Schneckereien

Autorin: Christine Ranseder

Wie halten Sie es mit Schnecken auf Ihrem Teller? Sind sie ein Leckerbissen oder haben die Tiere mit dem hübschen Haus für Sie den Igitt-Faktor? Nun ja, auch Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten lassen sich anhand archäologischer Funde nachverfolgen. Grabungen der letzten Jahre zeigen, dass Weinbergschnecken im Wien des 18./19. Jahrhunderts öfter auf dem Speisezettel gestanden haben dürften, als uns heute lieb wäre. Doch wie wurden sie zubereitet?

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Abfall eines Haftlmachers

Autorin: Christine Ranseder

Häkchen und Ösen tauchen immer wieder im Fundmaterial auf, schließlich sind sie einer der beliebtesten und langlebigsten Gewandverschlüsse. Sie gehen leicht verloren oder kommen mit den Toten ins Grab. Was uns lange fehlte, war der Nachweis von Rohmaterial und Halbfertigprodukten. Mittlerweile ist auch dieser gelungen.

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Unter den Teppich gekehrt

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Kehrt man etwas unter den Teppich, geschieht das meist, um es verschwinden zu lassen, gleich ob es sich dabei um eine unangenehme Tatsache oder „Wollmäuse“ handelt. Grundsätzlich keine besonders löbliche Zugangsweise, die von den meisten MitbürgerInnen eher scheel betrachtet wird, außer die MitbürgerInnen sind ArchäologInnen und freuen sich über „unter dem Teppich“ konservierte Funde.

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Wohl temperiert!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Früher war es die Fernwärme, die uns Einblicke mittels Künetten verschaffte, jetzt sind es immer öfter auch Arbeiten im Zeichen der Fernkälte.
Ganz unter uns? Ob kalt oder warm, ist den archäologischen Funden und Befunden herzlich egal. Auch wenn es für ArchäologInnen nach einem etwas kühlen Frühling durchaus ein Thema sein kann und vor allem für jene ArchäologInnen relevant wurde, die besagte Künetten vor Ort betreuten. Die diesjährigen Arbeiten nehmen Fahrt auf, es ist an der Zeit, einen kleinen Rückblick auf die Ergebnisse des letzten Jahres durchzuführen.

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Funde – auch hier das A und O(Ö)!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Vom fast vollständigen Topf bis zum gestempelten Mauerziegel hat die Ausgrabung in der Hanuschgasse 3 eine Menge an Fundmaterial gebracht. Nach einem schnellen Überblick über die Befunde wollen wir Ihnen jetzt das Fundmaterial natürlich nicht vorenthalten, zumal das eine oder andere Stück überraschende Einblicke gewährt!

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Gruben soweit das Auge reicht!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer 1

Darf es zur Abwechslung einmal wieder etwas Großflächiges sein? Oft genug ist das Sichtfenster schmal, durch das ArchäologInnen in den Wiener Untergrund starren dürfen. Künetten, häufig und aus wissenschaftlicher Sicht durchaus ein Informationsbringer, haben naturgemäß ihre Grenzen, was die Aussage und Auswertbarkeit anbelangt. Diese Beschränkungen sind wenig verwunderlich, wie jeder bestätigen kann, der schon einmal durch einen schmalen Schlitz ein kompliziertes Gemälde zu betrachten und zu „erkennen“ versucht hat. Umso erfreulicher sind großflächige Einblicke, wie sie uns gerade eben erst in der Hanuschgasse 3 gewährt wurden!

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Wenn Knöpfe sprechen könnten … Neue Funde aus Soldatengräbern der Schlacht von Aspern

Autorin: Christine Ranseder

ArchäologInnen beim Freilegen eines Massengrabes aus dem Jahr 1809. (Foto: Stadtarchäologie Wien/Martin Penz)

Im Herbst 2020 wurden bei Grabungen im Vorfeld von Bauarbeiten in der Seestadt Aspern erneut zwei Massengräber aufgedeckt. In ihnen waren Soldaten bestattet worden, die im Jahr 1809 in der Schlacht von Aspern fielen.

Obwohl Schlachtfelder in der Regel abgeräumt, das heißt alles Brauchbare eingesammelt wurde, verblieben bei den vor Ort begrabenen Toten trotzdem immer wieder einzelne Uniformbestandteile sowie privater Besitz. Stoff und Leder zersetzten sich im Boden schnell, diverse Gewandverschlüsse und andere Objekte aus Metall sind jedoch erhalten geblieben. Auch aus den beiden im Vorjahr von der Stadtarchäologie Wien in Kooperation mit der Grabungsfirma Novetus GmbH untersuchten Gräbern konnten Knöpfe, Hafteln, Münzen, ein Fingerring und zahlreiche Musketenkugeln geborgen werden. Auffallend ist, dass es sich bei den Knöpfen um ein Sammelsurium handelt, das es bei einem ordnungsgemäßen Zustand der Uniformen eigentlich nicht geben sollte.

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Neue Gräber der Schlacht von Aspern 1809

Autor: Franz Eschner

Spätherbst 2020: Wenn bei Martin Penz, Stadtarchäologie Wien, das Handy läutet und sich „Wien 3420 Aspern Development AG“ meldet, ist schnelles Handeln gefragt. Ein aufmerksamer Baggerfahrer hat bei Grabungsarbeiten für die Seestadt Aspern eine Beobachtung gemacht. Im Erdreich vor dem Schaufellader sind Knochen aufgetaucht. Bei Minusgraden und kaltem Westwind begutachten Martin Penz und ich die Fundstelle und erkennen rasch, worum es sich in der Grube handelt.

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Fortsetzung folgt! Die Keramikfunde der Ausgrabungen Wien 3, Rennweg 44

Autorin: Gertrud Mittermüller

Das Legionslager Vindobona und die mit ihm eng verflochtenen canabae legionis im Zentrum Wiens zählen seit mehr als hundert Jahren zu den Hotspots archäologischen Interesses. Ebenso weit reicht die Erforschung der weiter südöstlich gelegenen römischen Zivilsiedlung im heutigen Bezirk Landstraße zurück. Beiderseits eines vom Legionslager kommenden überregionalen Verkehrsweges in Richtung Carnuntum bestand diese Siedlung, in deren Mitte – Rennweg 44 – eines der größeren archäologisch untersuchten Areale von Wien liegt.

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