Durchgebrannt. Was Gebrauchsspuren an Keramik verraten

Autorin: Christine Ranseder

Der Einsatz von Keramik im Haushalt war früher vielfältiger als heute. Gefäße aus Ton dienten zum Kochen, zum Aufbewahren von Vorräten, zum Holen und Wärmen von Wasser und als Tischgeschirr. Die Verwendung hinterließ Spuren, vor allem am Kochgeschirr.
Wir sind es gewohnt, bereits leicht beschädigte Dinge zu entsorgen und durch neue zu ersetzen. Diesen Luxus konnten sich in der Vergangenheit viele Haushalte nicht leisten. Töpfe und Pfannen, Schüsseln und Teller wurden verwendet bis sie buchstäblich den Geist aufgaben. „Schöne“ Beispiele dafür stammen aus zwei Grabungen im 3. Wiener Gemeindebezirk.

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Versuch und Irrtum

Autorin: Christine Ranseder

Wenn ArchäologInnen sich der Spekulation hingeben, schaut dabei nie Geld heraus. Aha-Erlebnisse sind jedoch nicht ausgeschlossen. Manchmal lässt das Spiel mit Ideen allerdings Ratlosigkeit zurück. Grund dafür ist, dass bei der Aufarbeitung von Funden meist Bruchstücken Informationen zur einstigen Gestalt, Beschaffenheit und Verwendung eines Objektes abgerungen werden müssen. Dabei kann es sich um Routinearbeit handeln, weil ähnliche Gegenstände in besserem Erhaltungszustand bereits ausreichend bekannt sind. Bei kniffeligeren oder seltenen Fragmenten wird die Aufgabenstellung jedoch oft durch einen Mangel an – publizierten – Vergleichsbeispielen erschwert. Leidet die Bearbeiterin an unstillbarer Neugier oder soll der datierte Fund auch mit kulturellen, wirtschaftlichen oder sozialen Entwicklungen seiner Zeit in Beziehung gesetzt werden, wird die wissenschaftliche Komfortzone schnell verlassen. Ein Beispiel gefällig?

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