Der Graben unter dem Graben. Eine kleine Tiefengeschichte von Kohlmarkt, Tuchlauben und Graben

Autorin: Barbara Wieser

Es gibt Orte in Wien, deren Gegenwart so stark ist, dass man ihre Vergangenheit beinahe übersieht. Der Graben sowie der Kohlmarkt gehören dazu. Man sieht Fassaden, Geschäfte, Schaufenster, Passanten, einen der teuersten und repräsentativsten Stadträume des Landes. Alles wirkt vollendet, gestaltet, urban gezähmt. Und doch ist gerade dieser Raum kein abgeschlossener Ort, sondern eine der dichtesten historischen Schnittflächen der Inneren Stadt.

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Hernalser Friedhofsweisheiten

Autorin: Constance Litschauer

Wer am St.-Bartholomäus-Platz ein Loch gräbt, muss mit archäologischen Funden rechnen! Dieses Wissen hat sich auch im Spätsommer 2025 bestätigt. Im Zuge einer Einbautenumlegung wurden im Vorfeld des geplanten U5-Ausbaus für die Station Elterleinplatz neuerlich Überreste des unter Joseph II. (1765–1790) im Jahr 1786 säkularisierten Hernalser Pfarrfriedhofs aufgedeckt.

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„Hinterhöfe, Gruben und Latrinen“: Neue Einblicke in die römische Lagervorstadt am Minoritenplatz.

Autor:innen: Kristina Adler-Wölfl, Martin Mosser, Sabine Jäger-Wersonig, Barbara Wieser

Der Minoritenplatz im Vogelschauplan von Joseph Daniel von Huber, 1769–1774. (© Wien Museum)

Zwischen Januar und Februar 2023 wurde der Wiener Minoritenplatz erneut zum Schauplatz archäologischer Forschung. Anlass war der Bau einer Fernkälteleitung. Erstmals seit der Errichtung der U-Bahnlinie U3 in den Jahren 1984 bis 1986 konnte dieser zentrale Bereich der Inneren Stadt wieder systematisch archäologisch begleitet werden.

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„Verkauft’s mei G’wand, i bin im Himmel“

Autorin: Constance Litschauer

Der in Hernals lebende Salzburger Dichter Ferdinand Sauter (1804–1854) mag beim Schreiben dieser Zeilen das 1786 aufgelassene Bestattungsareal am St.-Bartholomäus-Platz vielleicht noch erahnt haben, ehe er an Cholera erkrankte und am neuen Hernalser Friedhof (1784–1872) bestattet wurde. Heute erinnern oberirdisch nur noch der Kalvarienberg und die Kalvarienbergkirche an die einst den Platz prägende sakrale Landschaft. Unterirdisch sieht das anders aus, wie archäologische Untersuchungen bestätigen.

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Das Weltkriegsende im Wiener Boden (Teil 2): Die letzte Ausbauphase des Luftschutzes in Wien

Autorin: Constance Litschauer

Das Ende des Zweiten Weltkrieges in Wien im April 1945, welches archäologisch oft durch Schuttlagen und Bombentrichter geprägt ist, zeichnete sich für die Bevölkerung spätestens ab 1943 ab. Von dieser beklemmenden Phase zeugen auch im Wiener Boden heute oberflächlich nicht mehr sichtbare bauliche Reste, die durchwegs dem Luftschutz dienten.

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Das Weltkriegsende im Wiener Boden (Teil 1): Die letzte Kriegsphase und das Kriegsende

Autorin: Constance Litschauer

Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Das bietet auch uns einen guten Anlass, die an damals erinnernden Überreste im Wiener Boden archäologisch näher zu beleuchten. Besonders, da wir im Gegensatz zu verschiedenen, weiterhin das Stadtbild prägenden Einbauten auf andere, nicht mehr sichtbare Spuren treffen. Vor allem jedoch, weil es sich um genau jene handelt, die zeitlich am ehesten rund um das Kriegsende anzusetzen sind.

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„Ein unglaublicher Schatz an Informationen“

Autorin: Andrea Ruscher, Wien Museum

Vindobona als römischer Stützpunkt am Donaulimes ist ab dem späten 1. Jahrhundert nachweisbar. Wie umkämpft die Region tatsächlich war und warum die Lagerstruktur im Bereich des heutigen Wien damals ausgebaut wurde, könnte ein spektakulärer archäologischer Fund in Simmering neu beleuchten. Es handelt sich dabei um ein römisches Massengrab, dessen Größe für Mitteleuropa einzigartig ist – und das auch stadthistorisch von enormer Bedeutung sein dürfte.

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Pferdeskelett am Oberen Hausfeld gefunden!

Autor: Martin Penz

Gerade erst hatten wir über die Pferdefunde von der Napoleon-Schlacht in der Seestadt Aspern berichtet, nun kam wiederum ein ganz aktueller Fund eines Pferdeskelettes hinzu!

Neu ist allerdings der Fundort: Am Oberen Hausfeld, ca. 1100 m nördlich des Asperner Heldenplatzes, wo das bekannte Löwendenkmal von Anton Dominik Fernkorn an die Schlacht von 1809 erinnert, werden entlang der U-Bahnlinie U2 gerade neue Siedlungsanlagen errichtet. Da auch diese Baustellen von der Stadtarchäologie Wien begleitet werden, konnte sogleich eine fachmännische Bergung und Dokumentation mit Unterstützung der Grabungsfirma Novetus GmbH in die Wege geleitet werden.

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Archäologische Beinarbeit

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Frei nach Franz Grillparzers „König Ottokar“ − „Noch mehr der Kronen?“ −  und umgelegt auf stadtarchäologische Belange: „Noch mehr der Toten!“
Gerade erst wurden wir mit Teilen des (früh)hochmittelalterlichen Friedhofs von St. Peter konfrontiert, da stellt der Michaelerplatz einiges an „Totenackerernte“ in Aussicht!

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Mittelalterliche Baumaterialbeschaffung und ein Kochtopf – eine unschlagbare Kombination!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

GrabungsleiterInnen haben sich mit einer Menge Mühsal herumzuschlagen, von Zeitdruck bis zu schlechtem Wetter, aber neben diesen offensichtlichen Problemen gibt es auch noch andere Ärgernisse, die dann mit den entsprechenden FundbearbeiterInnenn geteilt werden. Verbunden in Not und Elend, könnte man sagen.
Mein absoluter „Favorit“? Der essenzielle Befund, die alles entscheidende Schicht ist zwar nicht fundlos, aber die drei erbeuteten Keramikkrümel in Daumennagelgröße lassen sich auch mit ausgeklügelten Verhörmethoden nicht zu einem chronologischen Geständnis motivieren.
Fast noch frustrierender, zumeist für Projekt-/GrabungsleiterInnen? Der Befund enthält eine Menge Keramik (wieder zumeist in Daumennagelgröße), die für sich selbst eine chronologische Einordnung zulässt, aber so oft verlagert wurde, dass diese Datierung nicht oder nur mit einiger Umrechnung auf den Befund übertragen werden darf.
Natürlich gibt es dann aber auch diese besonderen Momente, die solche Frustrationsszenarien aufwiegen …

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