Menschen, die großen Verschmutzer

Autorin: Christine Ranseder

Seien wir ehrlich, ArchäologInnen verbringen viel Zeit mit dem Müll anderer Leute. Böse Zungen könnten behaupten, der Mensch hätte schon immer seinen Dreck dort fallen lassen, wo er gerade stand. Wenn nicht geputzt wird, bilden sich mit der Zeit schöne Schichten, die trotz ihres Namens mit Kultur wenig gemeinsam haben. Auch von Gruben, Latrinen, aufgelassenen Brunnen und unliebsam gewordenen Gräben ging eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus, sie doch bitte mit Abfall zu verfüllen. Uns ist das nur recht, lesen wir doch nicht aus dem Kaffeesud, sondern aus dem Erdreich.

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HIP, HIP, HURRAH!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Initiative Seniorarchäologie ist auszeichnungswürdig! Nicht, dass uns das jetzt überraschen würde, immerhin sehen wir hier Tag für Tag was für Leistungen unsere Volontäre erbringen. Trotzdem: Es ist immer wieder angenehm, gelobt zu werden, Bestätigung auch oder gerade von Außenstehenden zu bekommen. Prestigeträchtig ist es natürlich auch, und das schadet bekanntlich auch nicht, zumal es diesmal vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz kommt.
Im letzten Sommer haben wir an einer „Good Practice“ Studie zur Bildungsarbeit mit älteren Menschen teilgenommen. Im Rahmen dieses „Good Practice“ Projekts wurde die Arbeit vor Ort evaluiert und unsere freiwilligen Mitarbeiter hatten die Gelegenheit, mittels Fragebögen aus ihrer Sicht die Initiative zu bewerten. Nun, wir haben uns gut geschlagen und am 1. April (kein Scherz!) gibt es eine Zertifikatsverleihung in der Urania.
Mir persönlich macht aber am meisten Freude, dass im Rahmen dieser Evaluierung vor Ort auch unsere Volontäre Fragebögen ausgefüllt haben und darin ihre Tätigkeit hier, die Betreuung und die Wissensvermittlung bewerten konnten. Ganz offenbar haben wir auch in dieser Kategorie sehr gut abgeschnitten. Das bedeutet für mich, dass die Initiative Seniorarchäologie wirklich für beide Seiten ein Gewinn ist und die Arbeit in ihrem Rahmen uns allen ein „Mehr“ bringt.

Archäologie am Stadtrand

Autorin: Christine Ranseder

Nicht nur im innerstädtischen Bereich werden Spuren der „Proto-Wiener“ angetroffen. Auch am Stadtrand des heutigen Wiens gibt es einige archäologische Hotspots. Einer davon ist Oberlaa, im Südosten des heutigen 10. Wiener Gemeindebezirks.
Lange bevor im Mittelalter das Dorf Oberlaa entstand, ließen sich hier Menschen nieder. In den letzten Jahrzehnten konnten prähistorische Siedlungsreste aus dem Endneolithikum, der Hallstatt- und der Latènezeit archäologisch untersucht werden. Derzeit befindet sich neuerlich eine Ausgrabung im Planungsstadium, die es uns hoffentlich ermöglicht, weitere Belege der ausgedehnten endneolitischen Siedlung zu dokumentieren.
Doch was machte dieses Gebiet für die Menschen in der Urgeschichte so reizvoll?

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Maßwerkfieber

Autorin: Christine Ranseder

Filigrane geometrische Muster in Durchbruchsarbeit, das so genannte Maßwerk, waren in der Gotik des Handwerkers liebste Zier. In der Architektur spielte Maßwerk eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung von Fenstern – nicht nur als Schmuck, sondern auch als konstruktionstechnisches Hilfsmittel, um das Fensterglas zu halten und dem Winddruck zu trotzen. Doch weil es so schön ist und dem damaligen Zeitgeschmack entsprach, kam es auch für Altäre, Möbel, Schmuck und Kachelöfen zum Einsatz. Fall Sie noch immer rätseln: Das eigenartige Ding auf dem Foto ist ein Bruchstück von einer Ofenkachel mit bescheidenem Maßwerk.

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Im Stadtbild: Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen

Autorin: Heike Krause

Die Mölker Bastei verkörpert ein Stück „Alt-Wien“. Nostalgisch charmant wirken die kleinen Häuser am verwinkelten Mölker Steig. Hier – unweit des stark befahrenen Universitätsrings – herrscht eine erstaunliche Stille. Man fühlt sich merkwürdig entschleunigt. Als sei auf engem Raum die Zeit tatsächlich stehen geblieben. Kein Wunder, dass dieser Ort mehrfach als Kulisse diente. Sowohl für den Film „Der dritte Mann“ als auch für „Das Dreimäderlhaus“ nach dem Roman „Schwammerl“ von Rudolf H. Bartsch wurden Szenen dort gedreht. Der Name des Eckhauses Schreyvogelgasse 10 ist darauf zurückzuführen. Dabei ist die Geschichte über eine Romanze Franz Schuberts mit drei hier wohnenden jungen Frauen frei erfunden.
Die Häuser auf der Mölker Bastei blieben von der Demolierungswelle in der Gründerzeit verschont. Die Stützmauer der Rampe, die sich entlang der Schreyvogelgasse zieht, sieht aus wie eine alte Befestigungsmauer. Doch stimmt das auch?

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Graphit – eindeutig zum „guten Ton“ gehörend …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Was können ein Topf und ein Ziegel gemeinsam haben, außer dass es sich bei beiden im weiteren Sinne um Produkte aus gebranntem Ton handelt? Wenig, außer sie wurden mit demselben speziellen Hintergedanken gefertigt: Hitzebeständigkeit!

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Aus der Wundertüte: Wiener Kaffeehauspfeifen

Autorin: Christine Ranseder

Heute polarisiert das Rauchen von Zigaretten die Gesellschaft, früher galt das „Du sollst nicht …!“ den Pfeifenrauchern. Als der Tabakkonsum hierzulande im 17. Jahrhundert begann, durfte noch jeder die Pflanze im eigenen Garten anbauen, um sich ein Pfeiflein zu stopfen. Doch kaum hatte die Bevölkerung Gefallen an dem neuen Genussmittel gefunden, setzen auch schon die Verbote ein. Um die Gesundheit scherte sich dabei allerdings niemand.

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O Engel rein, o Schützer mein….

Autorin: Constance Litschauer

Grabungen im Bereich ehemaliger Friedhöfe bringen nicht nur sterbliche Überreste zu Tage! Diese Tatsache ist den aufmerksamen BlogleserInnen sicherlich nicht entgangen, da ja an gleicher Stelle bereits mehrfach Trachtbestandteile und Schmuckstücke aus Grabkomplexen vorgestellt wurden. Dass diese Ensembles nicht nur Profanes umfassten, sondern auch Religiöses wie Rosenkränze, Kreuze, Medaillen und Breverl, liegt dabei wenig überraschend auf der Hand.

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Im Stadtbild: Stein um Stein

Autorin: Christine Ranseder

Gute Vorsätze für das neue Jahr und Absichtserklärungen sind selten weise. In unserem Fall ist die Gefahr der Nicht-Erfüllung jedoch gering, deshalb sei hier wagemutig eine neue Blogserie angekündigt. 2019 wollen wir Ihnen Geschichten zu den im Stadtbild konservierten, noch sichtbaren Resten längst vergangener Bauwerke servieren und an Altgrabungen auf bedeutenden Wiener Plätzen erinnern. Wie in vielen Großstädten wurde auch in Wien nach Abschluss einer archäologischen Intervention manchmal ein Fenster in die Vergangenheit offen gelassen. Dass dabei der Schein trügen kann, belegt ein Mauerrest am Theodor-Herzl-Platz im 1. Wiener Gemeindebezirk.

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