bin auch ich derzeit von „meinen“ Funden getrennt – stellten sich zwei Bruchstücke als besonders spannend heraus.

Noch einmal Scherben aus der Werdertorgasse weiterlesen