HIP, HIP, HURRAH!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Initiative Seniorarchäologie ist auszeichnungswürdig! Nicht, dass uns das jetzt überraschen würde, immerhin sehen wir hier Tag für Tag was für Leistungen unsere Volontäre erbringen. Trotzdem: Es ist immer wieder angenehm, gelobt zu werden, Bestätigung auch oder gerade von Außenstehenden zu bekommen. Prestigeträchtig ist es natürlich auch, und das schadet bekanntlich auch nicht, zumal es diesmal vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz kommt.
Im letzten Sommer haben wir an einer „Good Practice“ Studie zur Bildungsarbeit mit älteren Menschen teilgenommen. Im Rahmen dieses „Good Practice“ Projekts wurde die Arbeit vor Ort evaluiert und unsere freiwilligen Mitarbeiter hatten die Gelegenheit, mittels Fragebögen aus ihrer Sicht die Initiative zu bewerten. Nun, wir haben uns gut geschlagen und am 1. April (kein Scherz!) gibt es eine Zertifikatsverleihung in der Urania.
Mir persönlich macht aber am meisten Freude, dass im Rahmen dieser Evaluierung vor Ort auch unsere Volontäre Fragebögen ausgefüllt haben und darin ihre Tätigkeit hier, die Betreuung und die Wissensvermittlung bewerten konnten. Ganz offenbar haben wir auch in dieser Kategorie sehr gut abgeschnitten. Das bedeutet für mich, dass die Initiative Seniorarchäologie wirklich für beide Seiten ein Gewinn ist und die Arbeit in ihrem Rahmen uns allen ein „Mehr“ bringt.

Versuch und Irrtum

Autorin: Christine Ranseder

Wenn ArchäologInnen sich der Spekulation hingeben, schaut dabei nie Geld heraus. Aha-Erlebnisse sind jedoch nicht ausgeschlossen. Manchmal lässt das Spiel mit Ideen allerdings Ratlosigkeit zurück. Grund dafür ist, dass bei der Aufarbeitung von Funden meist Bruchstücken Informationen zur einstigen Gestalt, Beschaffenheit und Verwendung eines Objektes abgerungen werden müssen. Dabei kann es sich um Routinearbeit handeln, weil ähnliche Gegenstände in besserem Erhaltungszustand bereits ausreichend bekannt sind. Bei kniffeligeren oder seltenen Fragmenten wird die Aufgabenstellung jedoch oft durch einen Mangel an – publizierten – Vergleichsbeispielen erschwert. Leidet die Bearbeiterin an unstillbarer Neugier oder soll der datierte Fund auch mit kulturellen, wirtschaftlichen oder sozialen Entwicklungen seiner Zeit in Beziehung gesetzt werden, wird die wissenschaftliche Komfortzone schnell verlassen. Ein Beispiel gefällig?

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Zusammengefasst!

Autorin: Ursula Eisenmenger

Manches braucht länger: 2008 wurden diverse Wirkungsplätze der Stadtarchäologie zu einem Arbeitsplatz zusammengefasst – mit Ausnahme der Werkstatt für Erstaufnahme und Konservierung. An die 20 Jahre war diese beherbergt in der VHS Meidling in der Längenfeldgasse. Sie hat Viele und Vieles gesehen: Knochenhaufen und Keramikberge, Kleines und Feines und vor allem und besonders an der Stadtgeschichte Wiens Interessierte, die sich auch nicht durch Hitze und Staub abhalten haben lassen, unermüdlich zu waschen und zu beschriften und zu sortieren und zu kleben.

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3-D-Puzzles der anderen Art

Autorin: Sigrid Czeika

Die Tätigkeit innerhalb des Fachbereiches der Archäozoologie umfasst nicht nur das Bestimmen von Tierresten, deren Auswertung und Interpretation, sondern benötigt auch einiges Fingerspitzengefühl und manchmal sehr viel Geduld. Letztere ist besonders beim Restaurieren gefordert und zwar dann, wenn eines der „3-D-Puzzles“ auftaucht.

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Hafteln – ein Dauerbrenner

Autorin: Christine Ranseder

Heute sind die unscheinbaren Hafteln vor allem als Verschlüsse von Büstenhaltern unverzichtbar. Die kleinen aus Draht gebogenen Häkchen und Ösen haben jedoch eine viel längere Geschichte als man vermuten würde. Sie unterstützen schon seit einigen Jahrhunderten den guten Sitz der Kleidung. Sein Aussehen hat das Haftel dabei  nicht verändert, nur gleichförmiger ist es durch die Industrieproduktion geworden.

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Was von den Nestelhülsen übrig blieb …

Autorin: Christine Ranseder

Bei der Durchsicht der Beigaben aus den am St.-Bartholomäus-Platz in Hernals freigelegten Gräbern stieß ich auf einige Nestelhülsen. Sie sind die Reste von einfachen Verschlüssen. Mit diesen schmalen zugespitzten Röhrchen aus Blech wurden ab dem 12. Jahrhundert die Enden von textilen Schnüren oder dünnen Lederriemen verstärkt. So konnten diese leichter durch Ösen gefädelt werden. Die metallenen Spitzen der Nesteln waren jedoch nicht nur funktional, sie spielten auch eine Rolle als dezenter Schmuck.

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Mit Lupe, aber ohne Hut

Autorin: Christine Ranseder

Auch für ein Buch wie „Napoleon in Aspern. Archäologische Spuren der Schlacht 1809“, das ohne Fußnoten und Katalog auskommt, muss zuerst Grundlagenarbeit geleistet werden. In diesem Fall stellten die Funde aus den in den Jahren 2009 bis 2016 durchgeführten Grabungen eine echte Herausforderung dar.

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Wortakrobatik und Gedankensprünge

Autorin: Christine Ranseder

Befund- und Fundkatalog sind fertig, die Chronologie erstellt, Vergleichsbeispiele gefunden, einzelne Textteile vielleicht schon geschrieben – doch damit ist die Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen. Nun gilt es, die Recherche auszuweiten. So kann es zum Beispiel notwendig sein, die bereits erarbeiteten Ergebnisse mit einer Haus- und Ortsgeschichte in Zusammenhang zu bringen. Manche Funde benötigen die Beschäftigung mit alten Herstellungstechniken, andere vielleicht eine Auseinandersetzung mit dem sozialen und wirtschaftlichen Umfeld ihrer einstigen Besitzer. Für mich ist dies der spannendste Teil des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses, weil er auch die Möglichkeit gibt über den Tellerrand zu schauen, Nachbardisziplinen einzubeziehen und in die Kulturgeschichte einzutauchen.

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Versteckte Information im Liniengewirr

Autorin: Susanne Uhlirz

Wie an dieser Stelle schon des Öfteren erwähnt: Nach der Grabung geht es erst richtig los – das betrifft nicht nur die Aufarbeitung der Funde, sondern auch die der Messdaten. Also die Pläne, die während der Grabung mit Hilfe des Reflektors und des schnellen Tachymeters (=Schnellmesser) direkt auf dem Laptop entstehen. Diese Rohdaten sind bestenfalls für die beteiligten Archäologen lesbar. Würden die Daten in diesem Rohzustand belassen – die nachfolgenden Wissenschaftsgenerationen hätten wenig Freude damit und auch keinen Informationsgewinn.

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