Die römische Befestigung lässt grüßen

Autorin: Constance Litschauer

© Stadtarchäologie Wien - Constance Litschauer

Des Einen Leid ist zumindest manchmal des Archäologen Glück! Ganz aktuell bot ein Gasgebrechen an der Ecke Naglergasse/Tuchlauben im 1. Bezirk eine der seltenen Möglichkeiten einen Blick auf die Reste der porta decumana des rund 1900 Jahre alten Legionslagers von Vindobona zu werfen.

Die römische Befestigung lässt grüßen weiterlesen

Mauern à la carte

Autorin: Constance Litschauer

Was liegt näher als zum Ende der Fastenzeit einmal mehr einen Blick auf unsere Arbeiten in der Rotenturmstraße zu werfen? In Anbetracht der Tatsache, dass hier nicht nur ein moderner lukullischer Hotspot Wiens entdeckt werden kann, sondern auch ein Blick auf die historische Gebäude- und Beislszene durchaus reizvoll ist, wohl nicht viel!

Mauern à la carte weiterlesen

Seltenes vom Wiener Stadtrand: Eine Siedlung aus dem Endneolithikum

Autorin: Christine Ranseder

Unsere Grabung am südlichen Wiener Stadtrand, auf den Grundäckern (Wien 10), ist gerade zu Ende gegangen und der Verdacht hat sich bestätigt: Es wurden neuerlich Siedlungsobjekte aus dem Endneolithikum aufgedeckt. Lassen Sie mich kurz zusammenfassen, was wir bis jetzt über diesen Siedlungsplatz, der aufgrund der Keramik mit der Kosihy-Čaka-Makó-Gruppe in Verbindung gebracht werden kann, wissen.

Seltenes vom Wiener Stadtrand: Eine Siedlung aus dem Endneolithikum weiterlesen

Archäologie am Stadtrand

Autorin: Christine Ranseder

Nicht nur im innerstädtischen Bereich werden Spuren der „Proto-Wiener“ angetroffen. Auch am Stadtrand des heutigen Wiens gibt es einige archäologische Hotspots. Einer davon ist Oberlaa, im Südosten des heutigen 10. Wiener Gemeindebezirks.
Lange bevor im Mittelalter das Dorf Oberlaa entstand, ließen sich hier Menschen nieder. In den letzten Jahrzehnten konnten prähistorische Siedlungsreste aus dem Endneolithikum, der Hallstatt- und der Latènezeit archäologisch untersucht werden. Derzeit befindet sich neuerlich eine Ausgrabung im Planungsstadium, die es uns hoffentlich ermöglicht, weitere Belege der ausgedehnten endneolitischen Siedlung zu dokumentieren.
Doch was machte dieses Gebiet für die Menschen in der Urgeschichte so reizvoll?

Archäologie am Stadtrand weiterlesen

Vom „großen Graben“ zur Begegnungszone: die Rotenturmstraße

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Nach dem Stephansplatz ist es jetzt für die Rotenturmstraße und ihr allernächstes Umfeld soweit. Die gesamte Oberfläche wird erneuert, eine Begegnungszone eingerichtet und im Vorfeld natürlich einige Arbeiten im Untergrund, Leitungen aller Art betreffend, durchgeführt. Und genauso wie am Stephansplatz wird es auch hier eine archäologische Begleitung der einzelnen Schritte geben. Immerhin ist dieser heutige Straßenzug mit einer fast ebenso abwechslungsreichen Geschichte gesegnet wie der Platz um St. Stephan. Grund genug, sich in dem einen oder anderen Blogbeitrag mit eben dieser Geschichte etwas genauer auseinanderzusetzen und die neuen Ergebnisse vorzustellen.

Vom „großen Graben“ zur Begegnungszone: die Rotenturmstraße weiterlesen

Gottes Auge sieht alles, wir aber nicht

Autorin: Heike Krause

Mauern können leider nicht sprechen. Sie geben uns Rätsel auf, die nicht immer einfach zu lösen sind. Die Mauer unter dem Matzleinsdorfer Platz hat sich als ein derartiger Fall entpuppt. Von den Ermittlungen zur Klärung ihrer Funktion und ihres Alters soll hier die Rede sein. Gottes Auge sieht alles, wir aber nicht weiterlesen

Archäologische Verhörtechniken die „Erste“, oder: Wenn Mauern nicht sprechen wollen …

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Wie bringt man eine Mauer zum Sprechen? Steine sind zwar recht persistent, aber zumindest in einer direkten Konfrontation (stellen Sie sich das bitte nicht zu gewalttätig vor!) nicht besonders eloquent. Besser ist es da schon, wenn man Mauersteine im Zusammenhang betrachtet, sie sozusagen als Kollektiv, mehr oder weniger durch Lehm oder Mörtel gebunden, sieht.

Archäologische Verhörtechniken die „Erste“, oder: Wenn Mauern nicht sprechen wollen … weiterlesen

Noch mehr der Toten? Nur her damit!

Autorin: Ingeborg Gaisbauer

Wien soll ja angeblich für seine morbide Seite bekannt sein – so will es jedenfalls der düsterere Teil der Stadtvermarktung wissen. Schon möglich, dass da sogar etwas Wahres dran ist. Zumindest aus Sicht des Archäologen ist diese Überlegung nicht so einfach vom Tisch zu wischen. Jedes Mal, wenn das Baugeschehen in Wien knöcherne menschliche Überreste an die Oberfläche treibt, ist das Interesse groß, manchmal sogar etwas übersteigert. Es gibt allerdings durchaus das eine oder andere Skelett, dass selbst nüchternen Archäologen berauschte Reaktionen entlockt. Diese Raritäten fallen nicht unbedingt durch Unversehrtheit, knöcherne Schönheit oder exquisite Beifunde auf. Was macht also den besonderen wissenschaftlichen Reiz dieser seltenen Toten aus?

Noch mehr der Toten? Nur her damit! weiterlesen