Vom Hohen Markt bis zum Bauernmarkt – epochales Ende trifft auf hoffnungsvollen Neuanfang

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Idee vom Berghof als erste Keimzelle der mittelalterlichen Siedlung wurde in den letzten Jahren dank intensiver archäologischer und historischer Arbeit wieder zu dem, was sie ursprünglich war: eine urbane Legende. Nichtsdestotrotz wird die Nordost-Ecke bzw. die Nordseite des ehemaligen römischen Legionslagers immer noch gerne als Bereich des vorbabenbergischen mittelalterlichen Neubeginns gesehen. Immerhin stammt vom Ruprechtsplatz eine gewisse Menge frühhochmittelalterlicher Keramik.

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„Hinterhöfe, Gruben und Latrinen“: Neue Einblicke in die römische Lagervorstadt am Minoritenplatz.

Autor:innen: Kristina Adler-Wölfl, Martin Mosser, Sabine Jäger-Wersonig, Barbara Wieser

Der Minoritenplatz im Vogelschauplan von Joseph Daniel von Huber, 1769–1774. (© Wien Museum)

Zwischen Januar und Februar 2023 wurde der Wiener Minoritenplatz erneut zum Schauplatz archäologischer Forschung. Anlass war der Bau einer Fernkälteleitung. Erstmals seit der Errichtung der U-Bahnlinie U3 in den Jahren 1984 bis 1986 konnte dieser zentrale Bereich der Inneren Stadt wieder systematisch archäologisch begleitet werden.

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„Verkauft’s mei G’wand, i bin im Himmel“

Autorin: Constance Litschauer

Der in Hernals lebende Salzburger Dichter Ferdinand Sauter (1804–1854) mag beim Schreiben dieser Zeilen das 1786 aufgelassene Bestattungsareal am St.-Bartholomäus-Platz vielleicht noch erahnt haben, ehe er an Cholera erkrankte und am neuen Hernalser Friedhof (1784–1872) bestattet wurde. Heute erinnern oberirdisch nur noch der Kalvarienberg und die Kalvarienbergkirche an die einst den Platz prägende sakrale Landschaft. Unterirdisch sieht das anders aus, wie archäologische Untersuchungen bestätigen.

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Von der porta decumana zum Peilertor

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Auf zwei „Spuren“ brachte es die Straße, die durch die porta decumana führte. Das mittelalterliche Peilertor, das an derselben Stelle und vermutlich gestützt auf Reste des römischen Tores gebaut wurde, war hingegen nur einspurig. Auch sonst hat sich in dieser Ecke der Stadt zwischen Ausgang der Tuchlauben auf den Graben, Bognergasse und Naglergasse vom 2. bis ins 21. Jahrhundert sichtlich so einiges verändert …

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Zeig her dein Geld …

Autorin: Constance Litschauer

… und ich sage dir, wer du bist! Das trifft auch auf die im Sommer 2025 in der Seestadt Aspern aufgedeckte Börse zu, in der sich Münzen und Papierreste fanden. Vor dem Hintergrund der Schlacht bei Aspern (1809) gegen die französischen Truppen erzählen sie von ihrem ehemaligen Besitzer, aber auch von der Geld- und Wirtschaftspolitik in den habsburgischen Erblanden.

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We proudly present …

Autorin: Lotte Dollhofer

… Fundort Wien 28 / 2025, den druckfrischen Jahresbericht der Stadtarchäologie Wien!

Der prall gefüllte Band hält wieder viele Neuigkeiten und tiefer gehende Einblicke quer durch die Jahrhunderte bereit. Und er zeigt einmal mehr auf, dass die Archäologie einen wichtigen Beitrag zum Wissen um die kulturhistorische Entwicklung Wiens leistet.

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Geldbörse gefunden!

Autorin: Christine Ranseder

Eines unserer Grabungsteams fand in Aspern-Seestadt zwar nicht den Topf am Ende des Regenbogens, aber immerhin eine prall mit Münzen gefüllte Geldbörse. Sie kam als Streufund unmittelbar bei einem Grab von in der Schlacht von Aspern (1809) gefallenen Soldaten zu Tage. Zugegeben, der nach der Bergung noch feuchte Fund sah recht unansehnlich aus. Spannend − und eine Seltenheit − ist das Lederbörserl trotzdem. Nicht nur, weil alle wissen wollten: Was ist drin?

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Das hohe „C“ der Keramik – Ein Workshop über Graphit-/Grafitkeramik des 9.−11. Jahrhunderts

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nicht nur bei der Aufnahme keramischen Fundmaterials wird Graphit oder auch Grafit – beide Schreibweisen sind möglich – zumeist als „Gr“ abgekürzt angegeben. Auch im mineralogischen Zusammenhang oder zum Beispiel in einer Kartierung der österreichischen GeoSphere.

Das „C“ wiederum, ist das chemische Elementsymbol für Kohlenstoff und um nichts anderes handelt es sich bei Graphit nun einmal. So einfach und klar der chemische Hintergrund in diesem Fall auch sein mag, die archäologischen und historischen Fragestellungen sind komplex und vielfältig. Ein Workshop zu diesem Thema sollte helfen, den Status Quo des Wissensstandes darzustellen und wenn möglich neue Strategien für weitere Forschung zu definieren.

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Ein Pfundskerl von einem „As“

Autorin: Constance Litschauer

Wenn die Bognergasse im 1. Wiener Bezirk archäologisch thematisiert wird, darf man sich nicht wundern, etwas über die Quartiere römischer Centurionen im Legionslager von Vindobona zu erfahren. Dieses Mal aber soll ausnahmsweise eine in diesem Umkreis gefundene Münze im Mittelpunkt stehen.

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Von Herzögen, Kanälen, Parasiten und toten Römern …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Ei von einem Spulwurm des Menschen. (Foto: Herbert Auer/Hubert Aspöck)

Im Tod – wenn auch nicht in der Opulenz der Bestattung – sind sie alle gleich, wie man so schön sagt. Archäolog:innen starren nach der Freilegung immer nur leere Augenhöhlen entgegen – pathetisch, aber wahr: Welch´ Geist auch immer der meist spröde gewordenen Kalotte Scharfsinn, Witz oder einen Mangel an beiden verlieh, hat sich verflüchtigt.

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