Maßwerkfieber

Autorin: Christine Ranseder

Filigrane geometrische Muster in Durchbruchsarbeit, das so genannte Maßwerk, waren in der Gotik des Handwerkers liebste Zier. In der Architektur spielte Maßwerk eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung von Fenstern – nicht nur als Schmuck, sondern auch als konstruktionstechnisches Hilfsmittel, um das Fensterglas zu halten und dem Winddruck zu trotzen. Doch weil es so schön ist und dem damaligen Zeitgeschmack entsprach, kam es auch für Altäre, Möbel, Schmuck und Kachelöfen zum Einsatz. Fall Sie noch immer rätseln: Das eigenartige Ding auf dem Foto ist ein Bruchstück von einer Ofenkachel mit bescheidenem Maßwerk.

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Aus der Ferne komm ich her

Autorin: Christine Ranseder

Im archäologischen Fundmaterial des Mittelalters und der frühen Neuzeit weist nichts darauf hin, dass sich Wien mit den reichen Hansestädten oder „global playern“, wie London und Amsterdam, messen konnte. Doch selbst das aus der Sicht des Welthandels vergleichsweise unbedeutende Wien bekam seinen Anteil an Importen – auch wenn es sich zumeist um recht bescheidene Waren handelte.

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Graphit – eindeutig zum „guten Ton“ gehörend …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Was können ein Topf und ein Ziegel gemeinsam haben, außer dass es sich bei beiden im weiteren Sinne um Produkte aus gebranntem Ton handelt? Wenig, außer sie wurden mit demselben speziellen Hintergedanken gefertigt: Hitzebeständigkeit!

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Aus der Wundertüte: Wiener Kaffeehauspfeifen

Autorin: Christine Ranseder

Heute polarisiert das Rauchen von Zigaretten die Gesellschaft, früher galt das „Du sollst nicht …!“ den Pfeifenrauchern. Als der Tabakkonsum hierzulande im 17. Jahrhundert begann, durfte noch jeder die Pflanze im eigenen Garten anbauen, um sich ein Pfeiflein zu stopfen. Doch kaum hatte die Bevölkerung Gefallen an dem neuen Genussmittel gefunden, setzen auch schon die Verbote ein. Um die Gesundheit scherte sich dabei allerdings niemand.

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O Engel rein, o Schützer mein….

Autorin: Constance Litschauer

Grabungen im Bereich ehemaliger Friedhöfe bringen nicht nur sterbliche Überreste zu Tage! Diese Tatsache ist den aufmerksamen BlogleserInnen sicherlich nicht entgangen, da ja an gleicher Stelle bereits mehrfach Trachtbestandteile und Schmuckstücke aus Grabkomplexen vorgestellt wurden. Dass diese Ensembles nicht nur Profanes umfassten, sondern auch Religiöses wie Rosenkränze, Kreuze, Medaillen und Breverl, liegt dabei wenig überraschend auf der Hand.

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Aus der Wundertüte: Fragment eines Bodens mit Christusmonogramm

Autorin: Christine Ranseder

Weihnachten naht und passend zur Saison tauchte bei der Durchsicht von Funden aus der Hernalser Hauptstraße 59–63 (Wien 17) ein Gefäßbruchstück mit dem Kürzel für den Namen Jesus auf. Das ist fast schon eine kleine Sensation, denn Funde mit religiösen Symbolen sind im Siedlungsmaterial eher selten anzutreffen.

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Des einen Wohlgeruch …

Autorin: Christine Ranseder

… ist des anderen Kopfweh. In der Vorweihnachtszeit können das vermutlich Leidgeprüfte bestätigen, die allergisch auf Duftlampen reagieren. Mir genügen fünf Minuten in der Nähe eines solchen Dinges und ich habe einen Brummschädel. An Weihrauchschwaden, die durch Kirchen wabern, möchte ich gar nicht denken. Im Kult spielte das Räuchern natürlich schon immer eine wichtige Rolle. Im Wiener Raum stammen die ersten Belege für das Verbrennen wohlriechender Substanzen aus der Römerzeit.

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In Freundschaft und Liebe

Autorin: Christine Ranseder

E3? Der Konsument von heute denkt dabei vermutlich an einen Lebensmittelzusatz. Doch weit gefehlt! Die 3 ist der deutsche Beitrag zur Sprache der Liebe, wie man sie im 18. Jahrhundert pflegte. Laut gelesen wurde die Zahl ähnlich wie das Wort treu ausgesprochen. Auf einem Ring galt die Kombination aus Initiale und 3 also als Treueschwur. Wer sich hinter dem Buchstaben E auf unserem Ring verbirgt, wird für alle Ewigkeit im Dunkeln bleiben. Auch über den emotionalen Zustand und das Schicksal dieses Namenlosen lässt sich nur mutmaßen. ArchäologInnen müssen sich bekanntlich mit den materiellen Beweisen einstiger Zuneigung begnügen. So mancher Fingerring belegt zumindest den Weg in den Hafen der Ehe und den dortigen Verbleib.

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Ein Ringlein kommt selten allein

Autorin: Christine Ranseder

Erinnern Sie sich noch an die alten Zwirnknöpfe, mit denen Bettzeug verschlossen wurde? In ihrem Inneren befinden sich Ringlein aus Metall, die ArchäologInnen bereits aus der frühen Neuzeit kennen – allerdings nicht aus Schlafzimmern, sondern aus Gräbern.

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