Im Stadtbild: Archäologisches am Michaelerplatz. Teil 1

Autorin: Christine Ranseder

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Urlaubssaison auch, und ich hege die Hoffnung, dass damit auch die vielen Baustellen wieder aus dem Stadtbild verschwinden. Nicht jedes Loch im Asphalt, so notwendig es für den Erhalt der Infrastruktur auch sein mag, lässt die Herzen von ArchäologInnen höher schlagen. Und gestehen wir es uns ein: Nur wenige davon geben so viel Geschichte preis, wie der am Michaelerplatz dauerhaft offen gehaltene Schnitt in Wiens Boden. Schließlich wurden hier ein Teil der während der Grabungen 1991 freigelegten Mauerreste in die Platzgestaltung miteinbezogen. Doch was gibt es tatsächlich noch zu sehen? Begleiten Sie mich auf eine kurze Zeitreise.

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Kurzer Ausflug zu den Hernalser Legionsziegeleien

Autorin: Constance Litschauer

Erinnert sich  noch jemand an die sensationellen archäologischen Ergebnisse zur römerzeitlichen Ziegelproduktion in Hernals im Umfeld der Steinergasse? Eine aktuelle Künettenaufgrabung im Zuge von Gas- und Wasserrohrverlegungen in der angrenzenden Geblergasse ermöglicht es uns derzeit unser Wissen dazu zu vertiefen! Aufgrund der räumlichen Begrenztheit sind die Ergebnisse auf den ersten Blick zwar unspektakulär, für uns sind sie aber allemal zufriedenstellend – lassen sich doch einige Befunde und Schichten mit Altbekanntem vergleichen oder sogar gleichsetzen. Und wer weiß, was wir noch alles entdecken!

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Lampen aus Vindobona – Eine zusammenfassende Vorlage der römischen Öllampenfunde

Autorin: Sylvia Sakl-Oberthaler

Die Idee, die römischen Öllampen aus Vindobona, die auf fast jeder römerzeitlichen Ausgrabung zum klassischen Fundrepertoire gehören, zusammenfassend vorzustellen, entstand bereits vor einigen Jahren. Für einen Lampenkatalog, der durch die ständig laufenden Grabungsprojekte der Stadtarchäologie immer weiter anwächst, erschien uns zu guter Letzt die Publikation in digitaler Form besonders geeignet, vor allem auch deshalb, weil sie ohne viel Aufwand aktualisiert werden kann.

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Im Stadtbild: Reste vergangener Wehrhaftigkeit

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Mauer des römischen Legionslagers zu betrachten, ist uns in Wien leider nicht vergönnt. Selbstverständlich weiß jeder Römer-faszinierte Wiener, dass sich die Umrisse des ehemaligen Lagers ganz einfach bei einem netten kleinen Frühlingsspaziergang abgehen lassen, aber es bleibt ein klares „hier war es einmal“-Spiel. Selbst dort, wo die Tuchlauben auf den Graben trifft, lassen sich die Ausmaße der porta decumana nur noch erahnen, wenn man weiß, wie man sich das ganze vorzustellen hat. Mittelschlechte Karten also, für die Sichtbarkeit der Befestigung im Stadtbild?

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Die römische Befestigung lässt grüßen

Autorin: Constance Litschauer

© Stadtarchäologie Wien - Constance Litschauer

Des Einen Leid ist zumindest manchmal des Archäologen Glück! Ganz aktuell bot ein Gasgebrechen an der Ecke Naglergasse/Tuchlauben im 1. Bezirk eine der seltenen Möglichkeiten einen Blick auf die Reste der porta decumana des rund 1900 Jahre alten Legionslagers von Vindobona zu werfen.

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auro loquente omnis oratio inanis est – wenn Gold redet, dann schweigt die Welt

Autorin: Constance Litschauer

Mit den römerzeitlichen Fundmünzen geht es in diesem Beitrag um eine im Verhältnis zur Keramik oder zu den Tierknochen weniger häufig anzutreffende, dafür aber mitunter sehr aussagekräftige Fundgattung. Besonders, da sich ArchäologInnen dank des in Form von kaiserlichen Titeln und Ämtern in der Münzlegende oft angegebenen Prägedatums eine Hilfe bei der Datierung der aufgedeckten Einbauten erwarten! Wie also sah das typisch wienerische Münzspektrum in römischer Zeit aus?

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Vom „großen Graben“ zur Begegnungszone: die Rotenturmstraße

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nach dem Stephansplatz ist es jetzt für die Rotenturmstraße und ihr allernächstes Umfeld soweit. Die gesamte Oberfläche wird erneuert, eine Begegnungszone eingerichtet und im Vorfeld natürlich einige Arbeiten im Untergrund, Leitungen aller Art betreffend, durchgeführt. Und genauso wie am Stephansplatz wird es auch hier eine archäologische Begleitung der einzelnen Schritte geben. Immerhin ist dieser heutige Straßenzug mit einer fast ebenso abwechslungsreichen Geschichte gesegnet wie der Platz um St. Stephan. Grund genug, sich in dem einen oder anderen Blogbeitrag mit eben dieser Geschichte etwas genauer auseinanderzusetzen und die neuen Ergebnisse vorzustellen.

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Des einen Wohlgeruch …

Autorin: Christine Ranseder

… ist des anderen Kopfweh. In der Vorweihnachtszeit können das vermutlich Leidgeprüfte bestätigen, die allergisch auf Duftlampen reagieren. Mir genügen fünf Minuten in der Nähe eines solchen Dinges und ich habe einen Brummschädel. An Weihrauchschwaden, die durch Kirchen wabern, möchte ich gar nicht denken. Im Kult spielte das Räuchern natürlich schon immer eine wichtige Rolle. Im Wiener Raum stammen die ersten Belege für das Verbrennen wohlriechender Substanzen aus der Römerzeit.

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Eine zivile Siedlung namens VINDOBONA – Folge 3

Autorinnen: Ingrid Mader und Michaela Müller

Dem Rennweg im 3. Bezirk entsprach – wie in vorhergehenden Blogbeiträgen ausgeführt – schon in der Römerzeit eine wichtige Ost-West führende Straße. Sie fungierte auch als Umfahrungsstraße, die südlich des Legionslagers (z. B. am Michaelerplatz) vorbeilief und weiter nach Osten in Richtung Provinzhauptstadt Carnuntum führte. Entlang dieser Straße wurden sicherlich zahlreiche Geschäfte getätigt!

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Eine zivile Siedlung namens VINDOBONA – Folge 2

Autorinnen: Ingrid Mader und Michaela Müller

Siedlungsreste aus der Spätlaténezeit sind also relativ zahlreich im nördlichen, Donau nahen Gebiet, gut belegt. Eindeutige archäologische Quellen zur römischen Besiedlung im 1. Jahrhundert nach Chr. sind hingegen eher selten.
Unter dem Rennweg (z. B. an der Adresse Rennweg 31–33) entdeckte man schon Ende des 19. Jahrhunderts massive und bis zu 100 m lange Schotterungen (mit Steinen, Ziegelstücken und Mörtel). Dem heutigen Rennweg entspricht daher ein Straßenverlauf, der in der Römerzeit wohl von Anfang an vorhanden war und als Limesstraße anzusehen ist. Als Limesstraße bezeichnen wir eine Hauptverkehrsachse, welche die Kastelle entlang der Grenze des römischen Wirtschaftsraumes verband. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts werden entlang dieser Straßenachse die römischen Funde zahlreicher, sodass man von einer räumlich noch kleinen Ansiedlung ab dem späten 1. Jahrhundert nach Chr. ausgehen kann.

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