Unter den Teppich gekehrt

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Kehrt man etwas unter den Teppich, geschieht das meist, um es verschwinden zu lassen, gleich ob es sich dabei um eine unangenehme Tatsache oder „Wollmäuse“ handelt. Grundsätzlich keine besonders löbliche Zugangsweise, die von den meisten MitbürgerInnen eher scheel betrachtet wird, außer die MitbürgerInnen sind ArchäologInnen und freuen sich über „unter dem Teppich“ konservierte Funde.

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Wohl temperiert!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Früher war es die Fernwärme, die uns Einblicke mittels Künetten verschaffte, jetzt sind es immer öfter auch Arbeiten im Zeichen der Fernkälte.
Ganz unter uns? Ob kalt oder warm, ist den archäologischen Funden und Befunden herzlich egal. Auch wenn es für ArchäologInnen nach einem etwas kühlen Frühling durchaus ein Thema sein kann und vor allem für jene ArchäologInnen relevant wurde, die besagte Künetten vor Ort betreuten. Die diesjährigen Arbeiten nehmen Fahrt auf, es ist an der Zeit, einen kleinen Rückblick auf die Ergebnisse des letzten Jahres durchzuführen.

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Gruben soweit das Auge reicht!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer 1

Darf es zur Abwechslung einmal wieder etwas Großflächiges sein? Oft genug ist das Sichtfenster schmal, durch das ArchäologInnen in den Wiener Untergrund starren dürfen. Künetten, häufig und aus wissenschaftlicher Sicht durchaus ein Informationsbringer, haben naturgemäß ihre Grenzen, was die Aussage und Auswertbarkeit anbelangt. Diese Beschränkungen sind wenig verwunderlich, wie jeder bestätigen kann, der schon einmal durch einen schmalen Schlitz ein kompliziertes Gemälde zu betrachten und zu „erkennen“ versucht hat. Umso erfreulicher sind großflächige Einblicke, wie sie uns gerade eben erst in der Hanuschgasse 3 gewährt wurden!

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Neue Gräber der Schlacht von Aspern 1809

Autor: Franz Eschner

Spätherbst 2020: Wenn bei Martin Penz, Stadtarchäologie Wien, das Handy läutet und sich „Wien 3420 Aspern Development AG“ meldet, ist schnelles Handeln gefragt. Ein aufmerksamer Baggerfahrer hat bei Grabungsarbeiten für die Seestadt Aspern eine Beobachtung gemacht. Im Erdreich vor dem Schaufellader sind Knochen aufgetaucht. Bei Minusgraden und kaltem Westwind begutachten Martin Penz und ich die Fundstelle und erkennen rasch, worum es sich in der Grube handelt.

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Tuchlauben Update!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Es ist nun schon ein paar Wochen her, seit wir das letzte Mal „Neues“ über „Altes“ aus der Tuchlauben zu bieten hatten: Höchste Zeit, Sie auf den neuesten Stand zu bringen und ein paar interessante Schichten und Funde von den Römern bis ins beginnende Hochmittelalter zu präsentieren.

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Das 11. Jahrhundert – ein Anfang in Scherben

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Während meines Studiums, also vor mittlerweile viel zu vielen Jahren, hatte Keramik des 11. Jahrhunderts in Wien eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Ungeheuer von Loch Ness: Alle paar Jahre kam es im Sommer zu einer unbestätigten Sichtung.
Begutachtete man die Scherben dann, waren sie meist jünger oder − sehr selten – älter. Eine konkrete Vorstellung, wo im 1. Bezirk sich das 11. Jahrhundert verbergen könnte, wollte sich einfach nicht einfinden. Aber siehe da: Die letzten Jahre brachten hier eine Wende und die derzeitige Künette in der Tuchlauben könnte die Situation noch einmal sprunghaft verbessern! Ein guter Grund, einen raschen vorbereitenden Blick auf die Problematik der Funde und Befunde des 11. Jahrhunderts in Wien zu werfen.

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Spuren der jüngsten Vergangenheit im Anton-Baumann-Park

Autorin: Christine Ranseder

Er war ein guter Hund bis zuletzt. Seine Stunde schlug im Zweiten Weltkrieg, als Bomben auf Häuser in der Nähe des Anton-Baumann-Parks fielen.
In dem kleinen Park steht noch heute ein Wasserturm der ehemaligen Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung. Im Oktober 2019 begab sich die Stadtarchäologie Wien auf die Suche nach dem zugehörigen Wasserbehälter, der 1839 kaum errichtet auch schon den Blicken durch eine Erdaufschüttung entzogen worden war. Der Nachweis gelang und als Zugabe wurde ein mit dem Schutt während des Krieges zerstörter Häuser verfüllter Luftschutzdeckungsgraben angeschnitten. Archäologie macht auch Zeitgeschichte greifbar.

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Von römischen Säulenhallen und mittelalterlichen Lauben

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Die Tuchlauben ist – ohne Zweifel – ein alter Straßenzug, zwar nicht römisch, wie es etwas betagte Theorien zur Geschichte Wiens gerne behaupten, aber immerhin mittelalterlich – und als Verbindung zwischen dem Hohen Markt und dem Graben höchst prominent gelegen. In den nächsten Wochen bieten sich der Stadtarchäologie Einblicke in diesen geschichtsträchtigen Boden, und aus gegebenem Anlass bringen wir, zur Einstimmung sozusagen, einen kleinen Überblick über die Entstehung der Tuchlauben.

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Textilerzeugung in einer endneolithischen Siedlung

Autorin: Christine Ranseder

Selbstversorger zu sein, bedeutete in der Urgeschichte weit mehr als Nahrungsmittelproduktion und -lagerung. In den Siedlungen wurden auch viele Dinge lokal hergestellt. Dazu zählten Gegenstände aus Ton oder Holz und natürlich Textilien. Da sich organisches Material im Boden jedoch nicht gut erhält, kann auf so manche Erzeugnisse fleißiger Hände nur noch indirekt geschlossen werden. Im archäologischen Fundgut finden sich Hinweise auf die Herstellung von Geweben recht häufig in Form von tönernen Spinnwirteln und Webgewichten. 2019 kamen im Zuge der Ausgrabung einer Siedlung des Endneolithikums am Fuß des Laaer Berges im unteren Liesingbachtal in einer Grube gleich neun Webgewichten zu Tage. Grund genug, einen Blick auf das Textilhandwerk in der Zeit um 2400 v. Chr. zu werfen.

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Die Farben der Saison!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Wir kennen es alle: Nicht mehr ganz Sommer aber auch noch nicht Herbst, warme sonnige Tage und kühle Nächte, bringen uns unaufhaltsam eine Wandlung im Spiel der Farben. Spiegelt sich so viel poetischer Jahreszeitenwechsel auch im Fundmaterial wieder? Lassen Sie sich überraschen!

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