Leben und Sterben im Kloster – Vergessene und wiedergefundene Gräber aus der Vorstadt Landstraße

Autorin: Heike Krause

Vor fast 25 Jahren wurden bei Bauarbeiten im Innenhof des Hauses Siegelgasse 1 im 3. Wiener Gemeindebezirk mehrere menschliche Bestattungen entdeckt. Ihre Überreste und die Dokumentation lagerten wohl verwahrt im Depot. Nun wurden sie einer interdisziplinären Untersuchung unterzogen. Alter und Bedeutung dieser bisher unerforschten Funde konnten jetzt eindeutig geklärt werden.

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Was von der Metallborte übrig blieb …

Autorin: Christine Ranseder

… verrät uns leider nicht mehr, worauf sie einst befestigt war. Es handelt sich bei diesem seltenen Textilrest um einen Streufund,  der im Zuge einer Ausgrabung auf dem Areal eines ehemaligen Friedhofs am St.-Bartholomäus-Platz (Wien 17) aufgelesen werden konnte. Während der Belegung des Friedhofs wurden bei der Anlage jüngerer Gräber immer wieder ältere Bestattungen gestört und dabei  Knochen, Beigaben und Reste der Kleidung umgelagert, also aus ihrem Zusammenhang gerissen. Im Fall unseres Metallbortenfragments ging so die Information zur ursprünglichen Lage im Grab – und damit auch die Möglichkeit auf ein bestimmtes Kleidungsstück zu schließen – verloren. Spannend ist der Fund trotzdem. Doch was macht ihn so besonders?

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Glücksversprechen …

Autorinnen: Christine Ranseder, Ingeborg Gaisbauer

Der Jahreswechsel steht wieder einmal bevor: Kleeblätter, Hufeisen, Schweinchen, Pilze und Rauchfangkehrer haben Hochsaison. In unsicheren Zeiten kann es schließlich nicht schaden, ein wenig Zeit, Geld und Mühe in ein Glückssymbol zu investieren – sei es nun gekauft oder selbstgebastelt. Zwei Bruchstücke von Töpfen mit ungewöhnlicher Zier lassen ahnen, dass das Prinzip Hoffnung bereits im Spätmittelalter Konjunktur hatte.

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Druckfrisch: Fundort Wien

Autorin: Lotte Dollhofer

Unsere Reihe „Fundort Wien. Berichte zur Archäologie“ ist um einen Band reicher! Auch dieser Jahresbericht spiegelt nur allzu deutlich die vielgestaltigen Aufgabenbereiche der Stadtarchäologie Wien wider – sowohl das thematische wie auch das zeitliche Spektrum betreffend. Hier die Schwerpunktthemen in aller Kürze:

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Dem Wienfluss auf den Grund gehen – Ausgrabungen auf dem Karlsplatz

Autorin: Heike Krause

Seit einigen Wochen gräbt die Stadtarchäologie Wien auf dem Karlsplatz. Auftraggeber ist diesmal das Wien Museum. Untersucht wird das Areal der künftigen Plaza des neuen Museums. Fachgerecht sind mittlerweile mehr als drei Meter Schicht für Schicht abgetragen worden. Gerade waren mehrere Straßenoberflächen des 19. Jahrhunderts zum Vorschein gekommen. Jetzt geht es weiter in die Tiefe. Gesucht wird das Südufer des Wienflusses, dessen Bett einst unter dem Museumsgebäude lag. Auch Funde aus der Römerzeit oder dem Mittelalter können erwartet werden.

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Ein ewiger Hotspot – der Karlsplatz

Autorin: Constance Litschauer

Der Standort Karlsplatz und die Tatsache, dass die jüngsten Untersuchungen der Stadtarchäologie im Vorfeld zu den Erneuerungsmaßnahmen des Wien Museums stattfinden, lassen es schon vermuten: diesmal läuft alles etwas anders ab als sonst. Allzu oft bietet sich im Normalfall nämlich nicht die Gelegenheit, auch die jüngere Vorverbauung in dem Ausmaß zu dokumentieren, wie es uns diesmal möglich ist. Bestes Beispiel dafür: die bereits in den Medien vorgestellten alten Verkaufshallen (1922–1934).
Bevor wir daher den – archäologisch gesehen – zeitlichen Deckel zum 18. Jahrhundert auf der Grabungsfläche abtragen, wollen auch wir uns auf unserer Homepage dem Fundplatz widmen. Es ist an der Zeit ein erstes kurzes Resümee zu ziehen.

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Nicht militärisch, nicht zivil – die römischen „canabae legionis“

Autorin: Ursula Eisenmenger

Damit ist die Lagervorstadt gemeint, die sich um das Legionslager schmiegt. Wer dort lebte und arbeitete, stand unter der Befehlsgewalt des Lagerkommandanten, des praefectus castrorum.
Es sind die castra, die großen Standlager, die oft mit einer solchen Ummantelung versehen waren. Ab der römischen Kaiserzeit erbaut, kurbelten sie die Wirtschaft an: Wo römisches Militär stationiert war, da tauchten auch die Händler auf, deren kleine Verkaufsbuden canaba, -ae genannt wurden. Mit der Zeit mutierten sie zur militärisch verwalteten Lagervorstadt canabae legionis. Die sog. Leugenzone  intra leugam zog die Grenze. Es bedurfte der Zustimmung des Präfekten, wer sich dort niederlassen wollte. Dass allerdings aus dem Lateinischen canabae eine deutsche „Kneipe“ entstanden sein soll, ist nur ein Gerücht!
Eine echte Zivilsiedlung begründet schließlich eine Siedlungsdualität, wie sie schon in Carnuntum beobachtet wurde. In Vindobona, im 3. Wiener Gemeindebezirk am Rennweg gelegen, ist das jedoch eine andere Geschichte.

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Reich´ mir deine Tatze

Autorin: Christine Ranseder

Wer aufmerksam durch Wien spaziert wird ihnen oft begegnen: Greife. Sie schmücken Fassaden und stützen Laternen, zieren Treppengeländer und bereichern den Dekor von Innenräumen. Die Liebe zu dem schmucken Fabeltier erreichte im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Dass der Greif in Wien bereits im Spätmittelalter als symbolträchtige Zier geschätzt wurde, belegt ein Streufund vom St.-Bartholomäus-Platz.

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Der Nachttopf: Eine kleine Lösung für ein großes Problem

Autorin: Christine Ranseder

Luxuriöse Annehmlichkeiten auf der Toilette sind ein relativ junges Phänomen. Die Erfindung des Wasserklosetts ist den Engländern zu verdanken, doch konnte dieses hierzulande erst im 19. Jahrhundert langsam Fuß fassen. Bis dahin folgte das stille Örtchen – sowohl in Gaststätten als auch in Privathaushalten – dem Prinzip des Plumpsklos. Egal, ob es sich um Aborterker, Häuschen im Hinterhof oder Gangklo handelte.
Der Weg zum gemeinschaftlich genutzten Donnerbalken war oft weit und kalt. Was also tat der findige Mensch? Richtig, auf der Suche nach ein wenig Komfort und Privatsphäre griff man zum Gefäß. Da das Töpfchen aber regelmäßig auch wieder entleert werden musste, landete es gelegentlich mitsamt Inhalt in der unter dem Plumpsklo liegenden Latrinengrube – aus der es ArchäologInnen wieder ans Tageslicht befördern.
Außergewöhnlich viele Nachttöpfe konnten aus einem Latrinenschacht in der Kundmanngasse 21–27 geborgen werden. Sie sind recht vollständig erhalten. Das ist spannend, weil sich dadurch unterschiedliche Gefäßformen belegen lassen. Damit bereichern diese Funde unser Wissen über das Aussehen dieses nützlichen Gefäßtyps, dem wir in Wien bisher vor allem als kleines Bruchstück begegneten.

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Über 4067 BesucherInnen bei der Stadtarchäologie am Tag des Denkmals 2019

Autorin: Constance Litschauer

Es war ein wunderbarer Tag des Denkmals 2019 unter dem Motto „Kaiser, Könige und Philosophen“ für die Stadtarchäologie Wien. Heute möchten wir uns bei allen Besucherinnen  und Besuchern herzlich für das zahlreiche Kommen bedanken und einige Eindrücke von unseren beiden Stationen – dem „Römerstand“ beim Römermuseum und den beiden Führungen durch das mittelalterliche Wien – gerne teilen!

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