Im Stadtbild: Archäologisches am Michaelerplatz. Teil 2

Autorin: Christine Ranseder

Von den spätmittelalterlichen Anfängen der Paradeisgartelmauer war bereits im letzten Blog zu lesen. Aus heutiger Sicht betrachtet, lag dem Kaiser weder das Wohl des Klimas noch des Volkes am Herzen, als er sich zum Ausbau seines Lustgartens entschloss. Ein ansehnlicher Garten, der nicht zur Produktion von Nahrungsmitteln diente, war schlichtweg ein Statussymbol. Doch die Idylle mit Obstbäumen, Rosen, Teich und Vogelhaus währte nicht lange. Durch einen Brand im Jahr 1525 und die Erste Türkenbelagerung 1529 wurde die Gartenanlage stark beschädigt. Ein guter Zeitpunkt für grundlegende Veränderungen? Keineswegs.

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Im Stadtbild: Archäologisches am Michaelerplatz. Teil 1

Autorin: Christine Ranseder

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Urlaubssaison auch, und ich hege die Hoffnung, dass damit auch die vielen Baustellen wieder aus dem Stadtbild verschwinden. Nicht jedes Loch im Asphalt, so notwendig es für den Erhalt der Infrastruktur auch sein mag, lässt die Herzen von ArchäologInnen höher schlagen. Und gestehen wir es uns ein: Nur wenige davon geben so viel Geschichte preis, wie der am Michaelerplatz dauerhaft offen gehaltene Schnitt in Wiens Boden. Schließlich wurden hier ein Teil der während der Grabungen 1991 freigelegten Mauerreste in die Platzgestaltung miteinbezogen. Doch was gibt es tatsächlich noch zu sehen? Begleiten Sie mich auf eine kurze Zeitreise.

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Die Grabung in der Werdertorgasse 6 ist abgeschlossen!

Autorin: Ingrid Mader

Jetzt kann es ans Auswerten der Befunde und Funde gehen.
Aufmerksame LeserInnen konnten sich bereits erste Einblicke in die spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Befunde in der Werdertorgasse 6 verschaffen.  Zusammenfassend sei es gestattet, das eine oder andere noch zu ergänzen.

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Die „Schöne Wienerin“?

Autorin: Christine Ranseder

So ließe sich die Scherbe mit dem Gesicht einer Frau, geborgen in der Rasumofskygasse 29–31, scherzhaft benennen. Schließlich gleicht die Dame dem in der Literatur liebevoll als „Schöne Münchnerin“ angesprochenen Fund, der bei einer Grabung im Neuen Rathaus von München zu Tage kam, wie eine Schwester. Dem Wiener Fund ist es jedoch nicht gut ergangen. Er wurde in einer Planierschicht gefunden und das Gesicht sieht ein wenig mitgenommen aus. Doch zu welchem Gefäßtyp gehören die tönernen Schönen?

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Das Pasqualatihaus. Vom Festungswall zum Wohngebäude

Autorin: Heike Krause

Das stattliche Zinshaus Mölker Bastei 8 ist als Pasqualatihaus weithin bekannt. Der Komponist Ludwig van Beethoven (1770–1827) fand hier mehrmals zwischen 1804 und 1814 Quartier mit Fernsicht auf die Umgebung Wiens. Die Ringstraße und die sie begleitenden Bauten existierten seinerzeit freilich noch nicht. So bot sich ein weiter Blick über das Glacis bis zum nördlichen Wienerwald. Welches Panorama sich einem heute bietet, kann man selbst prüfen, denn die Beethoven-Wohnung kann besichtigt werden!

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Füße heben!

Autorin: Christine Ranseder

Nicht nur an den Rocklängen, auch an den Schuhspitzen lassen sich Modetrends ablesen. Im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert waren spitze Zehenpartien der letzte Schrei. In ihrer extremsten Ausführung konnten die Schuhspitzen der flach geschnittenen Schnabelschuhe („poulaines“) eine Länge von 10 cm erreichen. In die lächerlich lange Zehenpartie wurde Moos, Haar etc. gestopft, um sie in Form zu bringen. Zusätzlichen Halt verliehen hölzerne Unterschuhe, sog. Trippen. Praktisch waren diese Schuhe natürlich nicht. Kein Wunder also, dass sie vor allem bei Angehörigen der gesellschaftlichen Oberschicht beliebt waren. Schließlich musste man ja zeigen, dass man etwas Besseres war und es nicht nötig hatte, körperlich zu arbeiten. Das war man sich wert. Und was machte die weniger privilegierte Bevölkerung? Richtig, sie kaufte Schuhe mit weitaus kürzeren Zipfeln an den Schuhspitzen und träumte von einem besseren Leben.

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Schau mir in die Augen, Kleines

Autorin: Christine Ranseder

In der Werdertorgasse ist es uns gelungen, den edelsten Teil einer Dame zu finden: ihren Kopf. Keine Sorge: Es handelt sich nicht um ein menschliches Relikt, sondern das Haupt einer kleinen Statuette aus Ton. Diese werden nach der Kopfbedeckung, deren Falten das Gesicht umrahmen, Kruselerfigürchen genannt.

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Von allwissenden Abfallhalden in der Werdertorgasse

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Üppige Pressemeldungen überall! Da lacht das Herz des Archäologen und der geschichtsbegeisterte Bürger nickt wohlwollend ob der Aufmerksamkeit, die man der Vergangenheit dieser schönen Stadt so liebevoll angedeihen lässt.
Sollten Sie durch die Berichterstattung in den Medien auf den Geschmack gekommen sein: Es gibt reichlich Funde aus dieser Grabung, und wir freuen uns darauf, Ihnen das eine oder andere Objekt in den kommenden Wochen auf diesem Blog etwas näher zu bringen.

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Eine Dosis Stadtbefestigung und mehr

Autorin: Constance Litschauer

Man mag ja zu Befestigungsmauern aus den verschiedensten Gründen stehen wie man will – sieht man einmal davon ab, dass noch keine dauerhaft gehalten hätte, was sie versprochen hat!  Aus archäologischer Sicht ist es aber doch jedes Mal wieder aufsehenerregend, ein solches Relikt in seiner ganzen Mächtigkeit vor sich zu haben. Eine Baustelle in der Werdertorgasse bietet uns aktuell die Möglichkeit wieder einmal einen Blick auf einen Abschnitt der frühneuzeitlichen Festungsmauer Wiens zu werfen – und auch auf einige andere Überraschungen!

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Das Tier ohne Hinterteil

Autorin: Christine Ranseder

Als wir das Fragment eines kleinen tönernen Tierchens in einem Fundsackerl entdeckten, waren wir uns einig: Das putzige Kerlchen sieht wie ein Seehund aus, der gerade „Örf“ sagt, um einen Fisch zu erbetteln. Das kann natürlich nicht sein, denn im Mittelalter waren Seehunde in Wien unbekannt. Es dürfte sich also um ein vertrauteres Tier handeln. Raten Sie mit!

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