Die „Schöne Wienerin“?

Autorin: Christine Ranseder

So ließe sich die Scherbe mit dem Gesicht einer Frau, geborgen in der Rasumofskygasse 29–31, scherzhaft benennen. Schließlich gleicht die Dame dem in der Literatur liebevoll als „Schöne Münchnerin“ angesprochenen Fund, der bei einer Grabung im Neuen Rathaus von München zu Tage kam, wie eine Schwester. Dem Wiener Fund ist es jedoch nicht gut ergangen. Er wurde in einer Planierschicht gefunden und das Gesicht sieht ein wenig mitgenommen aus. Doch zu welchem Gefäßtyp gehören die tönernen Schönen?

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Füße heben!

Autorin: Christine Ranseder

Nicht nur an den Rocklängen, auch an den Schuhspitzen lassen sich Modetrends ablesen. Im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert waren spitze Zehenpartien der letzte Schrei. In ihrer extremsten Ausführung konnten die Schuhspitzen der flach geschnittenen Schnabelschuhe („poulaines“) eine Länge von 10 cm erreichen. In die lächerlich lange Zehenpartie wurde Moos, Haar etc. gestopft, um sie in Form zu bringen. Zusätzlichen Halt verliehen hölzerne Unterschuhe, sog. Trippen. Praktisch waren diese Schuhe natürlich nicht. Kein Wunder also, dass sie vor allem bei Angehörigen der gesellschaftlichen Oberschicht beliebt waren. Schließlich musste man ja zeigen, dass man etwas Besseres war und es nicht nötig hatte, körperlich zu arbeiten. Das war man sich wert. Und was machte die weniger privilegierte Bevölkerung? Richtig, sie kaufte Schuhe mit weitaus kürzeren Zipfeln an den Schuhspitzen und träumte von einem besseren Leben.

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Schau mir in die Augen, Kleines

Autorin: Christine Ranseder

In der Werdertorgasse ist es uns gelungen, den edelsten Teil einer Dame zu finden: ihren Kopf. Keine Sorge: Es handelt sich nicht um ein menschliches Relikt, sondern das Haupt einer kleinen Statuette aus Ton. Diese werden nach der Kopfbedeckung, deren Falten das Gesicht umrahmen, Kruselerfigürchen genannt.

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Von allwissenden Abfallhalden in der Werdertorgasse

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Üppige Pressemeldungen überall! Da lacht das Herz des Archäologen und der geschichtsbegeisterte Bürger nickt wohlwollend ob der Aufmerksamkeit, die man der Vergangenheit dieser schönen Stadt so liebevoll angedeihen lässt.
Sollten Sie durch die Berichterstattung in den Medien auf den Geschmack gekommen sein: Es gibt reichlich Funde aus dieser Grabung, und wir freuen uns darauf, Ihnen das eine oder andere Objekt in den kommenden Wochen auf diesem Blog etwas näher zu bringen.

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Das Tier ohne Hinterteil

Autorin: Christine Ranseder

Als wir das Fragment eines kleinen tönernen Tierchens in einem Fundsackerl entdeckten, waren wir uns einig: Das putzige Kerlchen sieht wie ein Seehund aus, der gerade „Örf“ sagt, um einen Fisch zu erbetteln. Das kann natürlich nicht sein, denn im Mittelalter waren Seehunde in Wien unbekannt. Es dürfte sich also um ein vertrauteres Tier handeln. Raten Sie mit!

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Der schöne Schein …

Autorin: Christine Ranseder

Ich weiß, fingernagelgroße Scherben sind kein Publikumsrenner. Ich möchte Ihnen dieses Exemplar dennoch nicht vorenthalten, reiht es sich doch nahtlos in den Reigen der Keramikfunde, die vorgeben etwas Besseres zu sein, als sie tatsächlich sind. Die anderen Kandidaten blieben allerdings ob ihrer Unscheinbarkeit ohne Foto.

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Vom Blei zu Gold, vom Hühnerei zur güldnen Eierspeis – „transmutatio delectans“ in der einen wie der anderen Küche!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Manchmal sind Funde einfach heiß! Im wahrsten Sinn des Wortes heiß genug, um sich die Finger zu verbrennen. Derzeit sitzen wir gerade an einer Schnellsichtung eines alten Materials. Sichten, Umnummerieren, Umpacken – an sich nicht so prickelnd. Aber das Material hat es in sich. In den mittleren 90er Jahren am Judenplatz aus dem Boden geholt, als man das Shoah Mahnmahl baute, findet sich hier so einiges aus dem hoch- und spätmittelalterlichen Wien. Die Hasenöhrchen haben Ihnen ja schon die Osterfeiertage versüßt.
Diesmal fielen uns zwei Stücke in die Hände, die unterschiedlicher kaum sein können. Das eine, zylindrisch, massiv, etwas plump, aus Graphitkeramik, das andere feiner im Zuschnitt, von schwierig zu beschreibender Form, geringer Wandstärke und glasiert. Und doch teilen sie sich eine starke Affinität zum Feuer. Wohl handelt es sich in dem einen Fall ums Kochfeuer, in dem anderen Fall – Sie werden sehen!

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Abwarten und Tee trinken!

Autorin: Christine Ranseder

Oder doch lieber einen Kaffee schlürfen? Die Wiener waren ja nie große Teetrinker. Egal, im archäologischen Fundmaterial aus Wien fällt eine Zuweisung von Tassen zu dem einen oder dem anderen Heißgetränk ohnedies schwer. Nicht zuletzt weil uns eine breite Datenbasis für eine Typologie fehlt, denn bei Ausgrabungen kommt diese Gefäßform recht selten zutage. Eigentlich erstaunlich, Wien gilt ja als Hochburg des Kaffeehauses – zumindest in der Tourismuswerbung – und irgendwann wird doch auch in den Lokalen längst vergangener Zeiten etwas zu Bruch gegangen sein. Nun ja, wie so oft kann die Realität offensichtlich nicht mit der Fiktion mithalten.

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Lampen aus Vindobona – Eine zusammenfassende Vorlage der römischen Öllampenfunde

Autorin: Sylvia Sakl-Oberthaler

Die Idee, die römischen Öllampen aus Vindobona, die auf fast jeder römerzeitlichen Ausgrabung zum klassischen Fundrepertoire gehören, zusammenfassend vorzustellen, entstand bereits vor einigen Jahren. Für einen Lampenkatalog, der durch die ständig laufenden Grabungsprojekte der Stadtarchäologie immer weiter anwächst, erschien uns zu guter Letzt die Publikation in digitaler Form besonders geeignet, vor allem auch deshalb, weil sie ohne viel Aufwand aktualisiert werden kann.

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auro loquente omnis oratio inanis est – wenn Gold redet, dann schweigt die Welt

Autorin: Constance Litschauer

Mit den römerzeitlichen Fundmünzen geht es in diesem Beitrag um eine im Verhältnis zur Keramik oder zu den Tierknochen weniger häufig anzutreffende, dafür aber mitunter sehr aussagekräftige Fundgattung. Besonders, da sich ArchäologInnen dank des in Form von kaiserlichen Titeln und Ämtern in der Münzlegende oft angegebenen Prägedatums eine Hilfe bei der Datierung der aufgedeckten Einbauten erwarten! Wie also sah das typisch wienerische Münzspektrum in römischer Zeit aus?

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