Des einen Wohlgeruch …

Autorin: Christine Ranseder

… ist des anderen Kopfweh. In der Vorweihnachtszeit können das vermutlich Leidgeprüfte bestätigen, die allergisch auf Duftlampen reagieren. Mir genügen fünf Minuten in der Nähe eines solchen Dinges und ich habe einen Brummschädel. An Weihrauchschwaden, die durch Kirchen wabern, möchte ich gar nicht denken. Im Kult spielte das Räuchern natürlich schon immer eine wichtige Rolle. Im Wiener Raum stammen die ersten Belege für das Verbrennen wohlriechender Substanzen aus der Römerzeit.

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Latinus fecit in Vindobona – Nachzulesen im neuen „Fundort Wien“

Autorin: Lotte Dollhofer

Latinus, der ungefähr in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts nach Christus gelebt hat, ist uns eigentlich schon länger bekannt. Er hat sich mit seinem Stempel auf einer Reibschüssel verewigt, die bereits 1904 beim Bau des sog. Zacherlhauses (Wien 1) aufgefunden wurde. Mehr als 100 Jahre später kamen an unterschiedlichen Orten in der Stadt (Wien 3 und 17) gleich zwei weitere gestempelte Reibschüsselfragmente mit seinem Namen zum Vorschein. Ein glücklicher Zufall, denn Reibschüsseln mit Namenstempel sind in Vindobona äußerst selten zu finden.

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Durch die „dunklen“ Jahrhunderte … etwas Quellenkunde und viele Gräber

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Wiener lieben das Makabre! So gefunden in demselben Kramladen an Klischees, wo unsere Ernährung über Schnitzel und Apfelstrudel definiert und die Überzeugung transportiert wird, dass wir uns hier alle im ¾ Takt vorwärtsbewegen. Paris hat die berühmteren Katakomben, in London tummeln sich früher die Serientäter, aber wir Wiener sind ja ach so gefällig düster. Dass sich zumindest die dunklen Jahrhunderte in Wien tatsächlich mehr über Bestattungen als Siedlungsreste definieren, ist allerdings weder dem Liebäugeln mit der großen Finsternis geschuldet, noch der Nachlässigkeit der Archäologie, sondern in erster Linie der Tücke des Objekts. Die Frage die sich hier aber folglich drängend stellt: Wie schreibt man Geschichte mit lauter Skeletten?

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In Freundschaft und Liebe

Autorin: Christine Ranseder

E3? Der Konsument von heute denkt dabei vermutlich an einen Lebensmittelzusatz. Doch weit gefehlt! Die 3 ist der deutsche Beitrag zur Sprache der Liebe, wie man sie im 18. Jahrhundert pflegte. Laut gelesen wurde die Zahl ähnlich wie das Wort treu ausgesprochen. Auf einem Ring galt die Kombination aus Initiale und 3 also als Treueschwur. Wer sich hinter dem Buchstaben E auf unserem Ring verbirgt, wird für alle Ewigkeit im Dunkeln bleiben. Auch über den emotionalen Zustand und das Schicksal dieses Namenlosen lässt sich nur mutmaßen. ArchäologInnen müssen sich bekanntlich mit den materiellen Beweisen einstiger Zuneigung begnügen. So mancher Fingerring belegt zumindest den Weg in den Hafen der Ehe und den dortigen Verbleib.

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Die Residenzstadt Wien an der Donau. Die Geschichte der Stadtbefestigung am Beispiel der Neutorbastion

Autorin: Ingrid Mader

Heute ist von der ehemalige Neutorbastion leider nichts mehr zu sehen. Im Bereich der Neutorgasse  4–8 wurden Teile derselben anlässlich eines Bauprojektes archäologisch und bauhistorisch untersucht. Die Ergebnisse liegen nun als Buch vor.

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Ein Ringlein kommt selten allein

Autorin: Christine Ranseder

Erinnern Sie sich noch an die alten Zwirnknöpfe, mit denen Bettzeug verschlossen wurde? In ihrem Inneren befinden sich Ringlein aus Metall, die ArchäologInnen bereits aus der frühen Neuzeit kennen – allerdings nicht aus Schlafzimmern, sondern aus Gräbern.

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Das mittelalterliche Wien 1: Der Anfang des Anfangs … oder nennt man das Vorgeschichte?

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Es war einmal vor langer, langer Zeit …
… ein Fürst, eine Burg und ein aufgelassenes Legionslager. Das ist der Stoff für … nun zumindest für drittklassige historische Romane (inkl. Drehbuchvorlage und schlechte filmische Umsetzung). Man könnte auch anders und etwas wissenschaftlicher anfangen und sagen: Kinder brauchen Märchen (frei nach Bruno Bettelheim) … und Erwachsene brauchen Mythen. Gründungsmythen, Selbstbestätigungsmythen und vor allem die „wir sind immer schon groß, schön und mächtig gewesen“ Mythen. Vor allem für Letztere sind wir (auch, oder gerade in Wien) sehr anfällig.

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Gottes Auge sieht alles, wir aber nicht

Autorin: Heike Krause

Mauern können leider nicht sprechen. Sie geben uns Rätsel auf, die nicht immer einfach zu lösen sind. Die Mauer unter dem Matzleinsdorfer Platz hat sich als ein derartiger Fall entpuppt. Von den Ermittlungen zur Klärung ihrer Funktion und ihres Alters soll hier die Rede sein. Gottes Auge sieht alles, wir aber nicht weiterlesen

Archäologische Verhörtechniken die „Erste“, oder: Wenn Mauern nicht sprechen wollen …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Wie bringt man eine Mauer zum Sprechen? Steine sind zwar recht persistent, aber zumindest in einer direkten Konfrontation (stellen Sie sich das bitte nicht zu gewalttätig vor!) nicht besonders eloquent. Besser ist es da schon, wenn man Mauersteine im Zusammenhang betrachtet, sie sozusagen als Kollektiv, mehr oder weniger durch Lehm oder Mörtel gebunden, sieht.

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