Tuchlauben Update!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Es ist nun schon ein paar Wochen her, seit wir das letzte Mal „Neues“ über „Altes“ aus der Tuchlauben zu bieten hatten: Höchste Zeit, Sie auf den neuesten Stand zu bringen und ein paar interessante Schichten und Funde von den Römern bis ins beginnende Hochmittelalter zu präsentieren.

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Poldi, bist du es?

Autorin: Christine Ranseder

Ja, er ist es! Sie ahnen es sicher schon, in diesem Blogbeitrag geht es wieder einmal um Kacheln. Das Fundmaterial ist nicht mehr ganz frisch, doch leider sind die Möglichkeiten im Homeoffice eingeschränkt, sprich: Ich muss tief in das Schatzkästchen bereits digitalisierter Objekte greifen. Unter diesen erweisen sich die Kachelfunde aus dem Haus Judenplatz 8 immer wieder als ergiebiger Augenschmaus.

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Trügerische Idylle am Revers

Autorin: Christine Ranseder

Man findet sie auf Flohmärkten oder in Altwarenläden und auch so manche Ausgrabung bringt sie wieder ans Tageslicht: Winterhilfswerk-Abzeichen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die hier gezeigten Exemplare stammen aus einem mit dem Schutt zerstörter Häuser verfüllten Luftschutzdeckungsgraben. Er wurde während einer archäologischen Untersuchung im Anton-Baumann-Park angeschnitten.
So niedlich diese kleinen Funde auch sein mögen, sie haben eine belastete politische Bedeutung.

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Das 11. Jahrhundert – ein Anfang in Scherben

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Während meines Studiums, also vor mittlerweile viel zu vielen Jahren, hatte Keramik des 11. Jahrhunderts in Wien eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Ungeheuer von Loch Ness: Alle paar Jahre kam es im Sommer zu einer unbestätigten Sichtung.
Begutachtete man die Scherben dann, waren sie meist jünger oder − sehr selten – älter. Eine konkrete Vorstellung, wo im 1. Bezirk sich das 11. Jahrhundert verbergen könnte, wollte sich einfach nicht einfinden. Aber siehe da: Die letzten Jahre brachten hier eine Wende und die derzeitige Künette in der Tuchlauben könnte die Situation noch einmal sprunghaft verbessern! Ein guter Grund, einen raschen vorbereitenden Blick auf die Problematik der Funde und Befunde des 11. Jahrhunderts in Wien zu werfen.

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Spuren der jüngsten Vergangenheit im Anton-Baumann-Park

Autorin: Christine Ranseder

Er war ein guter Hund bis zuletzt. Seine Stunde schlug im Zweiten Weltkrieg, als Bomben auf Häuser in der Nähe des Anton-Baumann-Parks fielen.
In dem kleinen Park steht noch heute ein Wasserturm der ehemaligen Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung. Im Oktober 2019 begab sich die Stadtarchäologie Wien auf die Suche nach dem zugehörigen Wasserbehälter, der 1839 kaum errichtet auch schon den Blicken durch eine Erdaufschüttung entzogen worden war. Der Nachweis gelang und als Zugabe wurde ein mit dem Schutt während des Krieges zerstörter Häuser verfüllter Luftschutzdeckungsgraben angeschnitten. Archäologie macht auch Zeitgeschichte greifbar.

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Von römischen Säulenhallen und mittelalterlichen Lauben

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Tuchlauben ist – ohne Zweifel – ein alter Straßenzug, zwar nicht römisch, wie es etwas betagte Theorien zur Geschichte Wiens gerne behaupten, aber immerhin mittelalterlich – und als Verbindung zwischen dem Hohen Markt und dem Graben höchst prominent gelegen. In den nächsten Wochen bieten sich der Stadtarchäologie Einblicke in diesen geschichtsträchtigen Boden, und aus gegebenem Anlass bringen wir, zur Einstimmung sozusagen, einen kleinen Überblick über die Entstehung der Tuchlauben.

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Des einen Freud, des andern Leid – mittelalterliche Keramik vom Frankhplatz

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nach Unmengen barocker Schönheiten darf ich mich jetzt doch endlich durchs Spätmittelalter wühlen: Was gibt es Schöneres für eine gelernte Mittelalterarchäologin als zylindrische Töpfe, elegant graue Oberflächen, etwas Graphitmagerung und ab und an ein wenig Glasur?

Aber persönliche Präferenzen einmal beiseite, es stand zu hoffen, dass sich am Frankhplatz das Spätmittelalter zeigen würde, immerhin wurden im Vorfeld schon Gruben mit Material aus dem 15. Jahrhundert angeschnitten, die mehr oder weniger der mittelalterlichen Vorstadt, ihrem Umfeld und ihrer Abfallentsorgung zuzurechnen waren.

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Textilerzeugung in einer endneolithischen Siedlung

Autorin: Christine Ranseder

Selbstversorger zu sein, bedeutete in der Urgeschichte weit mehr als Nahrungsmittelproduktion und -lagerung. In den Siedlungen wurden auch viele Dinge lokal hergestellt. Dazu zählten Gegenstände aus Ton oder Holz und natürlich Textilien. Da sich organisches Material im Boden jedoch nicht gut erhält, kann auf so manche Erzeugnisse fleißiger Hände nur noch indirekt geschlossen werden. Im archäologischen Fundgut finden sich Hinweise auf die Herstellung von Geweben recht häufig in Form von tönernen Spinnwirteln und Webgewichten. 2019 kamen im Zuge der Ausgrabung einer Siedlung des Endneolithikums am Fuß des Laaer Berges im unteren Liesingbachtal in einer Grube gleich neun Webgewichten zu Tage. Grund genug, einen Blick auf das Textilhandwerk in der Zeit um 2400 v. Chr. zu werfen.

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Es steht in den Sternen …

Autorinnen: Christine Ranseder, Ingeborg Gaisbauer

Was wäre Weihnachten ohne einen Stern! Archäologische Funde sind ja nur selten mit Sternchen verziert. Aber mit ein bisschen Fantasie und unter Aufbietung aller Kräfte im Homeoffice wurden wir unter den Fotos von Dingen, die in den letzten Jahren so über unsere Schreibtische wanderten, fündig.

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